PROGRAMM 2. HALBJ. 2014

FR 05-09-2014

Sommerfest im Kennedyhaus
Raumkunst, Videoinstallation, Film, Musik und Führungen

1994 wurde ein Forum für die Literatur im Kennedyhaus gegründet. Danach zogen nacheinander mehr als 20 Kulturvereinigungen ein. 1998 hat das Kunst Archiv Darmstadt e.V. seine Räume von der Stadt Darmstadt erhalten und ist bis heute dankbar dafür!

Am 5. September 2014 ab 16 Uhr sind die Türen aller Vereine weit geöffnet! Wir haben in unseren Räumen ein lebendiges und vielstimmiges Programm vorbereitet und wollen an diesem Tag auch die Ziele und die Arbeit des Archivs vorstellen.

Um 16 Uhr wird das Kunst Archiv mit einer kurzen Begrüßung und mit Akkordeon-Musik von Victor Pribylov, der die Veranstaltung musikalisch begleitet, geöffnet. Danach finden Führungen mit Uschi Troeger, Monika Hein und Claus K. Netuschil statt, ein Kurzvortrag von Thomas Reinheimer, Filme und eine Rauminstallation: Mit „GOLDEN untersucht Karwath+Todisko Schwerkraft und Schwerelosigkeit. Die Rauminstallation besteht aus verschiedenen Materialien, die durch ihre Leichtigkeit der Thermik unterworfen sind. Nicht zuletzt die Betrachter beeinflussen durch ihre Anwesenheit das Verhalten des temporären Aufbaus.“

Ein weiterer Programmpunkt sind eine Videoinstallation und mehrere Kurzperformances von Mila Burghardt: „WAS MAN DIE ABSOLUTE REALITÄT NENNEN KÖNNTE – So ist es eben. Ist doch klar. Unumstößlich, offensichtlich so. Und je mehr wir um die Realität besorgt sind, umso mehr müssen wir uns auf den Anschein verlassen. Mila Burghardt zeigt Videoinstallationen und Performances im Zwischenraum von Konstruktion und Welt. Bestandsaufnahme, Spiel, Frage. Zwischen Innen und Außen, Ideal und Verkehrung, Ironie und Bitterernst.“ Ein genauer Terminplan der Programmabfolge liegt rechtzeitig im Kunst Archiv vor.

Beginn: 16.00 Uhr in den Räumen des Kunst Archivs (bis ca. 22.30 Uhr)
Eintritt für alle Besucher frei, Spenden willkommen.
Getränke und Snacks zu kleinen Preisen.

DO 11 bis 26-09-2014

Das Feuer fraß die halbe Stadt.
Bilder zur Brandnacht: Ausstellung

Das Datum des 11. Septembers 1944 markiert den schlimmsten und nachhaltigsten Einschnitt in die Geschichte der Stadt! Rund acht Monate vor dem Ende des 2. Weltkriegs wurde Darmstadt durch einen gezielten und planmäßig durchgeführten Luftangriff der Royal Airforce in der Kernstadt zu fast 80 % zerstört, die Altstadt völlig ausradiert und über 12.000 Menschen verloren bei dem Feuersturm, den der vernichtende Fliegerangriff verursachte, ihr Leben. Um 23.25 Uhr heulten in Darmstadt die Sirenen. Um 23.48 Uhr markiert die englische Luftflotte, die aus mehr als 200 Bombern bestand, die wehrlose Stadt mit Leuchtmittel. Der Angriff begann um 23.55 Uhr, die Flächenbombardierung mit über 200.000 Bomben endete nach 20 Minuten.

Der Maler Karl Deppert erlebte die Brandnacht mit seinem Sohn Fritz in der oberen Rheinstraße: „Schon fielen die ersten Bomben. Geröllstaub drang in den Keller, die Wände bebten, mit jedem Einschlag schien das Verderben näher zu kommen … Taghell brannte die Rheinstraße. Dachbalken stürzten lodernd auf sie herab. Die Bäume glichen knisternden Fackeln. Unser Haus stand in hellen Flammen. Auf der gegenüberliegenden Seite brannten die Häuser schon bis in die Schaufenster, unter ohrenbetäubendem Lärm brach das Haus der Firma Papier-Lautz zusammen.
Mächtige Flammenwände ringsum. Ein orkanartiger Feuersturm jagte über die mit brennenden Trümmern übersäte Straße … Immer noch krepierten Bomben und Zeitzünder. Endlich wagten wir uns zum Monument durchzuschlagen. Ein Feuersturm überfiel uns, ließ uns wie Betrunkene wanken, wer fiel, starb. Funken, brennende Holzstücke, Fetzen lodernder Dachpappe prasselten auf uns herab.“

