Walter Gropius. Der Architekt seines Ruhms

MO 17. Juni 2019, 19 Uhr
Vortrag und Diskussion mit dem Autor Bernd Polster
Im Vortragssaal des Literaturhauses

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Bernd Polster

Bereits in seinem Architekturstudium (1903-1906 an der Technischen Hochschule in München, 1906-1908 an der Technischen Hochschule Charlottenburg) war klar, dass Walter Gropius insbesondere von den zeichnerischen Anforderungen überfordert und auf die Unterstützung durch Helfer angewiesen war. 1908 brach er sein Studium ohne Diplom ab. Im selben Jahr trat er durch Vermittlung von Karl Ernst Osthaus in das Büro von Peter Behrens ein, in dem auch weitere später berühmt gewordene Architekten, wie Ludwig Mies van der Rohe und Le Corbusier, arbeiteten. Mit seiner „Unfähigkeit, auch nur das Einfachste auf Papier zu bringen“ (in: Winfried Nerdinger, „Der Architekt Walter Gropius: Zeichnungen, Pläne, Fotos, Werkverzeichnis“, Berlin 1985) war er dort mit anderen Aufgaben betraut als mit Zeichnen. Gropius selbst beschrieb rückblickend seine Rolle im Büro von Peter Behrens in einem Brief vom 8. Mai 1969 an Herta Hesse als „Faktotum“.

1910 machte sich Walter Gropius als Architekt und Gestalter selbständig und gründete ein Architekturbüro. Durch Karl Ernst Osthaus kam er zum Deutschen Werkbund, entwarf Inneneinrichtungen, Tapeten, Serienmöbel und Autokarossen. Zusammen mit seinem Mitarbeiter Adolf Meyer (späterer Bauhaus-Meister in Weimar von 1919 bis 1925) entwarf er 1911 seine erste bedeutende architektonische Arbeit: das Fagus-Werk in Alfeld an der Leine. Eine eindrucksvolle Karriere begann, die über das Bauhaus bis zu einer Professur nach Harvard führte. In seinem Buch zeigt Bernd Polster Walter Gropius als geschickten Netzwerker, der es meisterhaft verstand, talentierte Menschen für sich einzunehmen.

Der 1952 geborene Autor Bernd Polster lebt als Publizist und Künstler in Bonn. Neben regelmäßigen Beiträgen für Rundfunk und Fernsehen, veröffentlichte er zahlreiche Bücher, u.a. „bauhaus design“ (2009, mit Volker Fischer und Katja Simon), „Autodesign international“ (2010, mit Phil Patton) sowie „Und kann man darauf auch sitzen? Wie Design funktioniert“ (2011).

Wir laden Sie herzlich zu diesem Abend ein und freuen uns auf eine anregende Diskussion!

Eintritt: 6,- €
Eine gemeinsame Veranstaltung vom Kunst Archiv Darmstadt e.V. und dem Georg Büchner Buchladen, Darmstadt

Atelierbesuch bei Genaro Strobel

SA 15. JUNI 2019

Am Samstag, 15. Juni 2019 werden wir den Künstler in seinem Atelier besuchen. Der 1984 in Frankfurt geborene Genaro Strobel studierte in Berlin Visuelle Kommunikation an der Universität der Künste und Malerei an der Weißensee Kunsthochschule und schloss 2014 in Leipzig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst mit einem Diplom in Malerei ab.

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© Genaro Strobel / VG Bildkunst

Im Oktober 2018 ist Genaro Strobel als neuer Stipendiat in das frisch renovierte Charlotte-Prinz-Haus in Arheilgen eingezogen. Das ehemalige Wohn- und Atelierhaus der Malerin Charlotte Prinz wird dem Maler, Zeichner und Fotografen zwei Jahre lang als Wohnatelier dienen und ihm Raum für die Entwicklung seiner Kunst geben.

Genaro Strobels Werk umfasst großformatige Holzschnitte, die er mit Laser bearbeitet und in Berlin auf der Presse der einstigen Kunstdruckerei Fritz Margull selbst druckt. Es entstehen stimmungsvolle Bilder von Landschaften und abstrakten Collagen.

