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| Ontogenetische Aspekte | | | Der BMI steigt üblicherweise in den ersten sechs Lebensmonaten stark an, wobei dies insbesondere auf einer Zunahme der Fettmasse beruht. Danach fällt der BMI bis zum ca. sechsten Lebensjahr ab, um dann erneut bis ins Erwachsenenalter hinein zu steigen (‚Adiposity-Rebound'; Rolland-Cachera et al. 1984). Bei Frauen, nicht jedoch bei Männern, kommt es peripubertär zu einer deutlichen Zunahme des prozentualen Anteils der Fettmasse am Körpergewicht. Im Erwachsenenalter nimmt bei beiden Geschlechtern der prozentuale Anteil der Fettmasse deutlich zu (Hebebrand et al. 1996).
Längsschnittstudien haben gezeigt, dass das Gewicht im Säuglingsalter mit dem Gewicht im Erwachsenenalter bereits korreliert (Guo et al. 1994). Diese Korrelation (ca. 0,1) ist jedoch so gering, dass sie fast vernachlässigt werden kann. Allerdings steigt die Vorhersagekraft des BMI des Kindes für den BMI im Erwachsenenalter mit dem Alter des Kindes an. Im Alter von 10 bzw. 18 Jahren beträgt die Korrelation 0,4 bzw. 0,75. Übergewicht bei einem Kleinkind ist aufgrund dieser Zusammenhänge nicht notwendigerweise Anlass zur Besorgnis.
Wenn hingegen ein oder beide Elternteile ebenfalls adipös sind, ist das Risiko für das Fortbestehen von kindlichem Übergewicht als hoch einzustufen (Abb. 2; Whitaker et al. 1997). Auch der Ausprägungsgrad der Adipositas ist von Bedeutung: Je übergewichtiger ein Kind, desto höher ist das Risiko, dass ins Erwachsenenalter hinein Adipositas fortbesteht.
Die genetischen Faktoren, die den BMI eines Individuums regulieren, sind nicht über das ganze Leben hinweg die gleichen. Modellberechnungen, die auf der Basis einer Längsschnittstudie von Zwillingspaaren durchgeführt wurden, ergaben, dass nur ca. 40% der genetischen Faktoren, die den BMI im Alter von 20 Jahren beeinflussen, noch im Alter von 48 bzw. 63 Jahren wirksam sind. Hingegen sind die genetischen Faktoren, die einen Einfluß auf die Gewichtsregulation im Alter von 48 Jahren haben, praktisch die gleichen, die im Alter von 63 Jahren wirksam sind (Fabsitz et al. 1992).
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