PROGRAMM 1. HALBJ. 2007

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NEUJAHRSEMPFANG UND AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

Bei unserem traditionell, wie immer spät gelegenem „Neujahrsempfang“, geht es uns um die Begegnung der Künste und das Gespräch miteinander. Es geht uns um das gegenseitiges Kennenlernen und um den verbalen Austausch über Projekte und Planungen des bevorstehenden Jahres.

Nach einem Grußwort des 1. Vorsitzenden des Kunst Archivs Claus K. Netuschil spricht – und darüber freuen wir uns besonders – der Oberbürgermeister und Kulturdezernent der Stadt Darmstadt Walter Hoffmann.

The Art of Jazztainment, Anke Schimpf und Karen Perschke sorgen als Duo mit mehreren Saxophonen, Flöte und Klarinette für den musikalischen Rahmen.

Beginn: 11.00 Uhr, Eintritt frei

Zeitgleich zum Neujahrsempfang wird die Ausstellung „Geschenkt, Gestiftet und Erworben“ eröffnet.

Die Ausstellung umfasst Kunstwerke – Ölbilder, Aquarelle, Mischtechniken, Zeichnungen, Druckgraphik, Fotos und Plastiken – die in den letzten Jahren einen Platz in der Sammlung des Kunst Archivs gefunden haben. Durch gezielte Erwerbungen haben sich Sammlungsschwerpunkte heraus gebildet. Durch die Ausstellung sollen die geschenkten, gestifteten und erworbenen Kunstwerke sichtbar bleiben und nicht im Depot verschwinden.

Unsere Ausstellung ist den großzügigen Stiftern und Spendern gewidmet! Der Einblick in die substanzielle Sammlung des Kunst Archivs ist bis zum 5. April 2007 zu sehen.

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VORTRAG DR. HEINER KNELL: DIE LAOKOON-GRUPPE

Weil das Kunst Archiv Darmstadt 501 für eine markantere Jubiläumszahl hält als 500, bietet es 2007 einen besonders interessanten Vortrag an: Er nimmt seinen Ausgang vom Fund der berühmten Laokoon-Gruppe auf dem Esquilinhügel in Rom, am 14.Januar 1506, also vor 501 Jahren. Für den Vortragsredner Dr. Heiner Knell, langjähriger Dozent für Klassische Altertumswissenschaften an der TU Darmstadt, kommt dieses Datum der „Initialzündung“ der Renaissance gleich.

Nicht nur die Künstler wallfahrteten in Scharen, um das der Erde entrissene Kunstwerk – von dem wir heute wissen, dass es die römische Umbildung eines griechischen Originals ist – zu bewundern. Der Papst höchstpersönlich erzwang, dass es im Vatikan seine endgültige Aufstellung fand. Um zu verstehen, was hinter solcher Machtdemonstration stand, bedarf es einer Analyse mythologischer, ideologischer und politischer Zusammenhänge. Diese will Dr. Heiner Knell liefern, zusammen mit einem Ausflug in die bedeutsame Rezeptionsgeschichte der Laokoon-Gruppe, namentlich durch die deutsche Klassik.

Es ist dies auch die Geschichte von Missverständnissen und Fehlrekonstruktionen: ein Stoff, der, wie der Vortragsredner ankündigt, „über die Zeit hochaktuell geblieben ist“.

Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: Euro 5,00

(für Mitglieder frei)

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FÜHRUNG DURCH DIE AUSSTELLUNG
„GESCHENKT, GESTIFTET UND ERWORBEN“

Der Bestand an Kunstwerken im Kunst Archiv wächst permanent. Von der Druckgrafik zur Malerei, von der Collage bis zur Plastik; viele Medien der bildenden Kunst sind in der Sammlung des Archivs vertreten. Es ist für das Kunst Archiv eine verpflichtende Aufgabe, die Kunstwerke, die meist aus privatem Besitz stammen, zu zeigen. Claus K. Netuschil wird in seiner Führung, die aus Schenkungen der letzten Jahre besteht, versuchen, die einzelnen Kunstwerke kunsthistorisch einzuordnen und im Bestand des Archivs miteinander zu verknüpfen.

Beginn: 11.00 Uhr, Eintritt: € 5,00 (für Mitglieder frei)

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JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG

Turnusmäßig lädt das Kunst Archiv Darmstadt seine Mitglieder sehr herzlich zur 23. ordentlichen Mitgliederversammlung am Donnerstag; 15. März 2007 um 19.00 Uhr in die Räume des Kunst Archivs ein. Jahresrückblick, der Bericht des Schatzmeisters und die Vorschau auf die kommenden Veranstaltungen stehen auf dem Programm. Wie jedes Jahr bitten wir unsere Mitglieder um eine gute Präsenz, um Entscheidungen mit zu tragen und ins Gespräch mit den anderen Mitgliedern zu kommen. Im Anschluss, um 20.30 Uhr, findet eine kleine Führung durch die laufende Ausstellung „Geschenkt, Gestiftet und Erworben“ statt.

Beginn: 19.00 Uhr

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DARMSTÄDTER TAGE DER FOTOGRAFIE ÜBERBLICK – KONSTRUKTIONEN DER WAHRHEIT

Auch in diesem Jahr beteiligt sich das Kunst Archiv an den „Darmstädter Tagen der Fotografie“.