Wir bitten um Anmeldung im Kunst Archiv. Treffpunkt: Emil-Voltz-Straße 34, Darmstadt-Arheilgen um 15.00 Uhr Eintritt: 5,- Euro / für Mitglieder des Kunst Archivs frei

 

Vortrag von Prof. Dr. Werner Durth: Das Bauhaus in Darmstadt

DO 6. JUNI 2019

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© Nachlass Pit Ludwig, Darmstadt / Sammlung Hermann Hauck

Nach der Gründung des Bauhaus-Archivs 1960 und der ersten großen Ausstellung zur Lehre am Bauhaus in der Kunsthalle 1961 war Darmstadt ein wichtiger Standort in der Geschichte der Wiederentdeckung des Bauhauses und seiner internationalen Bedeutung. Mit dem Entwurf von Walter Gropius für einen Neubau auf der Rosenhöhe erlangte die Stadt breite Aufmerksamkeit der kulturell interessierten Öffentlichkeit, doch konnte dieses Projekt in Darmstadt nicht verwirklicht werden. Nach dem Umzug des Archivs in den Westen Berlins 1971 wurde der Entwurf für die Kuppe der Rosenhöhe in modifizierter Form am Landwehrkanal realisiert, gegenwärtig wird die weltweit größte Sammlung zur Geschichte des Bauhauses durch einen Neubau erweitert. Im Blick auf den Schauplatz Darmstadt schildert der reich illustrierte Vortrag eine für die Bauhaus-Rezeption entscheidende Phase in der hundertjährigen Geschichte der weltweit einflussreichsten Kunsthochschule Deutschlands.

Werner Durth ist Professor für Geschichte und Theorie der Architektur an der TU Darmstadt. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Schelling-Architekturpreis für Architekturhistoriographie und dem Fritz-Schumacher-Preis für sein Lebenswerk. Der zentrale Vortrag findet gemeinsam mit den Freunden des Landesmuseums Darmstadt e.V. statt. Die Veranstaltung findet im Vortragsraum des Literaturhauses statt.

Beginn der Veranstaltung: 19.00 Uhr Eintritt: 5,- Euro / für Mitglieder des Kunst Archivs und der Freunde des Landesmuseums Darmstadt frei

 

Vortrag: Knipsen was das Zeug hält! Bernd Freese über die Fotografie am Bauhaus

DO 23. MAI 2019

Im Weimarer Bauhaus gab es die Fotografie noch lange nicht als Lehrfach, obwohl jeder zweite über einen Fotoapparat verfügte und wie wild knipste. Es kamen grandiose Fotos heraus, Objekte und Bauhaus-EmblemArchitektur wurden neu gesehen, Feste im Lichtbild festgehalten und so u.a. die vergnügliche Bauhaus-Kapelle dokumentiert. Es herrschte Spontanität, geprägt vom neu-sachlichem Blick. László Moholy-Nagy und seine Frau Lucia, eine gelernte Fotografin gehörten zu den wichtigsten Fotografen am Bauhaus, sowie Erich Consemüller, Lux Feininger und auch Gertrud Arndt. Unter der Ägide von Hannes Meyer wurde 1929 die Fotografie zur Lehrdisziplin, Walter Peterhans leitete die Fotoklasse. Über das spannende Thema „Fotografie am Bauhaus“ berichtet der Frankfurter Sammler Bernd Freese, begleitet von ausgewähltem Bildmaterial aus seiner umfangreichen Bauhaus-Sammlung.

