Künstlerhaus – Meisterhaus – Meisterbau

Mittwoch, 16. Oktober 2019 um 16 Uhr

Führung mit Dr. Philipp Gutbrod

Dr. Philipp Gutbrod führt uns durch die Sonderausstellung „Künstlerhaus – Meisterhaus – Meisterbau“, die noch bis zum 20. Oktober 2019 zu sehen ist. Die Ausstellung zeigt anschaulich die Bedeutung der Mathildenhöhe für die Entstehung des Bauhauses und der Nachkriegsarchitektur. Bis heute beeinflusst die erste Bauausstellung der Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe 1901 nachfolgende Bau-Ausstellungen und städtebauliche Projekte. Joseph Maria Olbrich (1867-1908) und Peter Behrens (1868-1940) legten damals den Grundstein für eine moderne, zukunftsweisende Architektur und setzten neue Impulse in der Gestaltung von Innenräumen. Sie gehörten zu den Mitbegründern des Werkbunds, dessen Ideen das Bauhaus aufgriff und weiterentwickelte. Beide späteren Bauhaus-Direktoren Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe arbeiteten als junge Männer in Peter Behrens´ Architekturbüro in Berlin und lernten dort die Zusammenführung von Handwerk, künstlerischer Gestaltung und industrieller Produktion kennen. In der Nachkriegszeit inspirierte die Künstlerkolonie den Wiederaufbau Darmstadts zu einem Design- und Architekturzentrum und es entstanden Meisterbauten von Otto Bartning, Ernst Neufert und Max Taut.


Fotos:
Haus Olbrich, Häuser Keller und Habich, Mathildenhöhe, Darmstadt, 1901; Foto: Institut Mathildenhöhe, Städtische Kunstsammlung Darmstadt
Albin Müller, Miethäusergruppe, Westseite, Mathildenhöhe Darmstadt, 1914; Foto: Institut Mathildenhöhe, Städtische Kunstsammlung Darmstadt.

Dr. Philipp Gutbrod leitet seit 2015 als Direktor das Institut Mathildenhöhe. Er studierte Kunstgeschichte, Öffentliches Recht und Klassische Archäologie in Heidelberg und München und promovierte 2004 zu den Papierarbeiten von Wols (1913-1951). Seit 2011 war er Ausstellungskurator und Sammlungskonservator am Institut Mathildenhöhe und arbeitete maßgeblich an der Bewerbung der Mathildenhöhe um Anerkennung als UNESCO Weltkulturerbe mit.

Mittwoch, 16. Oktober 2019 um 16 Uhr
Treffpunkt: Eingang des Museum Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe
Eintritt: 5 € / für Mitglieder des Kunst Archivs frei

Führung durch die Ausstellung: Ernst Moritz Engert und die Darmstädter Sezession

Engert war eine schillernde Gestalt innerhalb der deutschen Kunstszene der 1920er Jahre zwischen Berlin, München, Bonn und Darmstadt, und ragt mit seinen expressiv-kubistischen Silhouettenschnitten singulär heraus. In unserer Führung werden Mensch und Werk im Kontext der Gründung der Darmstädter Sezession sichtbar gemacht und interpretiert.

13_kunstarchiv_sept_2019

Donnerstag, 26.09.2019
Die Veranstaltung findet um 19.00 Uhr in den Räumen des Kunst Archivs statt.
Eintritt: 5,- Euro / für Mitglieder des Kunst Archivs frei

Abbildung:
Ernst Moritz Engert, Plakat „Das Tribunal“, Offset-Druck nach Holzschnitt, Privatsammlung Darmstadt
© VG Bild-Kunst, Bonn

Ernst Moritz Engert und die Darmstädter Sezession.

