1951 – 1960

Die Chronik 1951 – 1960

1951

Die Pfälzische Sezession veranstaltete ihre Jahresausstellung vom 5.5. – 3.6.1951 im Historischen Museum, Speyer. Anschließend, vom 10.6. – 1.7.1951, wurde die Ausstellung im Badischen Kunstverein, Karlsruhe gezeigt. Der Pfälzischen Sezession traten als Mitglieder bei: Ernst Gassenmeier und Karl Kunz. Als Gäste stellten aus: Konrad Westphahl und Fritz Winter.Eine Wanderausstellung ging nach Lübeck, Kiel und Flensburg.

Die Neue Pfälzische Gruppe, 1949 gegründet, hatte bisher noch keine Ausstellungen organisiert. Sie strebte eine Fusion mit der Pfälzischen Sezession an.

Walter Krannich, der organisatorische Motor der Pfälzischen Sezession, starb unerwartet am 18.7.1951. Rolf Müller-Landau würdigte ihn mit den Worten: “Er war ein Besessener, ein Mensch von dem gesagt werden kann: die Liebe zur Kunst hat von seinem ganzen Wesen, bis in die feinsten Verästelungen seiner Empfindungswelt, Besitz ergriffen.“ Rolf Müller schlug den Landtagsabgeordneten Willibald Gänger aus Bergzabern als Nachfolger in der Geschäftsführung vor. Frau Clara Krannich, die Witwe Walter Krannichs, legte Wert darauf weiterhin aktiv in der Sezession mitzuarbeiten (1 – 5). Otto Dill trat aus der Pfälzischen Sezession aus.

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Hermann Geibel: Büste Walter Krannich, Katalog 1952

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(1) Pfälzische Sezession, Katalog Speyer 1951
(2) Krannich, Walter, Rundschreiben an die Mitglieder vom 26.4.1951
(3) Müller-Landau, Rolf, Rundschreiben an die Mitglieder, Weihnachten 1951
(4) Reetz, Hans, Die Rheinpfalz Mai 1951
(5) Schöffler, Heinz, Nachruf auf Walter Krannich, Süddeutscher Rundfunk vom 10.7.1951


1952

Die Jahresausstellung der Pfälzischen Sezession im Historischen Museum, Speyer vom 14. 6. – 13.7.1952 wurde zur Gedenkausstellung für Walter Krannich, den verdienstvollen Geschäftsführer der Aufbaujahre der Pfälzischen Sezession. Zur Eröffnung hielt sein Freund W. Hergt die Gedächtnisrede (1). Wegen Walter Krannichs besonderer Beziehung zur Skulptur enthielt der Katalog ausschließlich Abbildungen von Bildhauerarbeiten (2).

Zur Ausstellung waren dieses Mal viele Gäste eingeladen: Rembert Albert; Alo Altripp; Walter Brendel; Hans Dahlem; Edgar Ehses; Reinhard Hess; Jean Leppien; Wilhelm Loth; Max Mertz; Werner Meurer; Max Rupp; Eberhard Schlotter; Heinrich Steiner; Michael Trierweiler und Ernst Weil. Einige von ihnen traten der Sezession später als Mitglieder bei. Willibald Gänger wurde zum Geschäftsführer gewählt. Ernst Gassenmeier starb 1952.

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(1) W. Hergt, In Memoriam Walter Krannich. Gedächtnisrede vom 14.6.1952
(2) Pfälzische Sezession, Katalog Speyer 1952


1953

Die Jahresausstellung der Pfälzischen Sezession wurde – nach der 1. Station im Historischen Museum, Speyer vom 25.4. – 25.5.1953 – an folgenden Orten gezeigt:

Kunstverein Konstanz vom 31.5. – 21.6.1953
Kunstverein Karlsruhe vom 28.6. – 19.7.1953
Kunstverein Kassel im Oktober 1953

Als Gäste nahmen teil: Gottfried Diehl; Werner Heldt; Boris Kleint; Wilhelm Loth; Willi Müller-Hufschmid; Ernst Vogel und Hans Wimmer(1, 2).

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(1) Pfälzische Sezession, Katalog Speyer 1953
(2) Schöffler, Heinz, Süddeutscher Rundfunk vom 27.4.1953

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Erich Schug: Halbakt 1953


1954

Die 9. Jahresausstellung der Pfälzischen Sezession fand vom 19.6. – 30.7.1954 im Historischen Museum, Speyer statt (1). Als neue Mitglieder traten bei: Alo Altripp; Walter Becker und Wilhelm Loth. Gäste waren diesmal: Karl Albiker; Edgar Ehses; Fath-Winter; Karl Langenbacher und Gerhard Wendland. Im Archiv der Pfälzischen Sezession finden sich keine Unterlagen zu diesem Jahr.