Aus eigenem Erleben des Luftangriffs und der Brandnacht und inmitten der entstandenen Darmstädter Trümmerlandschaft malten Künstler ihre traumatischen Erlebnisse und bannten den Schrecken aufs Papier oder die Leinwand. Im Zentrum der Ausstellung stehen, neben den Fotos der zerstörten Stadt, der siebenteilige Temperazyklus von Karl Deppert, das große Triptychon „11./12. September 1944“ von Ernst Vogel, die Darmstädter Ruinen-Landschaften von Annelise Reichmann und Arbeiten anderer Künstler, wie Willi Hofferbert, Eberhard Schlotter und Marcel Richter.

Neben den bildhaften Äußerungen der Darmstädter Künstler, umfasst die Ausstellung die trostlosen Fotos der zerstörten Stadt. Der eigentliche Angriff und das flammende Inferno sind weder in Fotos noch im Film dokumentiert. Die Ausstellung ist eine gemeinsame Veranstaltung des Kulturamtes der Stadt Darmstadt, des Stadtarchivs und des Kunst Archiv Darmstadt e.V. und ist eingebunden in eine Vielzahl von Veranstaltungen zum Gedenken an die Brandnacht vor 70 Jahren.

Am Donnerstag, 11. September um 17.00 Uhr eröffnen der Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, Jochen Partsch und der 1. Vorsitzende des Kunst Archivs gemeinsam die Ausstellung.
Beginn: 17.00 Uhr in den Räumen des Kunst Archivs

Eintritt für alle Besucher frei.

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Bitte beachten Sie unsere erweiterten Öffnungszeiten:

Di–Fr 10–18 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr, Mo geschlossen

FR 19-09-2014

„Ein Feuersturm überfiel uns“ Erinnerungen von Zeitzeugen

Aart Veder liest Texte zur Brandnacht
Nach der unfassbaren und unvorstellbaren Katastrophe der Darmstädter Stadtzerstörung haben viele Menschen, die den Feuersturm und das Inferno unmittelbar miterlebt haben, ihre Erinnerungen an die Brandnacht aufgeschrieben und festgehalten. Der Darmstädter Schauspieler Aart Veder liest inmitten der Ausstellung aus Texten, Erinnerungen und Gedichte. Mit dieser Lesung wollen wir, so wie mit der Ausstellung, an das grauenvolle Geschehen der Brandnacht vor 70 Jahren erinnern. Beides ist eine Mahnung an die Nachgeboren und ein stetes Gedenken an die Toten der Nacht des 11./12. Septembers 1944.

Beginn: 19.30 Uhr in den Räumen des Kunst Archivs
Eintritt: 5 Euro, für Mitglieder frei

SO 21-09-2014

Brandnacht Bilder: Führung durch die Ausstellung

Der Kurator der Ausstellung Claus K. Netuschil spannt bei seinen beiden Führungen einen weiten Bogen von den Werken, die unmittelbar nach dem schrecklichen Ereignis entstanden sind bis hin zu den Nachwirkungen, die sich auch in den späteren Bildern der beteiligten Künstler niederschlagen.

Beginn: 11.00 Uhr und 17.00 Uhr
Eintritt: 5 Euro, für Mitglieder frei

SO 12-10-2014

30-jähriges Bestehen des Kunst Archiv Darmstadt e.V.
Festcollage, Ausstellungseröffnung und Auktion

Am 10. Oktober 1984 gründete Claus K. Netuschil mit einem kleinen Kreis Kunstinteressierter das Archiv Darmstädter Künstler e.V. Ziel der neu gegründeten Vereinigung war es, das Kunstgeschehen der Stadt und die biographischen Daten der seit dem späten 17. Jahrhundert bis heute hier wirkenden Künstler dokumentarisch zu erfassen. Inzwischen ist das Kunst Archiv zu einem Ort der Dokumentation und zugleich zu einer umfangreichen Bibliothek, einer Kunstsammlung und einem Nachlass-Archiv geworden, das zudem den rund 550 Mitgliedern ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Führungen, Ausstellungen, Ateliertreffen, Kunstreisen, Vorträgen u.a. bietet.

Am Sonntag, 12. Oktober 2014 von 11 bis 18 Uhr feiert das Archiv den gesamten Tag seinen 30. Geburtstag! Um 11 Uhr sprechen der Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, Jochen Partsch und der Gründer des Archivs, Claus K. Netuschil.

