Department of Health and Human Services
Expert Committee Recommendations, Barlow and Dietz 1998
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Wann behandeln Kinder mit einem BMI ³ 95. Perzentile sollten eingehend medizinisch untersucht werden.  Überweisung an ein pädiatrisches Behandlungszentrum, wenn Kinder mit Komplikationen bzw. Störungen vorgestellt werden, die eine rasche Gewichtsabnahme erfordern.
Ziel der Behandlung Starke Betonung  familienbasierter,  verhaltensorientierter Ziele – Wahrnehmung und Identifizierung von problematischen Verhaltensweisen; Verhaltensmodifikation; kleine, dauerhafte Veränderungen. Das primäre Ziel eines Programmes zur Behandlung der unkomplizierten Adipositas ist ein gesundes Essverhalten und ausreichende Aktivität, nicht das Erreichen eines idealen Körpergewichtes. Für Kinder mit sekundären Komplikationen bzw. Folgestörungen der Adipositas ist die Therapie derselben  ein wichtiges medizinisches Ziel.
Verhaltens-orientiert Verbesserung der elterlichen Kompetenz mit Fokus auf Ess- und Aktivitätsverhalten. Neun spezifische Ansätze werden den Eltern zur Verbesserung des Essverhaltens empfohlen: Finden Sie  Wege, das Verhalten des Kindes zu loben bzw. zu belohnen; benützen Sie nie Essbares als Belohnung; Eltern können auch Belohungen von ihren Kindern einfordern, sofern sie selbst ihr  Verhalten verändert haben; legen Sie  Zeitpunkte fest,  zu denen täglich gegessen wird (Haupt- und Nebenmahlzeiten einschließlich „Snacks“); Sie oder andere Bezugspersonen sollten bestimmen, welche Nahrungsmittel wann angeboten werdent; die Kinder sollten selbst entscheiden, ob sie essen wollen; bieten Sie nur gesunde Nahrungsmittel an; entfernen Sie Verlockungen; seien Sie ein gutes Modell, seien Sie konsequent.
Aktivität Erhöhen Sie die  körperliche Aktivität im Alltag, ohne  dass hierfür definierte sportliche Betätigung erfolgt. Der beste Ansatz körperliche Aktivität zu fördern kann darin bestehen, Inaktivität zu verringern. Folgen Sie der Empfehlung der American Academy of Pediatrics, den täglichen Fernsehkonsum auf ein bis zwei Stunden pro Tag zu begrenzen. Das Kind soll körperliche Aktivität in die tägliche Routine einbeziehen: Zur Schule laufen, mit einem Freund spielen. Suchen Sie solche Mannschaftssportarten oder Sportvereine, die nicht so leistungs- und gewinnorientiert sind. Erkennen Sie die Faktoren, die das Kind von Aktivität abhalten, einschließlich unsicherer Nachbarschaften und ein Mangel an Betreuung durch Erwachsene nach der Schule; helfen Sie den Eltern diese Ziele anzugehen.  Werben Sie für  Aktivitätsprogramme an Schulen.
Diät Gut ausgewogene, gesunde Mahlzeiten und ein gesundes Essverhalten. Statt einer kurzfristigen Diät zur schnellen Gewichtsreduktion sollte eine dauerhafte Veränderung des Essverhaltens angestrebt  werden. Nehmen Sie die Nahrungsmittelpyramide zu Hilfe. Auf spezielle kalo-rienreduzierte Produkte sollte möglichst verzichtet werden. Benutzen Sie die „Ampeldiät“.
Andere

Therapeuten, die Familien übergewichtiger Kinder betreuen, müssen dies mit der nötigen Sensibilität, Empathie und mit der Überzeugung tun, dass Adipositas ein wichtiges, chronisches Gesundheitsproblem darstellt, welches behandelt werden kann.  Es ist wichtig, die Bereitschaft der Beteiligten zur Veränderung einzuschätzen, da ein Gewichtsreduktionsprogramm für Eltern oder Jugendliche und Kinder, die nicht zur Veränderung bereit sind, nicht nur sinnlos, sondern auch schädlich sein kann. Ein  erfolgloses Programm kann das Selbstwertgefühl des Kindes und zukünftige Bemühungen, das Gewicht zu reduzieren, beeinträchtigen. Regelmäßige Kontakte der Eltern und des Kindes mit dem Therapeuten sind wichtig, um die Zielsetzungen zu überprüfen und zu bestätigen. Unterstützung durch andere Berufsgruppen im Gesundheitswesen ist wünschenswert.


Richtlinien für die Prävention und Behandlung von Übergewicht im Kindes- und Jugendalter;
Empfehlungen verschiedener amerikanischer Gesellschaften (nach Ikeda und  Mitchell, 2001).