Schnittprogramme

Es gibt nicht das eine perfekte Schnittprogramm, jedes hat seine vor und Nachteile und im Endeffekt und für welches man sich entscheidet ist eher Geschmackssache. Hat man eines der Programme verstanden funktionieren sie jedoch alle ähnlich und es lässt sich auch gut umlernen, wenn später doch ein anderes Programm passender erscheint.

Viele günstige Programme werben mit vielen aufwändigen Übergängen und Videoeffekten. In der Regel sind jedoch über 90% der Schnitte sogenannte harte Schnitte bei denen eine Einstellung übergangslos auf die nächste Folgt. Harte Schnitte können in allen Programmen durchgeführt werden.

Das beste Programm ist, das zu dem man Zugang hat. Wir schreiben keine Software vor und die Entscheidung liegt bei euch. Auch auf dem Smartphone oder Tablet lassen sich heute Videos zusammenschneiden und zu einem Film verbinden. In der Regel lässt sich eine Software auf dem Rechner sehr viel präziser bedienen und der Umgang mit mehreren Videoquellen ist weniger problematisch.

iPhone/Android

iMovie (iOs)

Apples eigenes Videoschnittprogramm ist für alle iPhone/iPad Besitzer kostenlos im AppStore erhältlich und ist mit seiner Apple Typischen Oberfläche sehr Benutzerfreundlich und wahrscheinlich das beste schnitt Programm für iOs.

 

Adobe Premiere Clip (iOs und Android)

Adobe versucht mit seiner Clip App an seine Desktop Software anschließen. Sie ist sowohl für iOs als auch für Android verfügbar.

 

Andere

Es gibt für alle mobile Plattformen eine Vielzahl an Apps, die in der Regel jedoch alle ähnlich funktionieren.

Mac/PC

iMovie

Apples iMovie kommt mit jedem Macintosh ausgeliefert oder kann kostenfrei über den Mac AppStore geladen werden. Das Programm hat eine aufgeräumte Nutzeroberfläche und ist erstaunlich leistungsstark! Leider kann es nur auf einer Mac Hardware verwendet werden.

 

Final Cut

Apples Final Cut ist im Prinzip ein ausgewachsenes iMovie mit einer ähnlich aufgeräumten Nutzeroberfläche, es ist jedoch um einige Funktionen reicher. Das Programm wird auch im Professionellen Umfeld verwendet. Eine kostenlose Testversion lässt sich auf der Website herunterladen und eine Vollversion gibt es inkl. Updates zum Festpreis. Es empfiehlt sich für Nutzer die ausschließlich mit Mac arbeiten (Auch dieses Programm lässt Apple nur auf der eigenen Mac Hardware installieren) und die an die Grenzen von iMovie gestoßen sind.

 

AVID Media Composer

Das Videoschnittprogramm von AVID findet seine Nutzer eher in großen und älteren Medienhäusern.

 

Adobe Premiere Pro (Empfehlung 1)

Das umfangreiche Schnittprogramm von Adobe ist für sehr viele freischaffende Videographen das Mittel der Wahl. Neben allen Grundfunktionen bietet es eine elegante integration von den anderen Adobe Softwareprodukten wie Photoshop und After Effects (Photoshop für Bewegtbild). Eine kostenlose 30 Tage Testversion der Creative Cloud lässt sich auf der Website herunterladen. Alle bestehenden Creative Cloud Abonnenten können das Programm kostenlos über ihren Creative Cloud Desktop Client installieren!

 

Davinci Resolve (Empfehlung 2)

Die Software Davinci Resolve von der Firma Blackmagic Design ist eigentlich ein High-end Farbbearbeitungsprogramm aus Hollywood! Das Programm wird kontinuliertlich erweitert und beinhaltet mittlerweile einen vollwertigen Bereich für Videoschnitt. Neben einer kostenpflichtigen Version wird auch eine kostenfreie angeboten, die nur unwichtige Funktionen wie Server Rendering auslässt. Unterstützt werden Windows Mac und Linux. Jedem der einen umfangreichen Editor sucht und noch keine der oben genannten Optionen besitzt ist hiermit sehr gut beraten!

 


Formate, codec & co

Videos können in unterschiedlichen Formaten und Auflösungen vorliegen und ausgegeben werden. Je nach Einsatzzweck bieten sich andere Einstellungen an. In der Regel wird versucht vor der Verarbeitung möglichst viel Bildinformation im Bild zu erhalten um möglichst viel Flexibilität im Schnitt zu erhalten. Nach dem Schnitt wird oft versucht die Dateigröße weitgehend zu verringern um zum Beispiel einen Datentransfer so einfach wie möglich zu gestalten.

Auflösung:

Ähnlich wie bei einem Foto oder Rendering beschreibt auch beim Film die Auflösung wie hoch aufgelöst ein einzelnes Bild ist. Das wohl gängigste Format ist 1080p Full HD und beschreibt ein Bild von der Größe 1920*1080 pixeln. In Werbezeitschriften ist häufig die Rede von 4K UHD. Der Name kommt daher, dass das Bild knapp 4.000 pixel in der Breite hat mit einer auflösung von 3.840*2.160 pixel. Damit hat UHD eine viermal so große Fläche wie full HD. Auch wenn das Projekt in full HD ausgegeben werden soll kann es sich lohnen ein Interview in 4K aufzunehmen um damit im Schnitt die Möglichkeit zu erhalten nur einen Ausschnitt des Bildes zu zeigen.

 

Seitenverhältnis:

Unterschiedliche Seitenverhältnisse verändern die Wahrnehmung des Videos. Einerseits kann eine Bildkomposition ganz anders aufgebaut werden, andererseits verknüpft das Unterbewusstsein ein neues Video immer mit schon gesehenen Videos und kategorisiert diese. Dazu gehört auch das Seitenverhältnis, ein Film in 4:3 erinnert an einen alten Röhrenfernseher und Fernsehen von HD Zeiten. Bei einem Film im CineScope Breitbild erinnert an große Kinofilme. Gängig ist aktuell das HD Seitenverhältnis von 16:9. Auch mit außergewöhnlichen Formaten wie quadratisch oder kreisrund lassen sich Spannende Videos erstellen!

 

Bildrate:

Video ist im Kern nur eine Abfolge von Einzelbildern, die dann eine Illusion von einer Bewegung ergeben. In Deutschland läuft ein Video in normaler Geschwindigkeit mit 25 fps (Frames per Second. Also Bilder/Sekunde).

 

Codec:

Ein Video wird in einem Dateicontainer abgespeichert und mit einem bestimmten Codec komprimiert. Die gängigste Kombination ist ein MPEG-4 Container (die Datei bekommt die Endung .mp4) und einer H.264 Komprimierung. In diesem Format ist das Video auf fast allen Geräten und Videoplattformen abspielbar. Viele Kameras haben jedoch die Möglichkeit in größeren Formaten zu filmen und in der Datei noch mehr Bildinformationen zu speichern. Beispiele sind: AVCHD, ProRes oder Cinema DNG.