8. September bis 13. Dezember 2019

Der Bogenschütze als Emblem der Avantgarde

Am 8. September 2019 um 11 Uhr, eröffnet das Kunst Archiv Darmstadt e.V. seine umfangreiche Herbst-Ausstellung Ernst Moritz Engert und die Darmstädter Sezession. Der Bogenschütze als Emblem der Avantgarde. Mit der historischen Ausstellung erinnert das Kunst Archiv Darmstadt e.V. an das hundertjährige Gründungsjubiläum der Darmstädter Sezession.

z_bogenschuetze

Ernst Moritz Engert, Flammen (Tanz), Scherenschnitt, 1918, 11,3 x 10,6 cm, Privatsammlung Limburg / Lahn
© VG Bild-Kunst Bonn

Der Silhouettenschneider Ernst Moritz Engert (1892-1986) war ein großer Kommunikator und Vermittler zwischen den Kunstszenen: als junger Mann gehörte er zu den Bohèmekreisen von München, Berlin, Bonn und Darmstadt, knüpfte eifrig Kontakte, nahm an Ausstellungen teil, inszenierte Schattentheater und ging seinen literarischen Neigungen nach. Er schrieb für verschiedene Zeitschriften, war gesuchter Porträtist, arbeitete als Buchillustrator und Bühnenbildner.

1919 kam er nach Darmstadt und wohnte bei seinem Freund, dem Dichter Hans Schiebelhuth, den er bereits 1912 in München kennengelernt hatte. Engert war 1919 Mitbegründer der Darmstädter Sezession und nahm an allen großen Ausstellungen der Künstlergruppe teil. Mit dem Signet des „Bogenschützen“ schuf er ein signifikantes Zeichen für die neugegründete Darmstädter Sezession. Sein Silhouettenschnitt „Judith“ schmückte das erste Heft der spätexpressionistischen, politischen Zeitschrift „Das Tribunal“, die Carlo Mierendorff 1919 in zwei Jahrgängen herausgab.

z_Ernst Moritz Engert

Porträt Ernst Moritz Engert beim Scherenschnitt, Berlin 1930er Jahre
© VG Bild-Kunst Bonn

Die Ausstellung zeigt einen großen Querschnitt aus Ernst Moritz Engerts Werk der 1920er Jahre aus privatem und musealem Besitz. Parallel erzählt ein zweiter Ausstellungsteil von der Gründung der Sezession 1919 und stellt rund 25 Künstler in Wort und Bild vor, die im Sezessionsgründungsmanifest namentlich genannt, an der ersten Ausstellung in der Kunsthalle Darmstadt 1919 oder an der großen Expressionismus-Ausstellung 1920 auf der Mathildenhöhe beteiligt waren.

Ausstellung vom 8. September bis 13. Dezember 2019: Ernst Moritz Engert und die Darmstädter Sezession. Der Bogenschütze als Emblem der Avantgarde zum hundertsten Gründungsjubiläum der Künstlergruppe

Die heitere Welt des Wilhelm Philipp: Kulturfest im Literaturhaus

Freitag, 23. August, 18 Uhr

01-Wilhelm-Philipp-DarmstadtZum diesjährigen Kulturfest im Literaturhaus, an dem sich die Vereine des Literaturhauses präsentieren, öffnet das Kunst Archiv in einer Ausstellungspause seine Räume. Wir zeigen ausgewählte Arbeiten des Darmstädter Malers und Zeichners Wilhelm Philipp (1906-1993) aus der Sammlung des Kunst Archivs. Zu Gunsten kommender Ausstellungsvorhaben und der Arbeit des Kunst Archivs werden kleine Grafiken und Skizzenblätter zum Verkauf angeboten. Neben Kurzführungen durch das Archiv gibt es für die Besucher die Möglichkeit, sich von den heiteren Szenen Philipps inspirieren zu lassen und unter Anleitung von Julia Scheichen-Ost und Claire Mayer selbst künstlerisch tätig zu werden.

Die Veranstaltung findet ab 18.00 Uhr im Literaturhaus und in den Räumen des Kunst Archivs statt. / Eintritt frei.

