PROGRAMM 1. HALBJ. 2011

Bis 25-03-2011

Ausstellung: Paul Thesing – Maler und politischer Zeichner

Eindrucksvoll hat der frühere Direktor der Mathildenhöhe, Bernd Krimmel, den Menschen und Maler Paul Thesing bei der Eröffnung unserer Ausstellung beschrieben. Er hat damit die Bedeutung des unbeugsamen, streitbaren und kritischen Künstlers für die Darmstädter Kunst der zwanziger Jahre und der unmittelbaren Zeit nach 1945 hervorgehoben. Thesing war, wieder nach Darmstadt zurückgekehrt, Neubegründer der Darmstädter Sezession, sowie Gründer und erster Direktor der Werkkunstschule, an der er selbst lehrte.

Die Ausstellung im Kunst Archiv zeigt in einer konzentrierten Auswahl von rund sechzig Arbeiten die Spannweite des Werkes zwischen Malerei und politischer Zeichnung. Wie zwei weit voneinander entfernte Pole führt Paul Thesing die satirisch-bissige, höchst kritische Kunst seiner Zeichnung – Karikatur und politisches Manifest zugleich – und die zaubrisch-weltenthobene Farbzartheit seiner Ölbilder – Landschaften, Stillleben und Figuren – zu einem Werk zusammen.

Thesing, 1882 in Anholt/Westfalen geboren, starb 1954 in Darmstadt. Die prägendsten künstlerischen Anregungen, die er aus dem Kreis der Künstler des Café du Dôme in Paris, bei seinem Aufenthalt in Spanien und von den rheinischen Expressionisten erhielt, brachte er als befruchtendes Element mit nach Darmstadt und wurde selbst als Künstler und Lehrer zu einer tragenden Gestalt der Darmstädter Kunstszene.

Die Ausstellung, die von dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der Sparkasse Darmstadt, der HSE-Stiftung und den Kulturfreunden Darmstadts gefördert wurde, ist noch bis 25. März 2011 in den Räumen des Kunst Archivs zu sehen.

SA 22-01-2011

Gesamtkunstwerk Expressionismus Führung auf der Mathildenhöhe

Renate Charlotte Hoffmann, Vorstandsmitglied unserer Vereinigung, führt die Mitglieder durch die Ausstellung „Gesamtkunstwerk Expressionismus“, die Kunst, Film, Literatur, Theater, Tanz und Architektur von 1905 bis 1925 umfasst. Die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Deutschen Filmmuseum Frankfurt veranstaltet wird, versucht, in einem großangelegten Panorama die expressionistische Epoche sichtbar zu machen.

„Schlüsselfiguren der gegenseitigen Durchdringung der Künste in den zeitgeschichtlich bedeutsamen Jahren vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg sind u.a. der Dichter, Dramatiker und Maler Oskar Kokoschka, der „Caligari“-Regisseur Robert Wiene, der Maler und Bühnenbildner César Klein, die „Kokain“-Tänzerin und Schauspielerin Anita Berber oder der Literat und Maler Ludwig Meidner.“ Die Ausstellung ist Teil des Großprojektes des Kulturfonds Frankfurt Rheinmain.

Beginn: 16.00 Uhr Treffpunkt: Im Foyer des Ausstellungsgebäudes auf der Mathildenhöhe Eintritt: Für Nicht-Mitglieder 6 Euro, für Mitglieder frei

DO 17-02-2011

Akademie Matisse und das Café du Dôme Vortrag von Andreas Greulich

Parallel zu unserer Paul Thesing-Ausstellung hält der Frankfurter Kunsthistoriker und Galerist Andreas Greulich M.A. einen Vortrag über die Künstler um das Pariser Café du Dôme.

1898 am Montparnasse eröffnet, avancierte das Lokal bald zum beliebten Treffpunkt der Pariser Bohème um 1900. Zum geistigen Austausch und zur Zerstreuung trafen sich Maler, Bildhauer, Dichter, Kunstvermittler und Journalisten aus halb Europa, angezogen von der Strahlkraft der jungen französischen Malerei, von der man sich Befreiung vom starren Akademismus erhoffte. Zu den erwählten Kunstgöttern Cézanne, Renoir und Seurat trat bald Matisse hinzu, dessen Akademie, vor allem für die deutschen Künstler, zum prägenden Ausbildungsort wurde.

