Darkness 1816

DARKNESS 1816

eine Licht und Klanginszenierung von Werner Cee / Klaus Grünberg / Beate Schüler

KunstFestSpiele Herrenhausen 2016

Schumannfest Düsseldorf 1016

Trailer auf Vimeo ansehen

Webseite des Projektes

……..auf imposante Weise an den Ort angepasst ist die Installation „Finsternis 1816“ von Werner Cee, Klaus Grünberg und Beate Schüler im Großen Garten. Inspiriert vom Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora, der vor 200 Jahren eine Klimakatastrophe bislang unerreichten Ausmaßes ausgelöst hat, haben die Klangkünstler und Lichtdesigner den Garten in ein surreales Endzeitszenario verwandelt. Natürlich lässt sich ein globales Ereignis wie dieser Vulkanausbruch kaum illustrieren. Aber „Finsternis 1816“ vermittelt doch eine Ahnung davon, wie es sich anfühlen könnte, wenn die Welt plötzlich eine andere ist.

Angezogen von grellrotem Scheinwerferlicht, das an eine unheilvoll tief stehende Sonne denken lässt, erwandern die Besucher den hinteren Teil des Gartens entlang der Graft. Dunkles Grollen aus Lautsprechern am Ufer schafft das vage Gefühl einer unbeherrschbaren Bedrohung. Auf dem Weg zu den beiden Pavillons links und rechts tönen dagegen aus Lautsprechern in Bäumen und Hecken Anklänge von Wiegenliedern oder Folksongs. Im dunklen Grün verdichten sich die Gesänge zu einer sphärischen Harmonie, die von Furcht und Hoffnung der Menschen erzählen könnte.

In einem Pavillon, auf dem Bäume und sich nähernde Besucher scharfe Schatten werfen, klingen einzelne Orgelakkorde wie die Ruine eines einst prachtvollen Präludiums, durch das nun kalt der Wind weht. Gegenüber überwuchern mal zarte, mal verzweifelte Gitarrenklänge den Pavillon, bis er wie ein versunkener Tempel erscheint.

Auf dem Rückweg wirft die eigene Gestalt in der tief stehenden Endzeitsonne aus dem Scheinwerfer lange Schatten auf den Kiesweg. Eine tiefe Traurigkeit liegt über dieser verdunkelten Welt. Und eine große Schönheit.

Hannoversche Allgemeine Zeitung