PROGRAMM 2. HALBj. 2008

DO 0 7 – 0 8 – 2 0 0 8Führung: Stadtbilder der zwanziger Jahre. Zwischen Expressionismus und Bauhaus

Unsere groß angelegte Ausstellung „Stadtbilder der zwanziger Jahre“, die Teil des Darmstädter Architektursommers 2008 ist, ist noch bis zur Musennacht am 25. September 2008 zu sehen. Mehr als 80 hochkarätige Blätter von Ludwig Meidner und Max Beckmann, Lyonel Feininger, George Grosz und Karl Hubbuch, Wilhelm Scharrenberger und Frans Masereel, sind in der stilistischen Breite vom Expressionismus über die Neue Sachlichkeit bis hin zum Bauhaus zu sehen. Mit den Sezessionisten Lovis Corinth, Lesser Ury, Rudolf Grossmann und Emil Orlik beginnt die Ausstellung und endet über die Weimarer Republik hinaus in den vierziger Jahren mit graphischen Blättern von Werner Heldt und Gerhard Marcks. Die Exponate kommen alle samt aus privaten Sammlungen unserer Mitglieder.

Unser langjähriges Mitglied, Bernd Freese, Frankfurt/M, führt unter dem besonderen Aspekt der Künstler des Bauhauses durch die Ausstellung. Treffpunkt 19.00 Uhr in den Räumen des Kunst Archivs.

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Aufmarsch der Großstadt – Lesung

Schon die Naturalisten begannen sich literarisch dem Thema zu nähern. Die Großstadt als Moloch, auch mit den schwülen Nacht- und Schattenseiten, entdeckten in vollem Umfang erst die Expressionisten: Georg Heym, Ernst Stadler und Jakob van Hoddis u.a.

Der Schauspieler Horst Schäfer hat aus einem großen Inventar expressionistischer Lyrik, Prosa und Texte ausgewählt und unter den Titel „Aufmarsch der Städte“ gestellt. Seine szenische Lesung findet in den Räumen des Literaturhauses statt. Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt für Nichtmitglieder 5 Euro, für Mitglieder frei

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„Manhatta“ und „Metropolis“ Thema „Stadt“ im Film der zwanziger Jahre

Die Großstadt bildet den Inhalt vieler Filme der zwanziger Jahre. Neben „Nosferatu“ und „Der Golem“ ist „Metropolis“ von Fritz Lang der bedeutendste Stadtfilm. Er ist einer der bekanntesten Science-Fiction-Filme der Filmgeschichte und zugleich einer der visuell einflussreichsten Stummfilme. In einer überdimensionierten und technisch entfesselten Stadt namens Metropolis leben die einzelnen Gesellschaftsschichten voneinander völlig getrennt. Metropolis ist eine aus Hochhäusern bestehende Stadt, deren Architektur, die maßgeblich von Erich Kettelhut mitgestaltet wurde, an damals existierende Wolkenkratzer (hauptsächlich in New York) erinnert. In den Häuserschluchten winden sich Straßen und Gleise für Einschienenbahnen. Die von der Oberschicht benutzten Gebäude sind prunkvoll ausgestattet, während die unterirdische Arbeiterstadt schlicht und düster wirkt.Durch neue Funde erhält der Film gerade zur Zeit große Popularität. (Drehbuch: Fritz Lang, Thea von Harbou, Kamera: Günther Rittau, Karl Freund, Musik: Gottfried Huppertz, Bernd Schultheis, Ausstattlung/Filmarchitektur: Erich Kettelhut, Otto Hunte, Deutschland, 1925/26, rekonstruierte Fassung von 2001, Dauer ca. 147 Minuten) Gleichsam als Vorfilm wird „Manhatta“ von Charles Sheeler und Paul Strand (USA 1921) mit Bildimpressionen aus New York gezeigt, Dauer ca. 11 Minuten. Dr. Helge Svenshon, TU Darmstadt, moderiert den Filmabend und gibt eine kurze Einführung zu den Filmen.