Rudolf Levy und Walter Bondy, Friedrich Ahlers-Hestermann und Bela Czobel, Oskar Moll und Hans Purrmann, Eugen Spiro und Franz Noelken, Jules Pascin und Albert Weisgerber, Walter Alfred Rosam, Rudolf Grossmann, Lyonel Feininger, Georg Kars und Moise Kisling gehörten als Maler zu diesem Kreis. Die Bildhauer waren Wilhelm Lehmbruck, Ernesto de Fiori, Moise Kogan und Margarethe Moll. Ab 1909 gehörte auch Paul Thesing, der in der Kunstmetropole Paris, die wohl wichtigsten und entscheidendsten Anregungen für sein künstlerisches Werk erhielt, zum Kreis der „Dômiers“.

Beginn: 19.30 Uhr in den Räumen des Kunst Archivs im Literaturhaus Eintritt: Für Nicht-Mitglieder 5 Euro, für Mitglieder frei

DO 24-02-2011

Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung Zur Geschichte der Karikatur

Karikatur ist die bildliche Form der Satire, die bewusst überzeichnet und verzerrt um die parteiische Kritik an bestehenden Werten und politischen Verhältnissen als Waffe in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen zu verwenden.

Die ersten Karikaturen soll es schon in der Antike gegeben haben, jedoch erst im 19. Jahrhundert kommt es besonders in Frankreich mit Zeichnern wie Honoré Daumier und Grandville zu einer Blüte des Genres. In Deutschland sind es Zeitschriften wie die „Fliegenden Blätter“ in München oder der „Kladderadatsch“ in Berlin, die mit dem satirischen Bild dazu beitragen, das Bürgertum aufs Korn zu nehmen.

Dr. Elke Schulze, die seit 2010 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin an der „Erich Ohser – e.o. plauen-Stiftung“ in Plauen ist, wird in einem weiten Überblick über die Geschichte der Karikatur berichten. Dabei geht sie auch auf die Arbeiten des bekannten Kästner- und Fallada-Illustrators E.O. Plauen, sowie auf die politischen Zeichnungen von Paul Thesing ein.

Von 1998 bis 2010 war die Kunsthistorikerin wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunst- und Bildgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf der Geschichte, Theorie und Praxis der Zeichnung und Druckgrafik, Porträtgeschichte, Geschichte der Buchgestaltung und Illustration.

Beginn: 19.30 Uhr im Vortragsraum des Literaturhauses Eintritt: Für Nicht-Mitglieder 5 Euro, für Mitglieder frei
SO 06-03-2011

Frühlingserwachen Kulturtreff im Kunst Archiv Darmstadt

Der Neujahrsempfang als Begegnungsort der Künste in Darmstadt und der Region ist längst im Kunst Archiv Tradition geworden. Auch in diesem Jahr wird es den Künstlertreff wieder geben, wenn auch in etwas veränderter Form. Einen freien Termin im Reigen der unzähligen Neujahrsempfänge zu finden, wurde zunehmend schwieriger. Ab diesem Jahr sind wir zeitlich ein Stück weiter nach vorn gerückt und benennen den Treffpunkt neu: Wir laden Sie, unsere Mitglieder, alle Kulturschaffenden, Künstler, Schriftsteller, Musiker, Schauspieler und alle Kulturträger aus Darmstadt und der Region sehr herzlich zum „Frühlingserwachen“, ausgerechnet am Faschingssonntag von 11.00 -15.00 Uhr in die Räume des Kunst Archivs ein. Neben dem offiziellen Nachdenken über die Kultur in Darmstadt sollen vor allem das Gespräch und der Austausch im Vordergrund stehen.

Ab 13 Uhr werden die Mitglieder des Pure Malt Trios gemeinsam mit Walter Renneisen „Sprachwitz und Flötenmusik der Extraklasse“ bieten. Die Musiker, die in Darmstadt, Karlsruhe, Maastricht, Nürnberg und Würzburg studiert haben und in unterschiedlichen Ensembles alter und neuer Musik spielen, arbeiten seit 1994 zusammen.

