Mythos und Form Ausstellungseröffnung: Sonntag, 25. März 2012 um 11.00 Uhr in den Räumen des Kunst Archiv Darmstadt. Zur Eröffnung sprechen:
Er gehört zu den schillerndsten Gestalten der Darmstädter Kunstszene nach dem Zweiten Weltkrieg: Georg von Kovats befruchtete und regte wie kaum ein anderer mit seinem Werk und seiner Persönlichkeit die Kunstszene Darmstadt der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts an. Das Kunst Archiv Darmstadt zeigt anlässlich des 100. Geburtstags des Bildhauers eine umfangreiche Retrospektive. Die Ausstellung, die in den Räumen des Kunst Archivs stattfindet und fast fünf Monate zu sehen sein wird, gibt einen großen Überblick über das bedeutende plastische Werk von Georg von Kovats im Kontext seiner europäischen Anbindung innerhalb der Skulptur des 20. Jahrhunderts. Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf dem plastischen Werk mit rund 30 bis 40 kleineren und mittleren Arbeiten. Geplant ist zusätzlich, auf einem begrünten Platz vor dem Kennedyhaus drei Großplastiken, geordnet als rhythmische Gruppe, aufzustellen. Parallel zur Ausstellung der Bronzeplastiken, Holz- und Steinskulpturen, werden frühe Zeichnungen und Entwürfe und freie malerische Arbeiten seit den fünfziger Jahren zu sehen sein. Eine Vitrinen-Ausstellung mit Fotos, Dokumenten zu Leben und Werk, Skizzenbüchern, Briefwechsel und anderem biographischem Material wird die Ausstellung dokumentarisch abrunden. Georg von Kovats wurde am 12. Februar 1912 in Klausenburg/Siebenbürgen geboren. Nach dem Abitur in Bratislava 1931, studierte er an der Werkkunstschule in Wien und an der Kunstakademie in Budapest Bildhauerei. Nach dem Studium schloss sich ein längerer Studienaufenthalt in Florenz an. 1936 setzte er seine akademische Ausbildung an der Dresdner Kunstakademie in der Klasse von Karl Albiker fort. Während des Studiums reiste Kovats nach Paris und Rom, um vor Ort die Werke der französischen Moderne und die klassische Kunst Italiens und Griechenlands zu studieren. 1938 übersiedelte Georg von Kovats nach Berlin, setzte sein Studium an der Hochschule der Bildenden Künste fort und schloss als Meisterschüler von Richard Scheibe ab. Kovats schloss sich in Berlin dem Freundeskreis um das Künstlerhaus in der Klosterstraße an, dem Hermann Blumenthal, Werner Gilles, Ludwig Kasper, Käthe Kollwitz und Gerhard Marcks angehörten. Am Ende des Krieges verließ Kovats Berlin und ließ sich mit seiner Familie in Gauting nieder. Er beteiligte sich 1949 an der Ausstellung „Kunst in Deutschland 1930 bis 1949“ in Zürich und an der Ausstellung „Das Menschenbild in unserer Zeit“, die die Neue Darmstädter Sezession 1950 in Darmstadt veranstaltete. 1948 erhielt er ein Stipendium, das mit einem längeren Aufenthalt in Paris verbunden war. Dort kam Kovats in Kontakt mit Künstlern der École de Paris, die nach 1945 im Zeichen der Abstraktion stand. Durch die Anregungen in Paris fand der von einem figürlichen Neuklassizismus herkommende Bildhauer zur abstrakten Skulptur und entwickelte seine eigene Bildsprache, die er oft mit mythologischen Motiven verband. In Frankreich hatte er Verbindungen zu Alberto Giacometti und Jean Arp und wurde in den fünfziger Jahren Mitglied des Künstlerkreises Montrouge. Parallelveranstaltungen Donnerstag, 03. Mai 2012 um 19.30 Uhr Die Berliner Kunsthistorikerin Frau Prof. Christa Lichtenstern wird über die großen Entwicklungslinien der Bildhauerei im 20. Jahrhundert sprechen. Im Mittelpunkt ihrer wissenschaftlichen Arbeit steht das Skulpturale im künstlerischen Schaffen der Moderne. In ihrer Dissertation beschäftigte sie sich intensiv mit dem bildnerischen Schaffen von Ossip Zadkine und verfasste gerade ein substanzielles Buch zum Werk Henry Moores. Ein Schwerpunkt des bebilderten Vortrags wird auf dem Biomorphismus in der Skulptur zwischen Zadkine und Moore, Giacometti und Arp liegen. In diesem Spannungsfeld verortet sie die eigenständige plastische Arbeit Georg von Kovats. Im Rahmen ihrer akademischen Arbeit betreut Frau Prof. Lichtenstern eine Dissertation über das bildhauerische Werk des Künstlers. Donnerstag, 14. Juni 2012 um 19.30 Uhr Donnerstag, 21. Juni 2012 um 19.30 Uhr Larissa Ramscheid, die als wissenschaftliche Volontärin am Edwin Scharff Museum in Neu-Ulm tätig ist, hat gerade ihre Dissertation über das Werk von Georg von Kováts abgeschlossen. In ihrem bebilderten Vortrag geht sie dem Mythos und der mythologischen Motivik im Werk des Bildhauers nach. In den Räumen des Kunst Archivs, Eintritt Euro 5,- / für Mitglieder frei Donnerstag, 30. August 2012 um 19.30 Uhr Der Bildhauer Georg von Kovats prägte mit seinem künstlerischen Werk, mit seinem großen Wissen um die Skulptur seiner Zeit und vor allem mit seiner Menschlichkeit das geistige Klima der Darmstädter Kunstszene nach 1945. In den Räumen des Kunst Archivs, Eintritt Euro 5,- / für Mitglieder frei Sonntag, 02. September 2012 um 15.00 Uhr Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Kunst Archiv zu sehen: Dienstag, Mittwoch und Freitag 10.00-13.00 Uhr, Donnerstag 10.00-18.00 Uhr. Plakat: Das Plakat zur Ausstellung kann im Kunst Archiv für 6 Euro erworben werden.
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