Dauer der Ausstellung: 9. Oktober 2011 bis 4. März 2012 Beteiligte Künstler:
Ausstellungseröffnung: Sonntag, 9. Oktober 2011 um 11.00 Uhr in den Räumen des Kunst Archiv Zur Begrüßung spricht der Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, Jochen Partsch Parallelveranstaltungen: Performance Donnerstag, 17. November 2011 um 19.30 Donnerstag, 8. Dezember 2011 Anlässlich des 120-jährigen Jubiläums der Textilwerkstatt am Elisabethenstift findet vom 26. November bis 18. Dezember 2011 ein Sechs-Farben-Projekt in Kooperation mit der Stadtkirche Darmstadt und der Darmstädter Kantorei statt. Es wird durch die Werkstattleiterin und Künstlerin Marie-Luise Frey konzipiert und umgesetzt. Mittwoch, 25. Januar 2012, um 18.30 Weitere Veranstaltungen, Vorträge zur Ausstellung, Führungen und ein Gespräch mit Künstlern der Ausstellung zum Thema „Textiles als Medium in der Kunst“ sind für Anfang 2012 geplant.
Entlang des Fadens Das Kunst Archiv Darmstadt zeigt unter dem Titel „Entlang des Fadens - Das Textile als Medium der zeitgenössischen Kunst“ Arbeiten von Künstlern, die für sich textile Materialien und textile Techniken als wichtiges Medium ihrer Kunst entdeckt haben. Diese Wertigkeit des Textilen als Werkstoff des Künstlers im 21. Jahrhundert wird exemplarisch in seinen vielschichtigen Erscheinungs- und Anwendungsformen an rund 80 Arbeiten von 20 Künstlern thematisiert. Die Palette ist breit gesteckt und umfasst künstlerische Positionen wie Skulptur, Zeichnung, Neue Medien, Malerei, Environment, Fotografie und Performance. Das Sticken und Stricken, das Klöppeln und Weben, das Applizieren mit Stoff und mit Garn, das Filzen und Flechten waren noch im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert die Domäne der Frau und als Technik und Material im Kunsthandwerk verortet. Die zeitgenössische Kunst sieht neben dem Interesse am textilen Material in der Auseinandersetzung mit der langen Tradition der altbekannten Techniken mit ihren kulturell überlieferten Bedeutungsebenen eine Herausforderung. Für die Ausstellung konnten namhafte Künstler gewonnen werden: Angelika Summa präsentiert eine Performance mit „Haute Sculpture“-Objekten; Birgit Cauer, die vielschichtig arbeitende Schöpferin von surrealen Environments und Objekten; Sonja Weber, die Weberin, die fotografisch anmutende Landschaften, Wolken- und Wasserflächen im Jaquard-Gewebe künstlerisch umsetzt; Ingke Günthers textile Texte, Schimpfworte und poetische Blumenbilder; Bettina Lüdickes verflochtene Draht-Skulpturen ohne Schwere und Dina Rautenberg, die mit ihrer Nähmaschine auf kunstvolle Weise Geschichten erzählt; Denise Bettelyouns Arbeiten, die auf subversive Art und Weise die Möglichkeiten des Gestricks untersucht. Ankabuta, die diesjährige Charlotte- Prinz- Stipendiatin, stickt große geometrische „Bilder“ auf Filz oder Wachstuch. Sigrid Awizio, Cao Guimaraes, Juliana Jaeger, Ulrike Kessl, Christofer Kochs, Anila Rubiku und Peter Weber vertreten jeweils ihre sehr eigene Position im Reigen der Ausstellung und machen mit ihren Arbeiten die Weite des Themas deutlich. Bedingt durch die einkleidende Funktion ist die Textilie unmittelbar mit dem menschlichen Körper verbunden. Sie ist Stifter von Identität, Geschlecht, Körperlichkeit, von Materialität, aber auch ein Mittel der Repräsentation und der Verkörperung sozialer Stellung. Gleichzeitig ist ihre Materialität mit dem Fühlen und Tasten und allen anderen Sinnen verbunden, so dass ihre Präsenz sinnliche Wahrnehmung heraufbeschwört. Im Vordergrund stehen Oberfläche, Haptik und Struktur.
Ankabuta (Songie Seuk), Korea/Darmstadt
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