PROGRAMM 1. HALBJ. 2017

BIS 31. MÄRZ 2017

Ausstellung: Nie wieder Krieg! Künstler im Ersten Weltkrieg

Anlässlich des großen fünfteiligen Ausstellungsprojekts zu Ludwig Meidners 50. Todesjahr zeigt das Kunst Archiv die Arbeiten von sieben Künstlern, die sich mit dem Thema des Ersten Weltkrieges auseinandergesetzt haben. Die Ausstellung wird vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain gefördert, der das Gesamtprojekt gemeinsam mit dem Jüdischen Museum Frankfurt und der Ludwig Meidner Gesellschaft e.V. angeregt und mit fünf Ausstellungshäusern in Frankfurt/Main, Hofheim und Darmstadt vorbereitet hat.

Foto: Christoph Rau

Foto: Christoph Rau

Das Kunst Archiv dokumentiert in der großen Jahresausstellung das grausame Erlebnis des Ersten Weltkrieges, als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts aus der sehr unterschiedlichen Sicht von Max Beckmann (1884-1950), Karl Deppert (1897-1988), Josef Eberz (1880- 1942), Frans Masereel (1889-1972), Ludwig Meidner (1884-1966), Karl Scheld (1895-1936) und Karl Thylmann (1888- 1916). Neben Malerei, Arbeiten auf Papier und Druckgraphik wird die umfassende Ausstellung durch Tagebuchaufzeichnungen, Briefe, Texte und Fotos zu einem Gesamtbild des Ersten Weltkrieges ergänzt. Zu Ehren des künstlerisch hochbegabten Darmstädter Graphikers und Dichters Karl Thylmann, der 1916 mit 28 Jahren im Kriegsgeschehen an der Westfront fiel, thematisiert die Ausstellung die antimilitaristische, pazifistische und humanistische Haltung aller beteiligten Künstler. Ludwig Meidner malte und zeichnete als einer der wenigen Künstler seiner Zeit visionäre, apokalyptische Landschaften und Schlachtfelder, lange bevor der Erste Weltkrieg ausgebrochen war. Die unvorstellbare Welterschütterung bringt er eindrucksvoll und deutlich ins Bild. Karl Deppert arbeitete mitten im Kriegsgeschehen aus dem Schützengraben heraus und zeichnete und radierte die vorher noch nie erlebte Grausamkeit der Welt- und Menschzerstörung. Josef Eberz, Karl Scheld und Max Beckmann, der 1915 nach Frankfurt übersiedelte, nehmen mit ihren verstörend- realistischen Blättern vom Kriegsbeginn, von Schlachtbeschreibung und Revolution an der Ausstellung teil.

Die Ausstellung leistet einen wichtigen, historischen Beitrag für die Darmstädter Kunstgeschichte und soll mit dem ergreifenden Bildmaterial einen Denkprozess über jegliche kriegerische Auseinandersetzungen auslösen, mit dem dringenden Appell an die nachgeborene Generation: Nie wieder Krieg!

Öffnungszeiten des Kunst Archivs: Di bis Fr 10.00-13.00 Uhr, Do 10.00 -18.00 Uhr
Eintritt frei, Spende erwünscht


DI 17. JANUAR 2017

Zinnobernächte und ultramarinblaue Tage. Eine Hommage an Ludwig Meidner. Szenische Lesung von und mit Stéphane Bittoun

Im Rahmen des großen Meidner-Projekts und als Parallelveranstaltung zu der Ausstellung „Nie wieder Krieg“, inszeniert der Frankfurter Regisseur Stéphane Bittoun im Vortragsraum des Literaturhauses einen multimedialen Abend zwischen szenischer Lesung und Filmdokumentation.

Foto: Kulturfonds Frankfurt RheinMain

Foto: Kulturfonds Frankfurt RheinMain

Mit Texten, Filmen, Bildern, Filmsequenzen und Zeitzeugeninterviews wird Stéphane Bittoun, gemeinsam mit seinen Schauspielkollegen Mogli Cruse und Moritz Brendel, das Werk Ludwig Meidners für 90 Minuten lebendig machen. Das Symposium, das vom Jüdischen Museum Frankfurt in Kooperation mit dem Deutschen Exilarchiv 1933-1945 in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt veranstaltet wird, findet vom 16. bis 18. Januar 2017 statt. Es präsentiert den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung zu Ludwig Meidner. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem jüdischen Erfahrungshorizont von Meidners Arbeiten und deren Rezeptionsgeschichte. Gefördert wird das Symposium vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain und wurde von der Ludwig Meidner Gesellschaft e.V. initiiert. Stéphane Bittoun ist Regisseur, Autor, Synchronsprecher und Schauspieler. 2012 ist er mit seinen medienübergreifenden Inszenierungen zwischen Theater, Hörspiel und Film für den renommierten George-Tabori-Preis nominiert worden.

