vita

Werner Cee began his artistic carreer by studying painting at the Frankfurt College of Fine Arts (Städel) in the 70s and worked as a free-lance visual artist up to the 80s. At the same time, he realized musical projects in the experimental rock music scene/ free scene. Works in the field of media arts, photography, sound and light installations followed, linking the visual and acoustic media, sound, architecture and music. Then, his focus shifted towards electroacoustic composition and ars acustica productions, mostly commissioned by German radio stations.

He teaches sound art at the College of Fine Arts Saarbrücken and the Goethe Universität Frankfurt. He has been a lecturer for audiovisual art at the Bern High School HKB in 2008/09.

Many of his pieces have won international awards, among others Ars electronica, Linz 1993// Radio Nacional de España/CDMC Madrid 2000// „Prix Ars Acustica“ Studio akustische Kunst WDR 2002//Computer music competition „Pierre Schaeffer“ Pescara 2002// Computer Space, Sofia/Bulgaria 2002/2004// International Competition of Sonic Art. Bourges 2001/2005// German Sound Art Award 2006 // Prix Italia 2010// Bronze Award Grand Prix Nova, Bucharest/Romania //

wikipedia

Werkliste

Werner Cee ist kein Freund von leichten Stoffen. Wenn er seine Klangwebstühle in Bewegung setzt, dann verarbeitet er dabei gern schwerwiegendes Material: „Agon“ zum Beispiel, das letzte, unverfilmte Drehbuch von Luis Buñuel – eine apokalyptische Vision von Terrorismus und religiösem Wahnsinn. Werner Cee erzählt diesen Thriller als akustisches Inferno aus Trommelklängen, die er bei den Osterprozessionen in Buñuels Heimatstadt Calanda aufgenommen hat.

 Oder das Gedicht „Darkness“ von Lord Byron, ein Fiebertraum über das Ende der Welt, geschrieben im „Jahr ohne Sommer“ 1816. Seinerzeit hatte ein Vulkanausbruch in Indonesien den Himmel bis nach Europa verdunkelt. Das trübe Wetter inspirierte Künstler von Mary Shelley bis William Turner. Das zugrunde liegende Klimaphänomen dient heute als Modell der Forschung zum Geo-Engineering. Daher kombiniert Werner Cee in seinem Hörstück „Dry Haze“ den Text Byrons mit Auszügen aus dem US-Patentregister zur künstlichen Klimaveränderung.

 In diesen und vielen weiteren Arbeiten erweist Werner Cee sich als Meister der Klangdramaturgie. Wie kaum ein zweiter beherrscht er die Gratwanderung zwischen narrativer und musikalischer Bedeutung von Sound. Dieses Gespür für akustische Polysemie geht zurück auf seine Wurzeln in der bildenden Kunst. Er begreift Klänge als Materialien, die ikonographisch und kompositorisch zugleich wirken können. So werden seine Hörstücke und Installationen für ein breites Publikum intuitiv erfassbar, ohne sich dabei einer eindimensionalen Agenda zu verschreiben. Schwere Stoffe ergeben bei Werner Cee nicht selten ein leichtes Gewand. Ein Gewand aus Klängen.

Marcus Gammel