Ein reiches Instrumentarium, von der Sopranino– bis zur Großbassblockflöte, steht ihnen für ihr Repertoire zur Verfügung, in dem sie sich von Avantgardistischem, Programmatischem bis hin zu Jazzigem ausschließlich der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts verschrieben haben. Den Schauspieler Walter Renneisen muß man in Darmstadt wahrlich nicht vorzustellen. Sein mimisches Können spricht für ihn! Für Verköstigung und Getränke ist gesorgt. Wir freuen uns auf einen schönen Tag mit allen Besuchern, auf reichen Zuspruch und gute Gespräche!

Dauer der Veranstaltung: 11.00 bis 15.00 Uhr Ab 13.00 Uhr: Walter Renneisen und das Pure Malt Trio „Sprachwitz und Flötenmusik der Extraklasse

DO 17-03-2011

Führung durch die Ausstellung Paul Thesing – Maler und politischer Zeichner

Eine der letzten Gelegenheiten, die Thesing-Ausstellung unter fachkundiger Leitung zu sehen, bietet die Ausstellungsführung mit Renate Charlotte Hoffmann. Sie wird dem Thema der Ausstellung folgend, anhand der gezeigten Werke zwischen Malerei und politischer Zeichnung, die wesentlichen Grundzüge der Kunst Paul Thesings sichtbar machen.

Beginn: 19.30 Uhr Eintritt: Für Nicht-Mitglieder 5 Euro, für Mitglieder frei

DO 31-03-2011

Jahreshauptversammlung Neue Räume – Große Pläne!

Das Kunst Archiv Darmstadt lädt seine Mitglieder zur 26. ordentlichen Jahreshauptversammlung um 19.00 Uhr in die Räume des Archivs ein. Neben der Bilanzierung des vergangenen Jahres steht der Blick in die Zukunft des Archivs mit dringend benötigten zusätzlichen Räumen und großen Plänen im Mittelpunkt des turnusmäßigen Mitgliedertreffens.

Anschließend sind unwiderruflich letztmals die Bilder und politischen Karikaturen des Darmstädter Malers und Zeichners Paul Thesing zu sehen.
SO 17-04-2011

Zirkus Fekete – Malerei Ausstellung früher Bilder aus dem Nachlass Esteban Feketes

Das Kunst Archiv hat ebenso wie das Museum Roßdorf einen großen Teil des künstlerischen Nachlasses Esteban Feketes (1924 – 2007) übernommen. Der Schwerpunkt in Darmstadt liegt auf dem druckgraphischen Werk seiner Farbholzschnitte, das nun komplett im Kunst Archiv aufbewahrt wird. Mit seiner sehr eigenständigen Holzschnittkunst hat er eine unverwechselbare Position in der Druckgraphik seiner Zeit erworben.

Große Konvolute dokumentieren das malerische und zeichnerische Werk. Fekete fertigte auch Emailles, Hinterglasbilder und Plastiken. Für eine erste Ausstellungspräsentation haben wir frühe Bilder ausgewählt, die aus einer ungeheuren Farbintensität leben.

Märchenhaft ist seine Thematik im paradiesischen Zueinander von Mensch und Tier in völligem Einklang mit der Natur. Die Bilder strahlen die Einfachheit eines zeitenthobenen, ländlichen Lebens aus und wirken vor allem über die von Fekete entwickelte, bei der Druckgraphik wie der Malerei gleichermaßen eingesetzte, höchst eigene, selten gesehene Farbigkeit. Die Ausstellung wird von Ursula Paschke, Mülheim, und Claus K. Netuschil, der die Ausstellung zusammengestellt und eingerichtet hat, eröffnet und ist bis in den Herbst 2011 zu sehen.

Eröffnung: 11.00 Uhr

SA 14-05-2011

Zwischen Riemenschneider und konkreter Kunst Museumsfahrt nach Würzburg

Ziel unseres Museumstages in diesem Jahr ist die kreisfreie Stadt Würzburg. Bis heute Bischofssitz der katholischen Diözese Würzburg ist die sehenswerte Stadt mit der weltberühmten Residenz, dem Hofgarten und dem Residenzplatz schon lange in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Unser Vorstandsmitglied Heinrich Dieckmann, der die Reise begleitet und moderiert, hat für die bayrische Stadt eine Stadtführung (zu Fuß und mit Bus), die Besichtigung des „Speichermuseums“ mit bedeutenden Sammlungen zur konkreten Kunst und den Besuch des Museumsschiffs oder des Diözesanmuseums geplant. Wir werden auf den Spuren Tilman Riemenschneiders und Balthasar Neumanns wandeln und es uns mittags fränkisch-bayrisch wohl sein lassen und den Tag am frühen Abend – so vorgesehen – mit einer Weinprobe ausklingen lassen.


