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Annegret Soltau
 
Künstlergespräch mit Annegret Soltau

Die Künstlerin Annegret Soltau stellt in einem Gespräch Ihre Arbeiten „N.Y.FACES – chirurgische Operationen“ (2001/2002) vor. Zu dieser Serie, die 23 Fotografien umfasst hat die Künstlerin folgenden Text geschrieben:

11. September 2001

Ich war bei der Arbeit in meinem Atelier und hatte das Radio an. Dann kam die Nachricht von dem schrecklichen Ereignis in New York. Ich konnte nicht glauben, was ich da aus dem Rundfunk hörte und stellte kurz darauf den Fernseher an: die Bilder, die ich dort sah, waren ein Schock.
2 Tage später fing ich an meine „Köpfe“ zu bearbeiten: „N.Y.FACES – chirurgische Operationen“. Die Ausgangsfotos sind Automatenfotos, entstanden während meines New York-Aufenthaltes am 25.3.1999. Auslöser war der Beginn des Kosovo-Krieges. Diesen später vergrößerten Selbstportraits setzte ich Bilder von Zahn-Operationen ein, die ich miteinander vernähte; der Verlust der Zähne als Symbol der Verletzlichkeit und das Wissen um die Sterblichkeit.
Auf der Rückseite wurden Zeitungsfetzen miteingenäht. Die einzeln herausgerissenen Wörter aus den Nachrichten stehen im Gegensatz zu dem Ausdruck der Bilder auf der Vorderseite.
Über zwei Jahre lagen die Fotos in meinem Atelier herum; aber jetzt gab es keine Ausrede mehr, ja, es wurde geradezu zwanghaft, sie in Angriff zu nehmen. Ich weiß zwar, Bilder können keinen Konflikt lösen, aber es ist für mich als Künstlerin eine Möglichkeit, Stellung zu beziehen. Von Erica Jong, der in New York lebenden Schriftstellerin, lese ich in einem Magazin über die Gefühle der New Yorker nach der Katastrophe: „......das ist mein Staub.......während er mir durch die Finger rieselt, weiß ich, dass ich sterben werde.......“ (Der Spiegel 39/2001).

Annegret Soltau

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Freitag, 23. Mai 2003, 19 Uhr

Hessisches Landesmuseum Darmstadt

Friedensplatz 1, D-64283 Darmstadt, Tel (06151) 165779, Fax (06151) 165799
mail: presse@hlmd.de, www.hlmd.de


[19.05.2003]
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