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Bruno Steiger

Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 28.3.2010

Die “Neue Zürcher Zeitung” widmet der “Tuba-Novelle” in der Literaturbeilage ihrer Sonntagsausgabe eine ganze Seite. Der Schriftsteller Bruno Steiger schreibt:

(…) Nach dem vergangenes Jahr publizierten Band “Zweite Stimme” liegt mit der “Tuba-Novelle” nun das Mittelstück seiner Trilogie von Künstlernovellen vor. Die beiden – auffallend sorgfältig edierten – Texte zeichnen sich durch große erzählerische Ökonomie aus. Wieczorek schreibt in einer unangestrengten, dabei hoch kontrollierten Sprache, die viel Raum für Untertöne lässt. (…)
Als thematischer Kern der Trilogie zeichnet sich die Frage nach dem Gewicht und der Reichweite der Kunst in einer sich zunehmend trivialisierenden Welt ab. In den Bemühungen seiner einigermaßen skurrilen Künstlerfiguren scheint Wieczorek für eine Kunst unterhalb des Werkbegriffs zu plädieren. Die Vision einer gattungsübergreifenden Elementarpoesie schimmert dabei immer wieder durch; gleichzeitig lässt Wieczorek keinen Zweifel an seinem Ansatz, dass Kunst in allen ihren Ausformungen nur im Abseits und in der Reduktion auf fast nichts zu voller Wirkkraft gelangen kann. Dennoch hat man es nie mit abgehobener Thesenprosa zu tun. Vorab in seinen diskret formulierten Familienbildern behält Wieczorek unsere profane Alltagsrealität stets im Auge. Ein Grund mehr, dem für nächstes Frühjahr angekündigten Abschluss der Trilogie mit Vorfreude entgegenzusehen.

Jochen Schimmang

die tageszeitung (taz), 4.12.2010

“Wieczorek ist ohne Zweifel ein hochmusikalischer Autor, was sich in der Sprache wie in der Komposition seiner Novelle abbildet. Diese ist selbst zuweilen ein zartes Pianissimo, wird aber durch eine andere Komponente ergänzt. Gegenüber dem ersten Teil der Trilogie steigert sich die dort mitschwingende Ironie hier zur Hochkomik. Es darf durchaus herzlich gelacht werden, ohne dass man sich als Banause fühlen müsste. Auch das entspricht natürlich ganz dem Geist Samuel Becketts.
Im kommenden Jahr wird die Trilogie mit der Novelle “Der Intendant kommt” abgeschlossen. Wir warten schon jetzt auf ihn.”

 

Günter Nawe

Glarean-Magazin (Luzern), 4.5.2010
Diese Novelle ist eine der schönen Entdeckungen, die dieser Bücherfrühling zu bieten hat. (…) Rainer Wieczorek hat eine wunderbare, höchst raffinierte Geschichte über die Möglichkeiten der Kunst und ihr Entstehen geschrieben, die zudem sehr amüsant zu lesen ist. Und er hat sich mit den beiden vorliegenden Künstlernovellen als hervorragender Schriftsteller gezeigt, was für die dritte Novelle, die 2011 erscheinen soll, viel verspricht.

 

Johannes Breckner

Darmstädter Echo, 12.4.2010

So staunenswert ökonomisch Wieczoreks knappe, mit großer Sprachpräzision formulierte Novelle angelegt ist, so legt sie doch mehrere Themen in Engführung übereinander, bis die erzählerischen Passtücke erkennbar werden. (…) Die unerfüllte Vaterbeziehung bleibt im Hintergrund, wie überhaupt Wieczorek die Ebenen seiner Erzählung mit großem Geschick gewichtet und komponiert – ein besonderes Lesevergnügen nicht zuletzt wegen des durchgängigen leisen Witzes, mit dem über das Nicht-Schreiben-Können so glänzend geschrieben wird.