Cello und Laute, gespielt von Mikhail und Vasily Antipov, sorgen musikalisch für den festlichen Rahmen. Neben Ausstellungseröffnung und einer Auktion ab 16 Uhr gibt es Lesungen, Führungen und ein Concertino. Ein genauer Programmablauf geht den Mitgliedern gesondert zu und liegt an dem Festtag für alle Besucher aus. Für Getränke und Snacks ist gesorgt.

Beginn: 11.00 Uhr in den Räumen des Kunst Archivs
Eintritt für alle Besucher frei, Spenden willkommen.

SO 12-10-2014

Von Eugen Bracht bis Pierre Kröger
Darmstädter Bilderschatz von 1900 bis 2000: Ausstellungseröffnung

Als großzügige Schenkung der HEAG kamen rund 100 bedeutende Bilder Darmstädter Künstler in den Sammlungsbestand des Kunst Archivs, die in dieser Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. Alle Stiltendenzen des 20. Jahrhunderts umfassend, von der Jahrhundertwende über den Expressionismus und die Neue Sachlichkeit zum malerischen Realismus, zur Abstraktion der 50er und 60er Jahre und den sehr individuellen künstlerischen Handschriften des ausgehenden 20. Jahrhunderts, ist die Ausstellung ein Spiegel der Darmstädter Kunst von 1900 bis 2000. Die Ausstellungseröffnung ist Teil unseres Jubiläumstages anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Kunst Archivs.

Der Oberbürgermeister unserer Stadt, Jochen Partsch, der Vorsitzende der HEAG Holding, Dr. Markus Hoschek und Claus K. Netuschil, der die Ausstellung zusammengestellt und kuratiert hat, werden die Ausstellung um 11 Uhr gemeinsam eröffnen.
Im Rahmen der Ausstellung wird im Februar 2015 eine berufene Runde über die öffentliche und private Obsession Kunst zu sammeln unter dem Titel „Sammeln in Darmstadt“ ein Gespräch führen. Nach kurzen Statements aller Beteiligten wird auf dem Podium über historische Wurzeln und aktuelles Sammeln in Darmstadt diskutiert.
Zur Ausstellung erscheint ein bebilderter Katalog.

Beginn: 11.00 Uhr in den Räumen des Kunst Archivs
Eintritt für alle Besucher frei, Spenden willkommen.

SO 12-10-2014

Benefiz-Auktion fürs Kunst Archiv

50 hochrangige Kunstwerke, zum überwiegenden Teil von Darmstädter Künstlern, werden ab 16.00 Uhr zu Gunsten des Kunst Archivs versteigert. Mit dem Erlös erhält die Arbeit des Archivs eine, so hoffen wir, substanzielle, finanzielle Förderung. Es kommen Bilder von Erich Colm-Bialla, Leo Leonhard, Esteban Fekete, Bruno Müller-Linow, von Pierre Kröger u.v.a. zum Aufruf. Eine Auflistung mit Abbildungen und den niedrig angesetzten Schätzpreisen liegt im Kunst Archiv rechtzeitig aus. Die Arbeiten können vorher besichtigt werden.

Beginn: 16.00 Uhr in den Räumen des Kunst Archivs

DO 23-10-2014

Hans Christiansen: Die Retrospektive
Führung durch die Ausstellung auf der Mathildenhöhe

Das Werk eines der wichtigsten Künstler der Darmstädter Künstlerkolonie, Hans Christiansen (1866-1945) zeigt das Institut Mathildenhöhe in einer Retrospektive zum Gesamtwerk. Christiansen zählt zu den bedeutendsten Vertretern des Jugendstils, insbesondere mit seinen Entwürfen auf dem Gebiet des Kunstgewerbes. In Paris zum Künstler gereift, wurde er 1899 von Großherzog Ernst Ludwig nach Darmstadt berufen, wo er zu den ersten sieben Mitgliedern der Künstlerkolonie gehörte. Auf der Mathildenhöhe blühte er auf und tat sich als genuiner Gesamtkunstwerker in Malerei, Architektur und angewandter Kunst so wie als Gestalter von Lichtfesten hervor. Die Retrospektive präsentiert sein Haus auf der Mathildenhöhe, Zimmereinrichtungen, Glasfenster, Schmuck, Plakate, Gemälde, Zeichnungen, Textilkunst und Keramik in verschiedenen Raum-Ensembles, darunter auch bislang Unbekanntes, wie seine Mode- und Plakatentwürfe aus den 20er Jahren. Der Kurator, Dr. Philipp Gutbrod, führt die Mitglieder des Kunst Archivs.



Beginn: 16.30 Uhr
Treffpunkt: Foyer des Ernst Ludwig-Hauses

Eintritt: 5,00 Euro, für Mitglieder frei.