Die Veranstaltung findet in den Räumen des Kunst Archivs statt. Beginn der Veranstaltung: 19.00 Uhr Eintritt: 5,- Euro / für Mitglieder des Kunst Archivs frei

Abbildung © Nachlass Karl Peter Röhl / Sammlung Bernd Freese

Vortrag: 1919 – Das Jahr der Frauen! Künstlerinnen im Gründungsjahr der Darmstädter Sezession

DO 9. MAI 2019

In einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Luise-Büchner-Gesellschaft und dem Kunst Archiv hält Claus K. Netuschil einen bebilderten Vortrag über drei Künstlerinnen, die in der Gründungsphase der Darmstädter Sezession angehörten. Der Vortrag ist Teil einer Veranstaltungsreihe der Luise-Büchner-Gesellschaft, die unter dem Motto „Aufbruch der Frauen!“ steht und mit einer Buchpremiere im Februar 2019 eröffnet wurde, in der Unda Hörners Buch „1919: Das Jahr der Frauen!“ vorgestellt wurde. 1919 ist auch das Gründungsjahr der Künstlergruppe Darmstädter Sezession, die von dem expressionistischen Dichter und Schriftsteller Kasimir Edschmid und dem Maler Carl Gunschmann – beide Darmstädter von Geburt – gegründet wurde.

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Zu den ersten Künstlern gehörten auch die Malerin und Grafikerin Erna Pinner (1890-1987), die Zeichnerin Hedwig Dülberg-Arnheim (1894-1944) und Hertha Koch-Michel (1891-1960), die beide textile Stickereien gefertigt haben.

Claus K. Netuschil geht auf die Lebenswege und die künstlerischen Arbeiten der drei Künstlerinnen ein, stellt sie in den Zusammenhang der Künstlergruppe, die in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen feiert und spricht über die weibliche Emanzipation in der Kunst. Der Vortrag findet im Vortragsraum des Literaturhauses statt.

Beginn der Veranstaltung: 19.00 Uhr Eintritt 5,- Euro / für Mitglieder des Kunst Archivs und der Luise-Büchner-Gesellschaft frei

Foto: Dokumentation zum Darmstädter Expressionismus / Sammlung Claus K. Netuschil

Jahreshauptversammlung: Zwischen Bauhaus und Darmstädter Sezession

DO 2. MAI 2019

Zur 35. Jahreshauptversammlung sind alle Mitglieder des Kunst Archiv Darmstadt e.V. am Donnerstag, 2. Mai 2019 um 19 Uhr herzlich eingeladen. Auf der Tagesordnung stehen der Rückblick auf das vergangene Veranstaltungsjahr, ein Bericht der Schatzmeisterin und der Ausblick auf das weitere Programm und die Planungen des Kunst Archivs für Herbst und Winter 2019. Im Anschluss wird es eine Führung durch die aktuelle Ausstellung geben.

Die Veranstaltung findet in den Räumen des Kunst Archivs statt. Beginn der Veranstaltung: 19.00 Uhr

Die diesjährige Tages-Kunstreise führt uns nach Bad Kreuznach und Bad Münster.

SA 11. MAI 2019

Nach einem Rundgang durch die Altstadt und das KulturViertel von Bad Kreuznach werden wir uns im Museum Schlosspark dem künstlerischen Schaffen der Bildhauerfamilie Cauer widmen. Im Cauer-Haus werden wir im Anschluss das zum Museum umgewidmete Atelier von Hanna Cauer (1902-1989) besuchen. Nach der Mittagspause besichtigen wir in Bad Münster das Steinskulpturen-Museum der Fondation Kubach-Wilmsen. Der Ausstellungsort wurde von dem international renommierten japanischen Architekten Tadao Ando als Museum in der Landschaft konzipiert und bindet die monumentalen Steinskulpturen des Künstlerpaares Anna Kubach-Wilmsen und Wolfgang Kubach in die Natur ein. Als letzten Programmpunkt besuchen wir das Atelier der zeitgenössischen Malerin, Fotografin und derzeitigen Stipendiatin Mona Pourebrahim im Künstlerbahnhof Ebernburg.

Im Februar 2019 liegt der genaue Reiseverlauf vor. Wir bitten um Anmeldung. Abfahrt in Darmstadt ca. 8.00 Uhr, Rückankunft gegen 19.30 Uhr

Treffpunkt: Zweifalltorweg an der Westseite des Hauptbahnhofs Kosten: ca. 48,- Euro inkl. Busfahrt, Führungen und Eintritte

Fotos © Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH

Ausstellungseröffnung: Bauhaus-Archiv Darmstadt.