Die Veranstaltung findet im Vortragsraum des Literaturhauses statt. Eintritt: 15,- Euro, für Mitglieder des Kunst Archivs 10,- Euro
Beginn der Veranstaltung: 19.00 Uhr


DO 26. JANUAR 2017

Darmstadt im Ersten Weltkrieg. Vortrag von Dr. Peter Engels

Der Vortrag von Dr. Peter Engels, Stadtarchiv Darmstadt, beschreibt die Situation Darmstadts zwischen 1914 und 1918. Inmitten der Ausstellung „Nie wieder Krieg! Künstler im Ersten Weltkrieg“ werden Ausrüstung, Propaganda und Militarisierung, Kriegsausbruch und Novemberrevolution und die gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Stadt thematisiert.

Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Der Historiker, der in Köln Geschichte, Musikwissenschaft und Latein studiert hat, absolvierte in Münster und Marburg seine Archivausbildung, bevor er als Leiter des Stadtarchivs nach Darmstadt kam. Der Vortrag fasst seine Forschungsergebnisse der letzten Jahre zum Ersten Weltkrieg zusammen.


Fotos: Stadtarchiv Darmstadt


Die Veranstaltung findet in den Räumen des Kunst Archiv Darmstadt e.V. statt. Eintritt: 5,- Euro, für Mitglieder des Kunst Archivs frei
Beginn der Veranstaltung: 19.00 Uhr


DO 9. FEBRUAR 2017

Nie wieder Krieg! Führung durch die Ausstellung

Claus K. Netuschil, der die Ausstellung gemeinsam mit Julia Hichi konzipiert und eingerichtet hat, geht den Spuren der beteiligten Künstler im Ersten Weltkrieg und ihrer sehr unterschiedlichen Sicht auf das Kriegsgeschehen nach. Immer steht – im literarischen, wie im bildkünstlerischen – die realistische Beschreibung der unvorstellbaren Grausamkeit des Menschenmordens, so wie die Stadt- und Landzerstörung im Mittelpunkt und zeigt den oft beschrittenen Weg der Künstler vom euphorischen Einzug in den Krieg bis hin zur Depression durch die Kriegserlebnisse zum Antimilitarismus und Pazifismus. Die Botschaft lautet: Nie wieder Krieg!

Die Veranstaltung findet in den Räumen des Kunst Archiv Darmstadt e.V. statt. Eintritt: 5,- Euro, für Mitglieder des Kunst Archivs frei Beginn der Veranstaltung: 19.00 Uhr


DO 2. MÄRZ 2017

Von Kriegsbegeisterung zur Ernüchterung. Vortrag von Franz Josef Hamm, Limburg

Franz Josef Hamm spricht über die Künstlergraphik zum Ersten Weltkrieg, die in den Zeitschriften „Kriegszeit“, „Kunstflugblätter“ und „Krieg und Kunst“, während und kurz nach dem Ersten Weltkrieg erschienen sind. Neben Max Beckmann, der in der Ausstellung des Kunst Archivs vertreten ist, gestalteten unter anderem Lovis Corinth, August Gaul, Käthe Kollwitz, Ernst Barlach und Max Liebermann graphische Blätter, die das Kriegsgeschehen verbildlichten.


Die Veranstaltung findet in den Räumen des Kunst Archiv Darmstadt e.V. statt.

Eintritt: 5,- Euro, für Mitglieder des Kunst Archivs frei
Beginn der Veranstaltung: 19.00 Uhr


DO 6. APRIL 2017

Jahreshauptversammlung

Das Kunst Archiv Darmstadt e.V. lädt alle Mitglieder sehr herzlich zur 33. Jahreshauptversammlung ein. Auf der Tagesordnung stehen der Rückblick auf das vergangene Veranstaltungsjahr, der Bericht der Schatzmeisterin und der Ausblick auf Programm und Vorhaben des Kunst Archivs für 2017. Nach der Jahreshauptversammlung besteht die Möglichkeit mit einer Führung die aktuelle Ausstellung „Nie wieder Krieg! Künstler im Ersten Weltkrieg“ zu besichtigen.