Beginn: 19.00 Uhr, Eintritt für Nichtmitglieder 5 Euro, für Mitglieder freier Eintritt

F R 1 9 – 0 9 – 2 0 0 8

Führung durch die Stadtbilder-Ausstellung

Der Kurator der Ausstellung, Claus K. Netuschil, führt unter dem Titel „Wildes Rauschen fliegt frech durch den Stein, und Mensch und Haus und Straße wirbeln in der Luft“ durch die Stadtbilder von Max Beckmann über George Grosz bis Lyonel Feininger. Das Stadtbild der Expressionisten, literarisch wie kunsthistorisch, ist Thema der Führung. „Ich und die Stadt“ ist der berühmte Titel eines Bildes von Ludwig Meidner, der das gesamte ambivalente Verhältnis des Menschen zum Stadtgefüge des zwanzigsten Jahrhunderts enthält.

Treffpunkt 19.00 Uhr in den Räumen des Kunst Archivs.

FR 26 – 09 – 2008

Musennacht

Wie schon in den vergangenen Jahren wird das Kunst Archiv Darmstadt auch in diesem Jahr aktiv mit einem großen Programm beteiligt sein, wenn in Darmstadt die Lange Nacht der Musen ausgerufen wird.

Nach der Begrüßung und Vorstellung des Programms zur Musennacht des Kunst Archivs um 20.00 Uhr werden ab 20.30 Uhr Film-Sequenzen gezeigt, in denen Picasso vor laufender Kamera Zeichnungen anfertigt. Parallel wird diese Darbietung durch den Preisträger des Darmstädter Musikpreises 2008, Uli Partheil (Piano), musikalisch interpretiert. Um 21.00 Uhr führt Dr. Roland Held durch die Ausstellung „Stadtbilder“. Um 21.30 Uhr zeigen wir den Film „Atelierbesuch“ von Hans Cürlis, der als Filmpionier bedeutende Künstler im Atelier beobachtet hat. Um 22.00 Uhr beginnt ein Musen-Quiz (Multiple Choice), bei dem jeder Besucher sein Wissen zu den Musen unter Beweis stellen kann. Danach, gegen 22.30 Uhr, haben die Gäste die Möglichkeit, ihr eigenes Kunstwerk zum Thema „Musen“ zu kreieren und mit nach Hause zu nehmen. Um 23.30 Uhr werden weitere Film-Sequenzen gezeigt, in denen Picasso vor laufender Kamera Zeichnungen anfertigt. Parallel wird diese Darbietung durch den Percussionisten Dieter Emrich musikalisch interpretiert. Um 24.00 Uhr wird die traditionelle Mitternachtssuppe serviert und um 1.00 Uhr findet die Preisverleihung zum Musen-Quiz statt. Hier erwarten die Teilnehmer bei richtiger Auflösung des Musen-Quiz attraktive Preise.

Der Abend klingt aus mit weiteren rhythmischen Klängen des Percussionisten Dieter Emrich.

FR 10 – SO 12 – 10- 08

Kunstreise nach Fulda

Tradionsgemäß ist für das zweite Wochenende im Oktober unsere Kunstreise geplant. Auf der Jahreshauptversammlung wurde mehrheitlich die Bischofs- und Barockstadt Fulda als Ziel ausgewählt.

744 wurde die Rhönstadt, die am gleichnamigen Fluss liegt, im Auftrag von Bonifazius, der auch in Fulda begraben ist, gegründet. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde Fulda Bistum, dessen Wirksamkeit bis heute spürbar ist. Neben den Sehenswürdigkeiten der Stadt, die sich uns in einem Stadtrundgang erschließen werden, besuchen wir den Dom und den Domschatz, das Vonderau-Museum und die ehemalige Sommerresidenz der Fuldaer Fürstbischöfe, Schloss Fasanerie. Seit 1951 beherbergt das Schloss ein Museum mit der bedeutenden Kunstsammlung des Hauses Hessen. Geplant ist der Besuch der Loheland-Stiftung, einer Reformbewegungs-Siedlung, die in den zwanziger Jahren gegründet wurde. Deutschlands älteste anthroposophische Dorfsiedlung liegt in einer reizvollen Waldlandschaft im Biosphärenreservat der Rhön.

