PROGRAMM 2. HALBJ. 2011

Bis 16 – 09 – 2011
Zirkus Fekete – Malerei
Ausstellung früher Bilder aus dem Nachlass Esteban Feketes

Das Kunst Archiv hat ebenso wie das Museum Roßdorf einen großen Teil des künstlerischen Nachlasses Esteban Feketes (1924 – 2007) übernommen. Der Schwerpunkt in Darmstadt liegt auf dem druckgraphischen Werk seiner Farbholzschnitte, das nun komplett im Kunst Archiv aufbewahrt wird. Mit seiner sehr eigenständigen Holzschnittkunst hat er eine unverwechselbare Position innerhalb der Druckgraphik seiner Zeit erworben.

Große Konvolute dokumentieren das malerische und zeichnerische Werk. Fekete fertigte auch Emailles, Hinterglasbilder und Plastiken. Für eine erste Ausstellungs- präsentation haben wir frühe Bilder ausgewählt, die aus einer ungeheuren Farbintensität leben.

Märchenhaft ist seine Thematik im paradiesischen Zueinander von Mensch und Tier
in völligem Einklang mit der Natur. Die Bilder strahlen die Einfachheit eines zeitenthobenen, ländlichen Lebens aus und wirken vor allem über die von Fekete entwickelte, bei der Druckgraphik wie der Malerei gleichermaßen eingesetzte, höchst eigene, selten gesehene Farbigkeit.


“Ich trage den toten Ulysses”
Öl/Leinwand 1964

SA 06 – 08 – 2011
Farbwelt Fekete
Malworkshop für Kinder

Parallel zu unserer Ausstellung „Zirkus Fekete“ bietet der Künstler und Kunstpädagoge Uwe Wenzel am Samstag, 6. August einen Malworkshop für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren an. Angeregt von Feketes märchenhaften Motiven und seinen intensiven Farben entstehen unter fachkundiger Anleitung und Betreuung Acrylbilder auf Holzplatten.

Arbeitsmaterial wird gestellt. Wir bitten um Anmeldung im Kunst Archiv (Tel. 06151-291619 oder kunstarchivdarmstadt@t-online.de), maximal 12 Teilnehmer. Dauer: 11.00 bis 14.00 Uhr in den Räumen des Kunst Archivs im Literaturhaus
Kostenbeitrag: Euro 10,- pro Kind

DO 11 – 08 – 2011
Geburtstag bei Fekete
Film/Text/Collage

Genau am Tag seines 87. Geburtstags erinnert das Kunst Archiv Darmstadt an den Maler und Farbholzschneider Esteban Fekete, dessen Werke derzeit in den Räumen des Kunst Archivs zu sehen sind. Fekete, 1924 in Ungarn geboren, war ein Weltenbummler und dennoch lebte er in seiner Welt der Natureinfachheit, im Gleichklang mit den Tieren und der Welt seiner ganz eigenen Mythen.


Esteban Fekete

Ursula Paschke, die eigens von Mülheim nach Darmstadt kommt, liest gemeinsam mit Claus K. Netuschil – beide sind intime Kenner von Leben und Werk des Künstlers über Jahrzehnte – eigene Texte des Künstlers, Texte über ihn und seine Arbeit und aus Briefen. Filmsequenzen und Musik ergänzen den Abend, der einen lebhaften Eindruck des Künstlers, der vor drei Jahren aus dem Leben schied, vermitteln soll.

Beginn: 19.30 Uhr in den Räumen des Kunst Archivs im Literaturhaus
Eintritt: 5 Euro, für Mitglieder frei

DI 13 – 09 – 2011
Musik und Lyrik aus Ungarn
Esteban Fekete zu Ehren

Gemeinsam mit der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft in Darmstadt veranstaltet das Kunst Archiv Darmstadt am Dienstag, 13. September 2011, um 19.30 Uhr einen ungarischen Abend zu Ehren des Malers und Farbholzschneiders Esteban Fekete, dessen Werk zur Zeit im Kunst Archiv ausgestellt ist. Fekete, 1924 in Cinkota bei Budapest geboren, lebte an allen seinen Lebensstationen mit der Klangwelt der Musik und der Literatur seines Geburtslandes Ungarn.


“Der Künstler eine Katze zeichnend”, Tusche, um 1970

Heidrun Erzberger und Julia Herboly werden Lyrik von Endre Ady und andere Texte im deutsch-ungarischen Sprachwechsel vortragen. Babette Andruk und Angela Elsässer von der Akademie für Tonkunst Darmstadt werden vor allem Stücke für Violine und Cello von Béla Bartók spielen.