Regina Károlyi

www.sandammeer.at

Musik und Literatur in einem innigen, eng umschlungen ausgeführten Tanz, an einem ganz besonderen, fast magischen Ort, eine stimmungsvolle, durch ihren strukturierten Aufbau ebenso wie ihren spielerisch-eleganten und dabei in gewisser Weise warm getönten Stil bestechend, manchmal bewusst ein wenig akademisch, bisweilen in Anklängen gefühlvoll, präsentiert sich diese Novelle als ein ganz bezauberndes Stück Literatur von wunderbarer Klarheit und Aussagekraft.

Willi Huntemann

www.literaturkritik.de

Doch diese Mehrschichtigkeit überfrachtet die Erzählung keineswegs. Nicht zuletzt durch die mit dem Charakter des Instruments Tuba anklingende leise Komik kommt das in moderner Literatur altbekannte Sujet der Schreibblockade auf einmal ganz leicht daher; die Novelle ist – anders als man es bei dem Sujet gewohnt ist – durchaus welthaltig, wenn “Welt” auch “Innenwelt” bedeuten kann. [...] Die Erzählung, die auch beweist, dass das etwas aus der Mode gekommene Genre der Künstlernovelle durchaus noch gegenwartstauglich ist, bildet das Mittelstück einer Trilogie von Künstlernovellen des 54-jährigen Darmstädters Rainer Wieczorek, deren letzter, noch ausstehender Teil Anlass gibt zu hohen Erwartungen.

 

Hier korrelieren die optische Störung bei Beckett und die akustische des Essayisten in ihrem Einfluss auf die Entstehung eines schriftstellerischen Werks. Aus dieser Ausgangslage entfalten sich reichhaltige gedankliche Beziehungen – über den Prozess des Schöpferischen, über die Musik, über des Essayisten Verhältnis zum Cello spielenden Vater, im weitesten Sinne über alle Einflüsse, die das Schöpferische beeinflussen, blockieren können.
Spannend, faszinierend zu lesen, wie Rainer Wieczorek Verknüpfungen herstellt aus der Jetzt-Zeit zur Vergangenheit, jener Becketts und jener des Essayisten, im Nachdenken über Kunst, über Glück, über Schweigen, über Musiker. Kluge Gedanken.
Getrübt wird das Lesevergnügen nur durch den Blick auf den Einband: Die Tuba-Novelle ziert ein Trompetenmundstück. Unverzeihlich.[Anmerkung: Es ist kein Trompetenmundstück! - R.W.]

Monika Eden

Leiterin des Literaturbüros Oldenburg

im Gespräch mit dem Veranstaltungsjournal Mox, 7.3.12

Mich beeindruckt die große sprachliche Präzision, mit der Rainer Wieczorek die “Tuba-Novelle” geschrieben hat. Sie erlaubt ihm ein Höchstmaß an erzählerischer Effizienz: Er setzt keinen Satz und kein Wort zu viel, die Novelle umfasst nur 119 Seiten. Auf diesem knappen Raum gelingt ihm die Zusammenführung einer ganzen Bandbreite von Themen, die er kunstvoll komponiert.

Sven-André Dreyer

www.schreiblust.de

Rainer Wieczorek legt mit der “Tuba-Novelle” erneut ein großartiges Werk moderner und berührender Literatur vor. Wie auch schon in seiner ersten Novelle “Zweite Stimme” begeistert Rainer Wieczorek sprachlich brillant und führt den Leser phantasievoll und einfühlsam durch die Geschichte. Er entwirft dabei, äußerst ansprechend zu lesen, die Gedankenwelt seines Protagonisten, arbeitet diese auf und fesselt den Leser durch seine behutsame, wunderbare Sprache.

 

Andrea Müller-Schmucki

www.nahaufnahmen.ch

Die “Tuba-Novelle” ist eine kurze, sprachlich sehr überzeugende Geschichte über Musik, das Zusammenspielen und über das Schreiben sowie über Schreibhemmungen. Zu empfehlen: allen musikbegeisterten Lesern – und allen lesebegeisterten Musikern.