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(1) Pfälzische Sezession, Katalog Speyer 1954


1955

Ihre 10. Jahresausstellung feierte die Pfälzische Sezession im Oktober 1955 im Historischen Museum, Speyer. Bei deren Gründung im Jahr 1946 war kaum abzusehen gewesen, dass die Sezession ihre Ausstellungen von Jahr zu Jahr durchführen würde. Die Sezession dankte allen Unterstützern, dem großen kunstinteressierten Freundeskreis, dem Kultusministerium, dem Bezirksverband und nicht zuletzt dem Historischen Museum Speyer für die über Jahre gewährte Gastfreundschaft (1, 2).

Um Freunde und Förderer stärker an die Sezession zu binden, sollte ein „Ring der Freunde der Pfälzischen Sezession“ ins Leben gerufen werden.

Dem Vorstand der Sezession gehörten an: Rolf Müller-Landau (1. Vorsitzender); Theo Siegle (2. Vorsitzender) und Willibald Gänger (Geschäftsführer). Im Katalog wurde erstmals der Beirat der Sezession aufgeführt: Fritz Almaras, Max Metzger, Karl Schultz, Wilhelm Vorholz.

Die Mitglieder der Sezession: Alo Altrip; Curth Georg Becker; Walter Becker; Edgar Ehses; Edvard Frank; Hermann Geibel; Werner Gilles; HAP Grieshaber; Hans Kuhn; Karl Kunz; Kurt Lehmann; Wilhelm Loth; Hans Mettel; Rolf Müller-Landau; Hans Purrmann; Emy Roeder; Hermann Sauter; Rudolf Scharpf; Erich Schug; Fritz Schwarzbeck; Gustav Seitz; Theo Siegle; Will Sohl und Fritz Zolnhofer. Damit verdreifachte sich die Zahl der Mitglieder seit 1946, von 7 (1946) auf 24 (1955).

Als Gäste waren vertreten: Hans Dahlem; Wolfram Huschens; Boris Kleint und Max Mertz.

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(1) Pfälzische Sezession, Katalog Speyer 1955
(2) Rolf Müller-Landau, Willibald Gänger, Rundschreiben zum Jahresende 1955


1956

Die Pfälzische Sezession zeigte 1956 nicht die obligate Jahresschau ihrer Mitglieder, sondern löste einen wesentlichen Punkt ihres Programms ein: die Förderung begabten künstlerischen Nachwuchses.

Junge Maler und Bildhauer aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland stellten aus, sowie die kleine, moderne Künstlergruppe Ex orebro aus Schweden.

Die Teilnehmer waren: Kilian Breier; Hans Dahlem; Oskar Holweck; Michel Croissant; Dieter Fitz; Hermann Beressem; Kurt Bielecki; Ernst Birkheimer; Karl Bohrmann; Endel Köks, Alfred Lapukin; Bengt-Rune Nordström; Lars Spaac; Gerda Henning; Hans Roosen; Hermann Schmidt-Schmied; Hans-Karl Schmitt und Anton Veit.

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Werner Gilles, Versuchung des heiligen Antonius

Anders als in den Vorjahren fand die Ausstellung vom 7.7. – 5.8.1956 diesmal im Stadtmuseum Ludwigshafen statt (1, 2). Im Katalog erteilte HAP Grieshaber in seinem Beitrag den jungen Künstlern den Rat: Glaubt nur euren Augen und eurem Herz.

Rolf Müller-Landau starb am 2.12.1956, er wurde an seinem Wohnort Heuchelheim unter großer Anteilnahme seines Freundeskreises beigesetzt. Mit ihm verlor die Pfälzische Sezession ihre künstlerische Leitfigur und– nach Walter Krannich – ihre zweite wichtige Persönlichkeit bei deren Aufbau (3 – 5). Max Rupp trat der Pfälzischen Sezession bei. Walter Becker trat aus.

