Jochen Schimmang

>>> taz, die tageszeitung, 3.8.2011

Die “tageszeitung” widmet der Trilogie eine ganze Seite.

Jetzt ist sie komplett, die Trilogie der Künstlernovellen, mit denen uns Rainer Wieczorek und der Dittrich Verlag seit 2009 beglückt haben. Nein, das ist nicht ironisch gemeint – Ironie kann ja jeder, wie ich kürzlich gelernt habe -, sondern ganz wörtlich. Wieczoreks Novellen machen nämlich glücklich. [...] Der Geist Becketts – und seine Komik dazu! – weht durch alle drei Novellen Wieczoreks. [...] Die Komik gerät in diesem zweiten Band übrigens stellenweise zur Hochkomik, und das Publikum weiß das auf Lesungen angemessen zu schätzen, ohne sich dabei banausisch vorkommen zu müssen. [...] Wer jedenfalls, um auf den Anfang zurückzukommen, für kurze Zeit einmal ganz einfach glücklich sein möchte, dem sei geraten: Wieczorek lesen!

Der Darmstädter Autor [...] spielt in seinen fantastischen Erzählungen mit dem Verhältnis von Öffentlichkeit und Intimität, von Kunst und Wahrnehmung. Aber er erliegt nicht der Versuchung des theoretisierenden Essays, sondern bettet seine Handlung in eine verzauberte Stimmung ein, die von melancholischem Witz grundiert ist. Zur raffinierten Konstruktion fügt sich die ebenso ökonomische wie sorgfältige Formulierungskunst, zudem eine Beobachtungsgabe, die diese Novellen auch in ihren fantastischsten Szenen noch an die Wirklichkeit andocken lässt. Wer die feinen Signale schätzt, die diese leise Spielart von Literatur aussendet, wird an Wieczoreks Novellen ein erhebliches Lesevergnügen haben, das durch die bemerkenswert schöne Gestaltung der kleinen Reihe noch vergrößert wird.