Der Abend findet in der Ausstellung, also in der unmittelbaren Umgebung der Bilder Esteban Feketes, in den Räumen des Kunst Archiv im Kennedy – Literaturhaus statt.

Beginn: 19.30 Uhr in den Räumen des Kunst Archivs im Literaturhaus
Eintritt: 5 Euro, für Mitglieder der beiden Gesellschaften frei

SO 02 – 10 – 2011
Aktiv für die Kunst:
Das Kunst Archiv im darmstadtium

Zum dritten Mal stellen sich die unterschiedlichsten Vereine aus Kunst und Kultur, Musik und Sport, Tanz und Theater, die in Darmstadt ihre ehrenamtliche Arbeit leisten, im darmstadtium vor.

Von Anfang an war das Kunst Archiv vertreten und so werden auch in diesem Jahr wieder die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins die Arbeit und Ziele des Archivs vorstellen, um neue Mitglieder werben und die ehrenamtliche Arbeit schmackhaft machen.

Am „Tag der Vereine“ wird das Kunst Archiv Kataloge und eigene Druckwerke zum Verkauf anbieten. Das darmstadtium ist an diesem Tag von 10.00 – 18.00 Uhr für Besucher geöffnet.

SO 09 – 10 – 2011
Das Textile als Medium der zeitgenössischen Kunst
Eröffnung der Ausstellung

Das Sticken und Stricken, das Klöppeln und Weben, das Applizieren mit Stoff und mit Garn, das Filzen und Flechten waren noch im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert die Domäne der Frau und als Technik und Material weit von der hohen Kunst entfernt.

Die Fäden halten Einzug in die Kunst und so tritt das Textile und seine Techniken als Medium des Künstlers vermehrt im 21. Jahrhundert in Augenschein. Louise Bourgeois, Rebecca Horn, Alighiero e Boetti, Rosemarie Trockel und viele andere bedeutende Weltkünstler arbeiten mit Stoff und Faden und integrieren das Material in ihre Kunstwerke.


Denise Bettelyoun, Strawbundle, 2006, Wolle gestrickt, 138 X 158

Die Kunstszene Darmstadt ist reich an Künstlern, die auf höchst unterschiedliche Weise mit textilem Material arbeiten. So filzt Denise Bettelyoun bildhaft und detailisiert menschliche Teile in grobem Strick. Annegret Soltau vernäht ihre Fotos und erhält abstrakte Linieamente des Garns. Dina Rautenberg erzählt mit der Nähmaschine Geschichten auf kunstvolle Weise. Ankabuta, die diesjährige Charlotte- Prinz- Stipendiatin, stickt große geometrische „Bilder“ auf Filz oder Wachstuch. Die Entscheidung für die richtige Seite fällt ihr schwer: Rechts oder Links, Chaos oder Ordnung. Marie-Luise Frey-Jansen und Juliana Jäger sind mit ihren experimentellen textilen Arbeiten ebenso vertreten wie die Darmstädterinnen, die in Berlin leben, Bettina Lüdicke und Birgit Cauer: Die eine verknüpft Draht zur Textur, die andere verbindet Stoff und Stein.

Überregional bekannte Künstler wie Freddie Robins (London), Jochen Flinzer (Hamburg), Anila Rubiku (Mailand und Tirana), Ingke Günther ( Gießen), Patricia Waller (Berlin), Sonja Weber (München) und Angelika Summa (Würzburg) haben bereits ihre Beteiligung zugesagt.

Die Ausstellung präsentiert das Textile Material als Medium der Künstler und zeigt die Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten der Materialität und Haptik jenseits des Kunsthandwerks. Sie wurde von Denise Bettelyoun, Ulla von Sierakowsky und Gerd Winter kuratiert und ist bis zum Frühjahr 2012 zu sehen.

Eröffnung: 11.00 Uhr. Es sprechen: Dennis Bettelyoun und Claus K. Netuschil

FR – SO 14 – 16 – 10 – 2011
In Stuttgart, um Stuttgart und um Stuttgart herum
Kunstreise des Kunst Archiv Darmstadt

Stuttgart, die baden-württembergische Landeshauptstadt, ist reich an Kunst im öffentlichen Raum, an Ateliers und Museen und so ist die 3-Tages-Kunstreise des Kunst Archivs 2011 wieder vollgefüllt mit Terminen und Besuchen, Künstlerbegegnungen und Kunstkonfrontationen. Ein geführter Stadtrundgang wird uns Stuttgart in seiner Gesamtheit näher bringen. Besuche in Museen, den Staatsgalerien, der städtischen Galerie und der Weißenhof-Siedlung stehen an.