Die Veranstaltung findet im Vortragsraum des Literaturhauses statt.
Beginn der Veranstaltung: 19.00 Uhr


SO 23. APRIL 2017

Ausstellungseröffnung: „Geschenkt, Gestiftet und Erworben“ – Neuzugänge für das Kunst Archiv

Teil des Kunst Archivs ist eine umfangreiche Sammlung an Kunstwerken Darmstädter Künstler vom 19. und 20. Jahrhundert bis heute. Überwiegend sind die Skulpturen, Bilder und Arbeiten auf Papier durch Schenkungen aus Privat- oder Firmenbesitz und aus Nachlässen an das Kunst Archiv gekommen. Mit der Übernahme der Kunstwerke übernimmt das Kunst Archiv die Verantwortung für jedes einzelne Werk. Kontinuierlich werden die Arbeiten bearbeitet, zum Teil neu gerahmt und katalogisiert.

Foto: Christioph Rau

Foto: Christioph Rau

In der Neuausgabe von „Geschenkt, Gestiftet und Erworben“ werden z.B. zwei Selbstbildnisse von Künstlerinnen zu sehen sein, die bereits mit Ihren Arbeiten in der Ausstellung „Der weibliche Blick“ vertreten waren: Fanny Wolfskehl und Elisabeth Westermann- Pfähler. Von der Bildhauerin Westermann-Pfähler konnten damals keine Werke und kein Porträtfoto gezeigt werden: Es ist nichts überliefert! Auf einer Auktion in Frankfurt/Main tauchte ein Porträt der Künstlerin auf, das Alexander Posch 1919 gemalt hat. Ebenso ist von Fanny Wolfskehl nur sehr weniges an Werken und Biographie überliefert. Auch von ihr kam durch eine Schenkung ein Gips-Porträt in die Sammlung des Kunst Archivs. Beide Porträts werden in der Ausstellung gezeigt.

Zu sehen sind außerdem Arbeiten von Heinrich Reinhard Kröh und Ludwig von Löfftz, von Eberhard Schlotter und Helmut Lortz, von Fritz Schwarzbeck und Pierre Kröger und vielen anderen Darmstädter Künstlern.
Beginn der Veranstaltung: 11.00 Uhr


DO 4. MAI 2017

„Geschenkt, Gestiftet und Erworben“ Führung durch die Ausstellung

Eine Führung durch die Ausstellung „Geschenkt, Gestiftet und Erworben“ ist zugleich ein Gang durch die Sammlung des Kunst Archivs, wie durch die Darmstädter Kunstgeschichte

Foto: Christoph Rau

Foto: Christoph Rau

der vergangenen anderthalb Jahrhunderte. Claus K. Netuschil wird in seiner Führung auf die jeweils einzelnen Kunstwerke eingehen und die zeitlichen und stilistischen Verknüpfungen der jeweiligen Gesamtwerke der ausgestellten Künstler zueinander beleuchten.

Die Bilder, Skulpturen und Arbeiten auf Papier geben einen Einblick in die umfangreiche Kunstsammlung des Kunst Archivs, die in mehreren Depots aufbewahrt wird. Gleichzeitig ist die Ausstellung den Stiftern und Schenkern dankbar gewidmet.

Die Veranstaltung findet in den Räumen des Kunst Archiv Darmstadt e.V. statt. Eintritt: 5,- Euro.
Für Mitglieder des Kunst Archivs frei

Beginn der Veranstaltung: 19.00 Uhr


SA 10. JUNI 2017

Kunst-Tagesreise Büdingen, Glauberg und Ronneburg

Die diesjährige Frühjahres-Kunstreise führt das Kunst Archiv für einen Tag nach Büdingen, in die „Keltenwelt am Glauberg“, nach Düdelsheim und auf die Ronneburg. Die mittelalterliche Altstadt Büdingens mit zahlreichen Fachwerkhäusern gehört zu einer der besterhaltendsten Stadtanlagen in Europa. Am Beginn des Tages steht ein Rundgang durch die historische Altstadt, vorbei an der Marienkirche, dem Steinernen Haus und dem Jerusalemer Tor. Nach einem Besuch im Schlossmuseum, eventuell dem Sandrosen Museum und einem Mittagstisch, besuchen wir den Keramiker Sebastian Scheid in seinem Atelier in Düdelsheim. Seine aus Tonblock geschnittenen Arbeiten, die in zahlreichen Museen in Deutschland ausgestellt sind, bestechen durch ihre klaren Formen und zurückhaltenden Farb-Lasuren.

