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FELIX SEITE ZEHN
 
"Du meinst wohl, so fett wie du bist, kriegt keiner den Ball an dir vorbei ins Tor? Täusch dich nicht, Dicki, die pusten dich Waschlappen zusammen mit dem Ball ins Netz!" meinte Rudi höhnisch. Felix holte hörbar Luft. Er war ja einiges gewöhnt von seinen Klassenkameraden, aber das war ja wohl der Gipfel. Am liebsten hätte er sich auf das Lästermaul gestürzt und eine Beißerei angefangen. Aber er hatte beim Training auch eine Menge Disziplin gelernt. Rolf schärfte ihnen allen immer wieder ein, dass keine noch so gemeine Unfairness eine andere rechtfertigte. Und er duldete keine Tätlichkeiten in seinem Team. Also schnaufte Felix nur noch mal hörbar und marschierte dann wortlos ins Tor.

Der Lehrer pfiff das Spiel an. Es dauerte nicht lange, bis der erste harmlose Wurf auf Felix kam. Locker fing er den Ball und suchte einen guten Anspielpartner. "Schnell her!" schrie Max, der drei Meter vor ihm stand, aus lauter Angst, Felix würde gleich einen gefährlichen Fehlpass produzieren. Felix täuschte einen Wurf zu ihm an, drehte sich dann aber abrupt und steckte seine ganze Kraft in einen Sprungwurf. Er zielte genau auf Rudi, der gerade über die Schulter hinweg mit Bernd, der hinter ihm stand, tratschte. "Pass auf !" schrie jemand. In letzter Sekunde sah Rudi den Ball kommen. Der Pass saß so genau, dass er ihn spontan fing. Aber der Ball hatte so viel Wucht, dass er dabei ziemlich unsanft auf dem Hintern landete. Wo war der Ball hergekommen? Seine Klassenkameraden um ihn rum grinsten alle ohne Ausnahme. Felix aber stand, wie sonst in den Sportstunden, in typisch schlapper Haltung mit eingeknickten Pfoten und hängendem Bauch im Tor und tat so, als hätte er mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun.

Rudi rappelte sich auf, übersah geflissentlich Sonja, die frei in idealer Wurfentfernung vor dem Tor stand und spielte auf Max, der gefolgt von zwei Bewachern, nach vorne gelaufen war. Der Ball ging verloren. Im Gegenzug gelangte der Ball schließlich zu Fritz, einem der besten Spieler in der Klasse, der sich geschickt freigelaufen hatte. Felix stand mit gespitzten Ohren, gespannt wie eine Feder, im Tor. Fritz war ein sehr guter Werfer, und spielte schon sein langem in der Jungendmannschaft des Pfotenballvereins, aber mit Felix im Tor gab er sich nicht besonders viel Mühe. Entsprechend hatte Felix gar keine Schwierigkeiten, den Ball zu fangen und dabei nach Sonja Ausschau zu halten. "Hier", rief er und spielte Sonja in erprobter Weise an. Sonja brauchte mit dem Ball nicht weit zu laufen, sie machte nur einen kleinen Sprung und steckte dann ihre ganze Erfahrung in den Wurf. Der Ball rollte aus den Händen des gegnerischen Tormannes und war im Netz! Verdutzt schauten ihre Klassenkameraden sie an. Das musste ja wohl ein Zufall gewesen sein.

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