Auf der Hinreise werden wir nach Waldenbuch zum Museum Ritter fahren, um dort „Kunst im Quadrat“ zu sehen und zum Abschluss, auf der Rückreise steht ein Besuch von Schloss Solitude auf dem Programm. Die Reise wird, wie im letzten Jahr, von Thomas Huth von „rundum kultur“ geleitet.

Über Ihre Anmeldung im Kunst Archiv freuen wir uns (Tel. 06151-291619 oder kunstarchivdarmstadt@t-online.de).

DO 27 – 10 – 2011
Grafikdesign im Jugendstil
Vortrag von Dr. Holger Klein-Wiele und Buchpräsentation

Die beiden Jahrzehnte um 1900 waren entscheidend für die Geschichte des Grafikdesigns. Damals bildeten sich Formen heraus, die bis heute die Bilderwelt unseres Alltags beeinflussen. Farbige Zeitschriftentitel, Bildpostkarten, eigens gestaltete Buchumschläge und viele andere Formen kamen auf. Justus Brinckmann, der erste Direktor des Museums für Kunst und Gewerbe (MKG) in Hamburg, beobachtete als Zeitzeuge aufmerksam die explodierende Bilderwelt und sammelte unermüdlich Belegexemplare. So entstand eine der besten Sammlungen auf diesem Gebiet. Sein Interesse galt Plakaten, Titelseiten von Büchern und Kalenderblättern, Postkarten, Briefköpfen, Notentiteln und vielem mehr. Die Entwürfe stammten nicht selten von führenden Künstlern des Jugendstils wie Aubrey Beardsley, Peter Behrens, Alfons Mucha, Henri de Toulouse-Lautrec oder Henry van de Velde.

Die umfangreiche Hamburger Sammlung wurde im Rahmen eines mehrjährigen Forschungsprojektes am MKG wissenschaftlich aufgearbeitet. Die Ergebnisse liegen nun in einem opulenten, mit über 1300 Abbildungen reich illustrierten Bestandskatalog vor, der im Hatje Cantz Verlag erscheint (Grafikdesign im Jugendstil. Der Aufbruch des Bildes in den Alltag, Hrsg.: Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, mit Texten von Jürgen Döring und Holger Klein-Wiele, 512 Seiten, 1323 farbige Abbildungen, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2011).

Der Kunsthistoriker Dr. Holger Klein-Wiele war wissenschaftlicher Mitarbeiter des Hamburger Projektes und ist einer der Autoren des Kataloges. In seinem Vortrag wird er über die wichtigsten Bereiche der Gebrauchsgrafik, ihre internationale Entwicklung und stilistischen Ausprägungen berichten. Dabei geht er auch auf die bedeutendsten Grafiker, darunter die Mitglieder der Darmstädter Künstlerkolonie, ein.

Im Anschluss ist eine Präsentation des Verlagsprogamms von Hatje Cantz geplant. Eine kleine Vitrinenausstellung wird Beispiele der Buchgrafik um die Jahrhundertwende aus einer Darmstädter Privatsammlung zeigen.

Beginn: 19.30 Uhr in den Räumen des Kunst Archivs im Literaturhaus
Eintritt: 5 Euro, für Mitglieder frei

DO 10 – 11 – 2011

„Romantik ist das Schwungrad meiner Seele“
Vortrag von Dr. Babette Gräfe zum Leben von Albinmüller

Der 1871 geborene Albinmüller zählt neben Peter Behrens, Henry van de Velde und Richard Riemerschmid zu den Protagonisten der Jugendstilbewegung in Deutschland. Als Nachfolger von Joseph Maria Olbrich hinterließ er auf der Mathildenhöhe markante Zeichen seines Schaffens. Sein umfangreiches Lebenswerk erstreckt sich jedoch weit über Darmstadts Grenzen hinaus und er hat von Mainz bis Magdeburg bemerkenswerte gestalterische und architektonische Spuren hinterlassen.

Der Vortrag von Dr. Babette Gräfe, die die erste umfassende Monografie über Albinmüller verfasst hat, stellt ihn als einen ambitionierten, feinsinnigen Künstler vor und würdigt sein reiches Œuvre, das sich über die wechselvolle Geschichte von Kaiserzeit und Weimarer Republik in seinen Entwürfen für Interieurs, Villen, öffentliche Gebäude und vielem mehr artikuliert.

Beginn: 19.30 Uhr in den Räumen des Kunst Archivs im Literaturhaus
Eintritt: 5 Euro, für Mitglieder frei

Das gesamte Programm als PDF —>>