SO 14. APRIL 2019

Frühe Rezeption eines internationalen Stils Unsere Auseinandersetzung mit dem Bauhaus und seinen revolutionären Ideen setzen wir mit einer Ausstellung zum Bauhaus-Archiv fort, das zehn Jahre in Darmstadt bestand. Die Ausstellung wird am Sonntag, 14. April 2019 um 11.00 Uhr von Oberbürgermeister Jochen Partsch, Prof. Dr. Werner Durth und Claus K. Netuschil eröffnet und ist bis Freitag, 19. Juli 2019 zu sehen.


© Nachlass Pit Ludwig, Darmstadt / Sammlung Hermann Hauck © Modell: TU Darmstadt / Prof. Werner Durth

Mit der Gründung des Bauhaus-Archivs 1960 in Darmstadt setzte die Rezeption, die Archivierung und die kunsthistorische Aufarbeitung des Bauhauses ein. 1964 plante Walter Gropius für Darmstadt ein repräsentatives Gebäude auf der Rosenhöhe, das die Geschichte des Bauhauses von 1919 bis 1933 dokumentieren sollte. Im Zentrum unserer Ausstellung steht das zehnjährige Wirken des Bauhaus-Archivs in Darmstadt. Ergänzend dazu wird eine große Auswahl an herausragender Druckgrafik, von allen vierzehn Meistern des Bauhauses u.a. Paul Klee, Wassily Kandinsky, Oskar Schlemmer, Lyonel Feininger, László Moholy-Nagy und Georg Muche. Die kostbaren grafischen Blätter sind Teil der privaten Sammlung unseres Mitglieds Bernd Freese.

1919 wurde das Bauhaus in Weimar gegründet. Es war die folgenreichste Gründung einer Kunsthochschule und des Zusammenschlusses der wichtigsten deutschen Künstler in der gerade beginnenden Weimarer Republik. Auf Basis der Lehre, die im frühen 20. Jahrhundert die Moderne in der Architektur und dem gesamten Lebensumfeld des Menschen propagierte, entstand ein internationaler Stil, der in der Nachfolge der Ideen der Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe in Darmstadt heute noch als unumstößliche Grundlage der Moderne gilt.

Rezeption, die Archivierung und kunsthistorische Aufarbeitung des Bauhauses statt. Es wurde gesammelt, Vorträge gehalten und Ausstellungen eingerichtet. Zahlreiche Publikationen zeugen von der weitreichenden Tätigkeit des Bauhaus-Archivs. Neun ehemalige Bauhaus-Künstler lebten und arbeiteten nach 1945 in Darmstadt. Auch das verbindet die Stadt mit dem Bauhaus. Die Ausstellung wird die Gründungsidee des Staatlichen Bauhauses Weimar mit Original-Dokumenten belegen. Umfangreich wird anhand von Protokollen, Druckwerken, Fotos und Modellen das zehnjährige Wirken des Bauhaus-Archivs in Darmstadt gezeigt.

Die Ausstellung ist ein gemeinsames Projekt des Architekturhistorikers Prof. Dr. Werner Durth, des Sammlers Bernd Freese und Claus K. Netuschil.r

Die Eröffnung findet in den Räumen des Kunst Archivs statt. Eintritt frei. Beginn der Veranstaltung: 11.00 Uh

Finissage der Gertrud und Alfred Arndt-Ausstellung

DO 28. MÄRZ 2019

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© Alfred und Gertrud Arndt Darmstadt, Bauhaus-Archiv Berlin, VG Bildkunst 2018/19

Am vorletzten Abend der Ausstellung werden wir bei einem Glas Wein über das Leben und Werk der beiden Bauhäusler Gertrud und Alfred Arndt reflektieren. Bei einer letzten Führung wird es auch um das künstlerische Nachwirken des Malers und Architekten und der Weberin und Fotografin gehen, sowie um die Bedeutung der beiden Künstler für die Stadt Darmstadt.

Die Führung findet um 19.00 Uhr in den Räumen des Kunst Archivs statt. Eintritt: 5,- Euro / für Mitglieder des Kunst Archivs frei