Joe Sachse – Gitarre, Heiner Reinhardt – Bassklarinette
Rainer Lind – Gitarre, Jörg Fischer – Schlagzeug

HELMUT »JOE« SACHSE

Helmut „Joe“ Sachse (*1948 in Mittweida), entstammt musikalisch der ostdeutschen Jazzszene, mit deren Vertretern er fast ausnahmslos zusammenspielte. Darüberhinaus trat er mit anderen internationalen Musikern auf: Carmell Jones, Leo Wright, Mighty Flea Conners, Charlie Mariano, John Tchicai, John Marshall, David Moss, Peter Brötzmann, Tony Oxley, Jack Bruce, Han Bennink und Albert Mangelsdorff. Ab den 90er Jahren begann er Standards auch aus der Rockmusik zu übernehmen. Seine charakteristische Spielweise brachte ihm Etikettierungen wie „Jimi Hendrix der Jazzgitarre“, „Hohepriester“ oder „Hexenmeister“ der Elektrogitarre ein. Die Frankfurter Rundschau schließlich kührte ihn zum „Größten unbekannten Gitarristen Deutschlands“.
1990 wurde seine zweite Soloplatte mit der „Goldenen Amiga“ ausgezeichnet.


 HEINER REINHARDT

Heiner Reinhardt, 1952 in Thüringen geboren, studierte an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ Berlin Saxophon. Danach wirkte er im Andreas-Altenfelder-Quintett und ist seit den achtziger Jahren ständiges Mitglied des Manfred-Schulze-Bläserquntettes. Später arbeitete er mit seinem eigenen Ensemble „Entropie“, wirkte in vielen Workshopformationen mit und sammelte Erfahrungen in verschiedenen Performance- und multimedialen Projekten. Mit dem Gitarristen Joe Sachse verbindet ihn eine lange gemeinsame Tätigkeit. Er ist Mitglied des in den neunziger Jahren gegründeten Bläserensembles „Talam“ unter der Leitung Gebhard Ullmans. Seine ausgedehnte Konzerttätigkeit machte ihn bekannt mit den führenden Musikern der europäischen Improvisationsszene, er spielte auf vielen namhaften Jazzfestivals in Europa und Amerika, darunter auf dem Jazz Fest Berlin, in Nürnberg, Moers, Le Mans, Vancouver, Toronto, Nickelsdorf, zu den Salzburger Festspielen.

RAINER LIND

Rainer Lind – E-Gitarre – der “sehr kommunikativ und offen für alles Experimentelle und Grenzüberschreitende” ist, wie AR PENCK es so treffend beschreibt. Rainer Lind ist Maler, mehrfach mit Kunstpreisen und Stipendien versehen, ein Wanderer zwischen Leinwand und Gitarre. Er hat sein Gitarristen-Handwerk mit der Klassischen Gitarre bei Eberhard Drewniok erlernt. 1986 gründete er das Darmstädter Quartett. In den folgenden Jahren war er dann mit Peter Brötzmann, Joe Sachse, Werner Cee, Michael Wertmüller u.a. unterwegs. Sein impulsives, expressives und atemloses Spiel polarisiert: “Mit Rückkopplungen und Loops konnte so schnell die Interaktion von Brötzmann und Lind angereichert und in ein wahres Klanginferno überführt werden. Er ließ den Zuhörer öfter ahnen, was ein musikalisches Schleudertrauma ist. Dergestalt in die Klangturbine versetzt, beruhigten nur die Blickwechsel zwischen den Musikern: Hier wurde der gellende Klangexzess, die brodelnde Klangmaterie von mit größtem Bedacht
vorgehenden Köchen angerührt.” Bernhard Uske / Frankfurter Rundschau

JÖRG FISCHER

Jörg Fischer spielt seit Mitte der 80er Jahre Schlagzeug und war zunächst in der südniedersächsischen Lokalszene als experimentierfreudiger Rockdrummer tätig. Nach Entdecken des Free Jazz hat Fischer sich an eine Musikerlaufbahn gewagt, und Mitte der 90er Jahre in Mainz ein Jazz-Schlagzeugstudium bei Janusz Stefanski absolviert. Inzwischen lebt er in Wiesbaden und ist aktiv in der dortigen Kooperative New Jazz e.V.. Sein stilistischer Schwerpunkt ist seit vielen Jahren der Free Jazz, darüberhinaus ist Fischer an kammermusikalisch improvisierenden Ensembles beteiligt, die eine klangliche Nähe zur klassischen Avantgarde aufweisen. Weiterhin spielt er in elektrifizierten Ensembles, die stilistisch eher in Richtung freeform-Noiserock gehen.
Zu Jörg Fischers musikalischen Aktivitäten der letzten Jahre gehören Konzerte und CD-Veröffentlichungen mit Georg Wolf, Christof Thewes, Matthias Schubert, Peter Brötzmann, Mark Charig, Uwe Oberg, Martin Speicher, Michael Denhoff und vielen mehr.