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(1) Pfälzische Sezession, Katalog Ludwigshafen 1956
(2) Müller-Landau, Rolf; Gänger, Willibald, Mitgliederrundschreiben vom 19.4.1956
(3) Purrmann, Hans, Brief vom 15.12.1956
(4) Siegle, Theo, Mitgliederrundschreiben zum Jahresende 1956
(5) Schöffler, Heinz, Süddeutscher Rundfunk vom 8.7.1956


1957

Die Jahresausstellung der Pfälzischen Sezession im Kulturhaus Ludwigshafen vom 12.10. – 3.11.1957 stand ganz im Gedenken an den verstorbenen Vorsitzenden Rolf Müller-Landau. Hans Purrmann schrieb in einem Katalogbeitrag: „Ich bin überzeugt, dass die Pfalz gerade ihm besonders viel zu danken hat. Wie hätte sich dort ohne ihn Kultur und Kunstleben zu so erstaunlicher Höhe entwickeln können – mit der Gründung der Pfälzischen Sezession in einer Zeit tiefster Verwirrung, mit den von ihm vorbereiteten Ausstellungen. Die ersten wieder in Deutschland, die ernst genommen wurden und die Anerkennung der gesamtdeutschen Künstlerschaft fanden, deren Beste zur Mitausstellung und zum Beitritt bereit waren.“

Die Gedenkausstellung zeigte ein breites Spektrum aus dem Werk Rolf Müller-Landaus. (1 – 3).

Als Gäste waren eingeladen: Egon Altdorf; Michael Croissant und Waldemar Grzimek. Zum neuen 1.Vorsitzenden wurde Theo Siegle gewählt. Hermann Sauter trat aus der Pfälzischen Sezession aus.

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Fritz Zolnhofer, Der Scharlatan

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(1) Pfälzische Sezession, Katalog Ludwigshafen 1957
(2) Die Rheinpfalz vom 14.10.1957
(3) Bourfeind, E., Saarbrücker Zeitung vom 18.10.1957


1958

In den Jahren 1958 und 1959 fanden keine Ausstellungen der Pfälzischen Sezession statt. Unter den Künstlern wurde die Frage diskutiert, wie es weitergehen solle. Der plötzliche Tod von Rolf Müller-Landau schien zu einer Lähmung geführt zu haben.

Die Künstler diskutierten die Frage nach dem Fortbestand der Pfälzischen Sezession. Der Geschäftsführer Willibald Gänger trat zurück. Für das Jahr 1958 sind im Archiv keine Unterlagen zu finden.


1959

Die Zeit der Verunsicherung war überstanden, die Pfälzische Sezession nahm fünf neue Mitglieder auf: Karl Bohrmann, Michael Croissant, Otto Kallenbach, Johann Georg Müller und Karl Unverzagt. Damit wuchs die Mitgliederzahl auf 27, 10 Bildhauer und 17 Maler und Graphiker. Berthold Roland wurde zum neuen Geschäftsführer gewählt.

Die nächste Ausstellung der Pfälzischen Sezession war für April 1960 im Kulturhaus Ludwigshafen geplant (1, 2).

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(1) Roland, Berthold, Rundschreiben an die Mitglieder Juli 1959
(2) Roland, Berthold, Einblicke. Azur Verlag, 2003, 38 ff 1960


1960

Die Ausstellung der Pfälzischen Sezession fand vom 2.4. – 30.4.1960 im Kulturhaus Ludwigshafen statt und sie war verbunden mit einer Sonderschau der Werke Hans Purrmanns, dem man damit zu seinem 80. Geburtstag gratulierte (1 – 3). Anläßlich der Ausstellungseröffnung wurde Emy Roeder mit dem großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Als Gäste stellten aus: Hans Dahlem und Otto Ditscher.

In der ordentlichen Mitgliederversammlung am 2.4.1960 wurde Fritz Schwarzbeck zum 2. Vorsitzenden gewählt, außerdem wurde Hans Dahlem als neues Mitglied sowie Karl Lochner als neues Beiratsmitglied aufgenommen.

Der Beirat setzte sich folgendermaßen zusammen: Fritz Almaras; Willibald Gänger; Karl Lochner; Max Metzger; Karl Schultz und Wilhelm Vorholz. Die Ausstellungen der Pfälzischen Sezession sollten von nun an in zweijährlichem Rhythmus stattfinden, die nächste im Frühjahr 1962 (4).

Wilhelm Vorholz, Beiratsmitglied, der sich immer in selbstloser Weise um den Aufbau der Ausstellungen verdient gemacht hatte, starb 1960.

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(1) Pfälzische Sezession, Katalog Ludwigshafen 1960
(2) Schmidt, Frankfurter Allgemeine vom 22.4.1960
(3) Hecker, Kurpfalz 11/2 vom 30.5.1960
(4) Protokoll der Mitgliederversammlung vom 2.4.1960
(5) Theo Siegle, Fritz Schwarzbeck, Rundschreiben zum Jahreswechsel, Januar 1961

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Emy Roeder, Selbstportrait


(Verfasser Peter Siegle. Juli 2011)