Karimis experimentelle Übersetzung
markiert dennoch für die Koranübersetzungen in deutscher Sprache einen
entscheidenden Schritt: Die Übersetzung eines Muslims, der die Notwendigkeit
einer deutschen Übersetzung erkennt und sich dabei bewusst ist, dass die aus
islamischer Sicht nicht wegzudenkende Ästhetik des arabischen Textes unbedingt
zum Vorschein gebracht werden muss. Karimis Übersetzung kann so als Kompromiss
gesehen werden, mit dem Ziel, das Deutsche gewissermaßen als muslimische
Sprache zu qualifizieren. (Rheinischer Merkur)
Dafür hat die Sprache von Karimi/Uhde nichts von dem bei Bobzin immer durchhängenden Ballast früherer Übersetzungen. Sie wirkt oft frisch und hat auf eine jugendliche Weise Stil. (FAZ)
Das Neue an Ahmad Milad Karimi und seiner Koran-Übersetzung aber ist, dass er über diese inhaltliche Ebene hinausgeht, ohne sie deswegen zu vernachlässigen. … Ahmad Milad Karimi hat seinen Weg gefunden, er spürt der Schönheit des für ihn besonderen Buches nach – ähnlich wie bei einem Rilke-Gedicht.(Badische Zeitung)
Er ist ein Mann des Überschwangs. Sein Credo: "Gott ist schön." (Spiegel)
Auf dieser Weise ist erstmals eine Übersetzung entstanden, die in einem gelebten Glauben wurzelt und zugleich wissenschaftlich fundiert und mit einem hohen poetischen Anspruch auftritt. … Aus dem Rezitator ist ein Übersetzer geworden, einer, dessen Arbeit Respekt einflößt. (buchszene)
Dem Übersetzer ist es offenkundig gelungen, die immer wieder gerühmte stilistische Einzigartigkeit der altarabischen Heiligen Schrift in eine dem Deutschen entsprechende Text und Lautgestalt zu transformieren. Dabei wirkt seine Sprache weder verstaubt noch gekünstelt, obschon er – neben dem ganz überwiegend alltäglichen Vokabular – aus dem gewaltigen deutschen Sprachschatz mit exzellentem Sprachgefühl die Perlen fischte, welche zumindest noch zum passiven Wortschatz des Durchschnittslesers gehören. (Evangelische Zeitung)
Umso mehr muß man einem Neubürger afghanischer Herkunft Respekt zollen, daß er ein erstaunliches Exempel für die zielstrebige Aneignung und bravouröse Beherrschung eines weiten Spektrums ihrer Nuancen geliefert hat, wie es eben nur aus Begabung, Sprachgefühl, ja Wertschätzung für diese Sprache erwachsen konnte, „die sehr kraftvoll und schön sein kann“ (Karimi). Seine in jeder Hinsicht überzeugende poetische Übersetzung vermag einem neuen Kreis deutschsprachiger Muslime und Nichtmuslime religiös-kulturelles Neuland zu erschließen. (Evangelische Zeitung)
Besonders einzigartig ist der Versuch, den Rhythmus und die Spannung wiederzugeben, die den Korangesang im Original auszeichnet. (Kismet)
Dessen ist sich die taufrische Ausgabe in „poetisierendem Deutsch“ sicher: In braun-goldnem Ein- band, Seite um Seite mit brauner, koranartig rahmender Zier und gleichfarbigem Blocksatz gedruckt, erhält man den nackten Text. Sein Übersetzer, A. M. Karimi, ein 30-jähriger Afghane, der in Freiburg studiert hat, verfügt über beeindruckende Sprachkraft … Als beste Eigenschaft kommt die karge Kürze hinzu, die kräftige Knappheit des Aus- drucks – das liest man nicht glatt herunter, sondern holt Atem und stolpert von Sinneinheit zu Sinneinheit: Koran heißt „Lesung“, „Ausrufung“, „Rezitation“, also muss stummes Lesen auch stolpern dürfen. (Kalonymos)
Karimi hat einen schön zu lesenden Text geschaffen, dessen Sprache bisweilen einen ähnlich faszinierenden Sog entwickelt wie etwa die Weihnachtsgeschichte in der Bibel. Viele Passagen hat er bewusst so mehrdeutig gelassen, wie sie es im Original sind. Gerade diese Mehrdeutigkeit macht den Koran für viele Muslime so herausragend, so geheimnisvoll und gibt Spielraum für Interpretationen. (Badische Zeitung)
Nun hat sich ein Islamwissenschaftler, Philosoph und Dichter, der ursprünglich aus Afghanistan kommende Ahmad Milad Karimi, daran gemacht, diesen geoffenbarten Schatz in seiner poetischen Kraft erneut ans Tageslicht zu bringen. Er hat dazu als Begleiter katholischer Theologe und Religionswissenschaftler, Bernhard Uhde, gefunden, der diese Neuübersetzung aus dem Arabischen wissenschaftlich begleitet hat und dazu eine orientierende Einführung gibt. Was also zwischen dem Dichter und Wissenschaftler theologisch und poetisch geschah kann sich durchaus sehen lassen, auch wenn der Rezensent nicht den Text Original überprüfen kann, allerdings die Verlagswerbung hinterfragen muss, wo von einer wortgetreuen Übersetzung die Rede ist. Und ob sie wirklich am arabischen Original wirklich so nahe ist wie nie, muss auch deshalb dahingestellt bleiben, weil es einige dunkle Stellen im Kran gibt, mit denen Übersetzer und Kommentatoren teilweise recht unterschiedlich umgegangen sind. Wer darüber hinaus die Problematik von Übersetzungen gerade aus dem semitischen Sprachraum betrifft, weiß, dass jede Übersetzung nur eine Annäherung an den zur Verfügung stehenden Offenbarungstext sein kann. Aber diese Übersetzung hat bereits durch die Arbeit von Übersetzer und Herausgeber dialogische Qualität. Karimi macht darüber hinaus deutlich, dass sich die Sprachgewalt und Sprachschönheit des arabischen Originals im Deutschen nachvollziehen lässt. (Reinhard Kirste)