Wir werden ein Künstleratelier besuchen. Vielleicht gelingt uns ein Treffen mit dem Bildhauer, Konzept-Installations- und Prozesskünstler Franz Erhardt Walter, der in Fulda geboren wurde und seit einigen Jahren wieder dort lebt. Sein künstlerischer Umgang mit Material, Raum und Farbe hat weltweit Beachtung gefunden. Anmeldung direkt an das Kunst Archiv Darmstadt. Den genauen Reiseverlauf erhalten alle Mitreisenden rechtzeitig vor Beginn der Fahrt.

S A 2 5 – 1 0 – 2 0 0 8

Theo Pabst Architekt der Darmstädter Kunsthalle Werner Pokorny und Stefan Hoenerloh

Im Rahmen des Architektursommers zeigt die Kunsthalle eine Dokumentation zum Werk von Theo Pabst. In Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Geschichte und Theorie der Architektur an der TUD hat Dr. Regina Stephan die Studioausstellung konzipiert. Es sind Originalpläne und Entwurfsskizzen vom Haus des Malers Eberhard Schlotter in Traisa und von der Kunsthalle zu sehen; ihre Verbindung zu den Ideen des Bauhauses wird deutlich.

Gleichzeitig sind in der Kunsthalle Metall- und Holzplastiken von Werner Pokorny unter dem Titel „Von Häusern und Gefäßen“ zu sehen. Sein bildhauerisches Werk umkreist architektonische Motive. Statt ummauerter Refugien sind seine „Häuser“ lebendige Vertreter des menschlichen „Ich“, treten in einen spannungsreichen Dialog und entwickeln eine vielschichtige anthropologische Sicht. Hinzu kommen gemalte Architekturphantasien von Stefan Hoenerloh, die eine weitere Facette im Umgang mit Architektur aufzeigen. Eine vielseitige Ausstellung zum Thema Architektur erwartet Sie.

Treffpunkt : 15.00 Uhr im Foyer der Kunsthalle am Steubenplatz

S O 1 6 – 1 1 – 2 0 0 8

Raum, Form und Zeit Darmstädter Bildhauerei im 20. Jahrhundert

Ein Jahr später als geplant zeigt das Kunst Archiv Darmstadt die groß angelegte Ausstellung über die Darmstädter Bildhauerei im 20. Jahrhundert. Die Ausstellung wird Künstler des späten 19. Jahrhunderts umfassen, deren Wirksamkeit noch weit ins 20. Jahrhundert reichte (z.B. Robert Cauer), die Stiltendenzen des Jugendstils (Habich, Hoetger u.a.) und des Expressionismus, der Weimarer Zeit (Antes, Habicht, Bonte-Lichtenstein u.a.) beleuchten, eine Einordnung für die Jahre des Dritten Reiches versuchen und umfangreich die Zeit nach 1945 bis ca. 1980 behandeln (Geibel, Schwarzbeck, Loth, Tomada, Grzimek u.a.).

Schwarzbeck, Loth, Tomada, Grzimek u.a.). Es ist der erste Versuch, die Ströme des plastischen und skulpturalen Gestaltens im Zusammenhang einer Ausstellung anhand von fast 30 sehr eigenständigen künstlerischen Werken sichtbar werden zu lassen, die in Darmstadt gearbeitet und Spuren hinterlassen haben.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 16. November 2008 um 11.00 Uhr eröffnet und ist bis März/April 2009 zu sehen. Das vielteilige Begleitprogramm, vor allem Führungen durch die Ausstellung und zu Kunst im öffentlichen Raum und Vorträge, ist Teil des nächsten Halbjahresprogramms. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreiches Katalogbuch.