29-10 bis 02-11-2014

Paris: Metropole der Kunst – Jubiläumskunstreise 2014

Nur zu gern haben wir dem Wunsch unserer Mitglieder entsprochen, im 30. Jahr des Bestehens des Kunst Archivs einen herausragenden europäischen Ort der Kunst zu besuchen. Es hätte auch Florenz oder Venedig sein können, aber mit seltener Einstimmigkeit votierten unsere Mitglieder für Paris als Kunstmetropole, die sie heute noch immer und ungebrochen ist. Thomas Huth von „rundum-kultur“ bereitet die Reise vor und leitet sie, wie bereits die Kunstreisen der vergangenen Jahre. Es wird mehrere unterschiedlich gewichtige Führungen durch Paris geben: Wir besuchen das Künstlerviertel Montmartre, auch den dortigen Friedhof, wir werden die Île de la Cité erkunden und besuchen Notre Dame und Saint Chapelle. Auf dem Plan stehen diverse, vor allem kleinere Museen, das Musée Maillol und Rodin, das Musée Bourdelle, das Musée d’art moderne de la Ville de Paris u.a. Die Reise werden wir erstmals mit dem Zug unternehmen. Ein genauer Reiseverlauf mit allen Informationen ist im Kunst Archiv erhältlich. Da es schon sehr viele Anmeldungen gibt, führen wir eine Warteliste.

DO 06-11-2014

Von Bracht bis Kröger: Führung durch die Ausstellung

Durch die Schenkung großer Teile der ehemaligen HEAG-Kunstsammlung hat das Kunst Archiv einen substanziellen Zuwachs an bedeutenden malerischen Werken Darmstädter Künstler erhalten. Claus K. Netuschil wird in seiner Führung am Donnerstag, 6. November, anhand der ausgestellten Bilder die stilistische Entwicklung Darmstädter Kunst im 20. Jahrhundert im Zusammenhang darstellen.

Beginn: 19.00 Uhr in den Räumen des Kunst Archivs
Eintritt: 5 Euro, für Mitglieder frei

SA 15-11-2014

Atelierbesuch bei Karwath+Todisko und Mila Burghardt

Installation und Performance sind die Ausdrucksformen der beiden Künstlerinnen, die in Darmstadt leben und arbeiten. In einem gemeinsamen Atelier beschäftigt sich jede für sich mit neuen Ideen und Projekten, gleichzeitig aber schätzen sie die Möglichkeit des inspirierenden Austausches.

Karwath+Todisko sucht nach der Poesie im Raum. Ihre Inszenierungen von Räumen versteht die unter diesem Label arbeitende Künstlerin als Hybrid zwischen Installation und Bühnenbild. Ein Arbeitsansatz besteht darin, mit dem Vorhandenen umzugehen, die spezifischen Eigenheiten eines Raums sichtbar zu machen und so zu nutzen, dass Irritation entsteht. Installationen und Ausstellungen u. a. im Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt, in der Ausstellungs- und Produktionsplattform Basis in Frankfurt, am Schauspiel Leipzig und am Theater Oberhausen. Sie studierte an der Kunsthochschule Berlin Weissensee Bühnenbild und Bildhauerei, agierte bis 2004 von Berlin aus und lebt heute in Darmstadt.

Mila Burghardt ist Video- und Performance-Künstlerin. Ihre Arbeiten setzen sich mit Macht, Gesellschaft und Individuum auseinander. Immer auf der Gratwanderung von Ironie und Bitterernst. Klang, Video, Animation, Text und Live-Aktion fließen in ihren Arbeiten zusammen. Ausstellungen und Performances unter anderem an der Akademie der Künste Berlin, am MIT Boston, im Naturhistorischen Museum Wien, im WDR Köln und im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl.

Mila Burghardt studierte Medienkunst an der Bauhaus-Universität Weimar, sie lebt und arbeitet in Darmstadt.

Beginn: 15.00 Uhr, Schleiermacherstraße 21. Wir bitten um Anmeldung!
Eintritt: 5 Euro, für Mitglieder frei

DO 27-11-2014

Von Bracht bis Kröger: Führung durch die Ausstellung

Eine weitere und letzte Führung vor den Winterferien durch die Jubiläumsausstellung des Kunst Archivs findet am 27. November statt. Claus K. Netuschil erläutert anhand der ausgestellten Werke aus der HEAG-Sammlung die kunstgeschichtlichen Entwicklungen der Darmstädter Kunst im 20. Jahrhundert.

Beginn: 19.00 Uhr in den Räumen des Kunst Archivs
Eintritt: 5 Euro, für Mitglieder frei


Das Programm als PDF hier zum download —->>>>