Im Reigen der Ausstellungen, Eröffnung und Vorträgen unter dem Titel „Überblick – Konstruktion der Wahrheit“ zeigt das Kunst Archiv drei sehr unterschiedliche Positionen zeitgenössischer Fotografie, die dennoch ein sinnvolles Ausstellungsganzes ergeben.

Der Darmstädter Fotograf Elmar Langohr hat sich auf subtile Weise mit Lebensräumen von Obdachlosen beschäftigt. Der Berliner Fotograf Armin Häberle verbildlicht auf intelligente Art Staatsbesuche und andere offizielle Zeremonien der Bundesregierung und spürt hierarchischen Grundmustern nach und Werner Mansholt, auch er lebt und arbeitet in Darmstadt, fängt unter dem Titel „Finita la Musica“ minimalistische und dennoch stimmungsvolle „Bilder aus abgewickelten Betrieben“ ein. Innerhalb der Präsentation entwickeln die eigenständigen Positionen Korrespondenzen untereinander: Fruchtbare Dialoge finden statt!

Die Ausstellung „Drei Positionen“ im Kunst Archiv ist über die Fototage hinaus bis zum 8. Juni 2007 zu sehen. Das Kunst Archiv ist während der „Darmstädter Tage der Fotografie“ am Freitag, 20.4. von 18 bis 21 Uhr, am Samstag, 21.4. und Sonntag, 22.4. von 10-18 Uhr geöffnet.

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KÜNSTLERGESPRÄCH

Gleichsam als nachgeholte Eröffnung zur Ausstellung „Drei Positionen“, und als Parallelveranstaltung, tauschen sich die drei beteiligten Künstler in einem Werkstattgespräch über ihre fotografische Arbeit aus. Das von Claus K. Netuschil moderierte Gespräch will Auskünfte über Bildfindung, künstlerische Wege und technische Umsetzung geben. Angestrebt ist, dass sich die Gesprächsrunde mit den drei Künstlern, zum Publikum hin öffnet.

Beginn: 11.00 Uhr, Eintritt frei

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MUSEUMSTAG IN GIESSEN

Die Oberhessische Stadt Gießen ist dieses Jahr Ziel unserer Museumsfahrt. Gießen ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des mittelhessischen Raums. Trotz starker Zerstörung im 2. Weltkrieg, gibt es historische Substanz und viel Sehenswertes. Neben einem traditionellen Stadtrundgang – Altes Schloss, Neues Schloss, Zeughaus und „hortus medicus“, der Botanische Garten von 1609 – besichtigen wir das Oberhessische Museum im Alten Schloss.

Weitere Museumsteile, die seit 1978 von Dr. Friedhelm Häring geleitet werden, sind im Leib’schen Haus (Stadtgeschichte und Volkskunde) und im Wallenfels’-schen Haus (Vor- und Frühgeschichte, Archäologie und Völkerkunde) zu sehen. Dr. Häring wird uns durch die Ausstellung und sein Haus führen. Geplant sind Besuche im Justus v. Liebig-Museum oder im Mathematikum und der Blick in das Atelier eines Giessener Künstlers. Auf der Rückfahrt steht eine kurze Stippvisite in einer der umliegenden Burgen an: Gleiberg, von dort nahm die Geschichte Gießens seinen Anfang oder das bedeutende Kloster Schiffenberg. Die Rückkehr nach Darmstadt ist für ca. 19 Uhr geplant. Das genaue Programm ist noch in Arbeit. Anmeldungen sind jetzt schon möglich.

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ATELIERBESUCH JARÓ

Da Atelierplatz chronisch knapp ist, müssen Künstler erfinderisch sein. Seit letztem Jahr arbeiten drei in von der Deutschen Bahn nicht länger benötigten Räumen im Darmstädter Nordbahnhof. Einer davon ist Jaroslaw Zadorecki, genannt Jaró.

Geboren 1962 in Danzig, studierte er zunächst in seiner Heimatstadt, später in Frankfurt Malerei und Zeichnung, Kunstgeschichte und -pädagogik.

Seit 2000 hatte man in Darmstadt und Umgebung schon mehrfach Gelegenheit, in Einzel- und Gruppenausstellungen seiner Malerei zu begegnen, deren Merkmal ein große farbliche und kompositorische Delikatesse ist. Seine Motive lassen noch ahnen, dass er in Polen ursprünglich einmal eine Architektenlaufbahn im Sinn hatte – sie sind gewissenhaft gebaut und gehorchen den Gesetzen eines abstrakt-autonomen Kunstwerks. Ihr besonderer Reiz jedoch besteht darin, dass man mit etwas Phantasie auch ferne Stadtlandschaften unter duftig-transparentem Himmel in sie hineinsehen kann. Jüngere Werkgruppen operieren mit Mitteln der Kalligraphie oder vermählen Gemälde und bildhauerisches Objekt. Jaró, der auch Malkurse gibt, vermag sowohl fesselnd in sein Schaffen einzuführen als auch von seinen Erfahrungen mit Künstler-Symposien zu berichten. Treffpunkt Nordbahnhof, Eingangsbereich.
Beginn: 15 Uhr.
Moderation: Dr. Roland Held