Foto: Christian Horvat

Würzburg ist das entfernteste Ziel unserer bisherigen Museumsfahrten, deshalb wird die Fahrt um ca. 8.00 Uhr von Darmstadt aus beginnen. Die Rückkehr ist für 20.00/21.00 Uhr vorgesehen. Ein genauer Reiseverlauf wird z. Zt. noch erarbeitet. Bitte melden sie sich vorsorglich schon an und sichern Sie so Ihren Platz!

SO 29-05-2011

Zwischen Kunst, Literatur, Fotografie und Musik Tag der offenen Tür im Literatur-Haus

Das zur Zeit nach wie vor eingerüstete, „wohl verpackte“ Kennedy-Haus in der Kasinostraße, ein städtischer Standort von rund 20 Darmstädter Kulturvereinen, lädt alle Neugierigen sehr herzlich zum Tag der offenen Tür von 11.00 – 17.00 Uhr ein.

Das gesamte Haus wird sich an diesem Tag von der besten Seite präsentieren, die Vereinigungen werden ihre Bestände zeigen und die jeweiligen Mitglieder und Mitarbeiter berichten über die Arbeit und die Zielsetzung ihres Vereins. Einbezogen sind Vortragsraum und Foyer des nach seiner früheren Bestimmung so genannten „Amerika-Hauses“, das jetzt – die Musik, die Kunst und die Fotografie mit einbeziehend – das etwas einseitig zu verstehende Etikett „Literaturhaus“ trägt. Mit der gemeinsamen Aktion wollen die Vereine auf das gesamte Haus mit seinen vielfältigen Inhalten aufmerksam machen.


Foto: Günther Jockel

Das Kunst Archiv Darmstadt zeigt an diesem Tag seine aktuelle Fekete-Ausstellung und bietet ein musikalisches, bildkünstlerisches und literarisches Programm. Parallel zu den Veranstaltungen wird es einen großen Bücher- und Kunstmarkt geben!

SA 18-06–2011

Charlotte Prinz-Stipendium: Atelierbesuch bei Ankabuta

als Charlotte Prinz-Stipendiatin für zwei Jahre ihren Lebensmittelpunkt nach Darmstadt verlegt, wo sie seit April 2010 lebt und arbeitet. Die 1980 geborene Künstlerin hat an der Chung Ang Universität in Südkorea und bis zu ihrem zweiten, ausgezeichneten Abschluss, 2009, an der Kunsthochschule in Kassel studiert. In einer Einzelausstellung und mehreren Ausstellungsbeteiligungen hat sie ihre Arbeiten gezeigt. 2008 gewann sie den 1. Preis des Kunstwettbewerbs „FemeFeuerFanatismus“ mit ihrer Installation „Ameisen, ein Massenphänomen“.

Auch wenn Ankabuta in Material und Technik nicht festgelegt ist, frei arbeitet und alle Möglichkeiten künstlerischen Schaffens in ihr Werk mit einbezieht, liegt ihr Schwerpunkt auf der Malerei. Ihre Arbeiten lassen sich mit den Begriffen „künstlerische Weite“ und „Raumbezogenheit“ charakterisieren, was konkret heißt, dass sie auch installativ arbeitet. Bei unserem Besuch werden wir die Künstlerin in ihrem Darmstädter Atelier kennenlernen und vieles über ihre künstlerische Arbeit erfahren.

Beginn: 16.00 Uhr Treffpunkt: Darmstadt-Arheilgen, Emil-Voltz-Str. 34 Eintritt: Für Nicht-Mitglieder 5 Euro, für Mitglieder frei

Alle Veranstaltungen des Kunst Archivs sind so wie beschrieben geplant. Wir bitten um Entschuldigung falls der ein oder andere Programmpunkt variiert wird oder ausfällt. Über weitere Veranstaltungen des Archivs über dieses Halbjahresprogramms hinaus informieren wir Sie separat.

Das gesamte Programm als PDF —>>