buedingen

Am Nachmittag fahren wir nach Glauburg, wo wir die „Keltenwelt am Glauberg“ besichtigen, einem archäologischen Museum, das zahlreiche Fürstengräber und die berühmte Sandsteinskulptur des Keltenfürst am Glauberg beherbergt, welche genau an dieser Stelle ausgegraben wurde. Die letzte Station der Reise ist die Ronneburg, die zu den bedeutendsten Burgen in Hessen zählt. Bei einer Führung wird auf die Burg, deren Malereien aus dem 16. Jahrhundert und den historischen Hintergrund der Gegend eingegangen. Gegen 19.00 Uhr bringt uns der Bus nach Darmstadt zurück.

Abfahrt in Darmstadt, ca. 8.30 Uhr, Rückfahrt gegen 19.00 Uhr
Wir bitten um Anmeldung im Kunst Archiv.
Ab Februar 2017 liegt der genaue Reiseverlauf vor. Kosten: ca. 48,- Euro (inklusive Transfer, Führungen und Eintritte)


SA 24. JUNI 2017

Skulptur im öffentlichen Raum Ein Gang vom Darmstadtium zur Rösenhöhe

Darmstadt ist vieles zugleich: die seit der vorvergangenen Jahrhundertwende so apostrophierte „Stadt der Kunst“, die gegenwärtig via Poststempel so bezeichnete Stadt der Wissenschaft und die Stadt der Literatur. Darmstadt ist aber auch eine Stadt der Bildhauerei. Aus fürstlichen und kirchlichen Zusammenhängen befreite sich die Kunst im öffentlichen reiterdenkmal-03Raum durch die Stilkunstbewegung um 1900 mit Bernhard Hoetger, Ludwig Habich u.a. Auch mit den Künstlern um die Darmstädter Sezession um 1920 kam spätexpressive und neusachliche Bildhauerei hinzu. Nach 1945 begannen mehrere Bildhauer, wie der 1920 geborene Wilhelm Loth, in Darmstadt ihr Werk und trugen wesentlich zur Entwicklung der Skulptur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bei. Mit der Berufung von Waldemar Grzimek an den Lehrstuhl für plastisches Gestalten an die TH Darmstadt und seiner vier Assistenten wurde Darmstadt endgültig zur Stadt der Bildhauerei. Der Weg über die Ollenhauer Promenade bis zur Rosenhöhe umfasst ca. 20 Skulpturen, die bei dem Parkour vorgestellt werden.

Treffpunkt: Darmstadtium, am Ross und Reiter Denkmal von Waldemar Grzimek
Eintritt: 5,- Euro, für Mitglieder des Kunst Archivs frei
Beginn der Veranstaltung: 15.00 Uhr


SA 22. JULI 2017

Sur-Reale Visionen – Zwischen Bedrängnis und Vergänglichkeit. Atelierbesuch bei Elke Bergerin

Elke Bergerin bevorzugt das große Format; es entstehen dicht komponierte Bilder, die Vergänglichkeit thematisieren und Bedrängung suggerieren. Wuchernde, wabernde Elemente des Körperlichen setzt sie filigran aneinander und provoziert, an die Bilderwelt von Richard Oelze, Max Ernst und zuweilen an Francis Bacon erinnernd, Augenblicke des Surrealen. „Gefährliche Stilleben“ nennt sie viele ihrer Bildkompositionen selbst.

Foto: Elke Bergerin

Foto: Elke Bergerin

Elke Bergerin wurde 1968 in Apolda/Thüringen geboren. Sie studierte ab 2003 an der Kunstschule „Atelier Siegel“ in Frankfurt/Main, sowie an der Städelschule bei Michael Siegel und Stephan Melzl. Die Künstlerin nahm an zahlreichen Sommer- wie Herbstakademien in Hamburg, Dresden Salzburg, Bad Reichenhall und Innsbruck teil. Studienreisen führten Elke Bergerin nach Madrid, Toledo, Rom, Oslo, Venedig und Luxor.

Bei dem Atelierbesuch gibt es die Möglichkeit mit der Künstlerin ins Gespräch zu kommen und vor Ort über ihre Arbeiten zu diskutieren. Voraussichtlich fahren wir in privaten PKWs. Der Treffpunkt in Darmstadt wird noch bekannt gegeben. Wir bitten um Anmeldung!

Eintritt: 5,- Euro, für Mitglieder des Kunst Archivs frei
Beginn der Veranstaltung: 15.30 Uhr

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