Der Maler Eduard Senckmann, der im beschaulichen Weikersheim einst die Kirchenorgelfabrik seines Vaters erbte und zu einem Künstlerhaus umbauen ließ, stirbt, form-und-verlustohne ein Testament zu hinterlassen. Da Senckmann zu seiner Verwandschaft jeglichen Kontakt abgebrochen hat, ist die Zukunft des Hauses ungewiss. Auf dem Dachboden befinden sich dreihundert Gemälde, über die wenig bekannt ist. Unten leben und üben junge Musiker, auf die zwei Stockwerke höher ein kleiner Konzertsaal wartet.

Ein eigentümliches Spiel beginnt zwischen Anwesenden und Abwesenden, zwischen Greifbarem und sich Entziehendem, Haltbarem und Unhaltbarem, Form und Verlust.

War die letzte Novelle »Kreis und Quadrat« linear aus der Innensicht des Protagonisten geschrieben, ist der Protagonist von »Form und Verlust« bereits verstorben. Sein Bild entsteht aus den Handlungen und Erinnerungen der Zurückbleibenden, einem vielstimmigen Chor disparater Stimmen und Interessen. Es entsteht aber auch aus der Kraft, die von dessen Malerei ausgeht.

BUCHPREMIERE 29. NOVEMBER, 19.30 UHR STADTKIRCHE DARMSTADT

Rainer Wieczorek, 1956 in Darmstadt geboren, lebt dort mit seiner Frau und seiner Tochter. Schulabbrecher, Musikalienhändler, langjähriger Programmgestalter eines Literaturhauses, nun Lehrer an einer gymnasialen Oberstufe. Seit 2009 erscheinen seine Werke, für die er mehrere Literaturpreise erhielt, im Dittrich Verlag. Große Aufmerksamkeit erfuhren seine Künstlernovellen, mit denen er auf dem internationalen Literaturfestival »Sprachsalz« in Hall/Tirol gastierte. Das Staatstheater Darmstadt beschäftigte sich 2015 an sechs Abenden mit diesen Werken. Die Hörspielfassung der »Tuba-Novelle« von Matthias Baxmann und Ralph Gerstenberg wurde vom MDR 2013 urgesendet und in der Folge von fast allen ARD-Anstalten übernommen.

Rainer Wieczorek liest »Sarabande« aus »Form und Verlust«

Rainer Wieczorek liest »Introduktion zu drei Stimmen« aus »Form und Verlust«

Rainer Wieczorek liest »Thema mit Variation« aus »Form und Verlust«