Abbildung: ©Wilhelm Philipp, Darmstadt

Bauhaus-Archiv Darmstadt. Bilanz und weltweite Wirkung

Katalog-Cover_WebseiteDer Katalog „Bauhaus-Archiv Darmstadt. Bilanz und weltweite Wirkung“ widmet sich den Anfangsjahren des Bauhaus-Archivs, das 1960 mit Unterstützung durch Walter Gropius von dem jungen Kunsthistoriker Hans Maria Wingler in Darmstadt gegründet wurde. In den folgenden Jahren entwickelte sich Darmstadt zu einem lebendigen Zentrum der Bauhaus-Rezeption mit Ausstellungen, Vorträgen und einer stetig wachsenden Bauhaus-Sammlung, die aus der ganzen Welt zusammengetragen wurde. Der umfangreiche Katalog erinnert mit Textbeiträgen des Kunsthistorikers Claus K. Netuschil, Bauhaus-Sammlers Bernd Freese und Architekturhistorikers Prof. Werner Durth sowie bisher unveröffentlichten Fotografien und Dokumenten an die frühe Arbeit und Wirkung der Institution.

LESEPROBE >>>

Mit Textbeiträgen von Claus K. Netuschil, Bernd Freese und Werner Durth
Hrsg. Claus K. Netuschil, Darmstadt 2019
131 Seiten, 30,- €

Gespräch mit Magdalena Droste und Bernd Freese: Über die Bedeutung des Bauhauses und seiner Künstler

DO 27. JUNI 2019

Walter-Gropius-Portrait

Walter Gropius

In einer Gesprächsrunde mit Prof. Dr. Magdalena Droste, die über viele Jahre am Berliner Bauhaus- Archiv tätig war (von 1991 bis 1997 in leitender Funktion als stellvertretende Direktorin) und dem Frankfurter Sammler Bernd Freese (der in den vergangenen drei Jahrzehnten Dokumente und originale Arbeiten der Bauhaus-Künstler vor allem zur Fotografie, Typografie und Druckgrafik zusammengetragen hat) wird, moderiert von Claus K. Netuschil, über den Mythos „Bauhaus“ nachgedacht und diskutiert. Dabei wird die kulturelle Bedeutung der aktiven Zeit des Bauhauses von 1919 bis 1933 ebenso wie die legendäre weltweite Nachwirkung bis heute zur Sprache kommen.

Innerhalb der aktuellen Ausstellung des Kunst Archivs zum Bauhaus-Archiv Darmstadt werden auch die Akteure, die Künstler und Bauhäusler, deren Lebensläufe und Werke thematisiert. Beide Gesprächsteilnehmer berichten eindringlich und kenntnisreich über ihre Beziehung zu dem internationalen Stil. In der offenen Gesprächsrunde mit den Kunstkennern sind Anregungen und Beiträge der Besucher erwünscht.

Die Veranstaltung findet in den Räumen des Kunst Archivs statt. Beginn der Veranstaltung: 19.00 Uhr
Eintritt: 5,- Euro / für Mitglieder des Kunst Archivs frei

Walter Gropius. Der Architekt seines Ruhms

MO 17. Juni 2019, 19 Uhr
Vortrag und Diskussion mit dem Autor Bernd Polster
Im Vortragssaal des Literaturhauses

03_polster_007_basimghomorlou2

Bernd Polster

Bereits in seinem Architekturstudium (1903-1906 an der Technischen Hochschule in München, 1906-1908 an der Technischen Hochschule Charlottenburg) war klar, dass Walter Gropius insbesondere von den zeichnerischen Anforderungen überfordert und auf die Unterstützung durch Helfer angewiesen war. 1908 brach er sein Studium ohne Diplom ab. Im selben Jahr trat er durch Vermittlung von Karl Ernst Osthaus in das Büro von Peter Behrens ein, in dem auch weitere später berühmt gewordene Architekten, wie Ludwig Mies van der Rohe und Le Corbusier, arbeiteten. Mit seiner „Unfähigkeit, auch nur das Einfachste auf Papier zu bringen“ (in: Winfried Nerdinger, „Der Architekt Walter Gropius: Zeichnungen, Pläne, Fotos, Werkverzeichnis“, Berlin 1985) war er dort mit anderen Aufgaben betraut als mit Zeichnen. Gropius selbst beschrieb rückblickend seine Rolle im Büro von Peter Behrens in einem Brief vom 8. Mai 1969 an Herta Hesse als „Faktotum“.

1910 machte sich Walter Gropius als Architekt und Gestalter selbständig und gründete ein Architekturbüro. Durch Karl Ernst Osthaus kam er zum Deutschen Werkbund, entwarf Inneneinrichtungen, Tapeten, Serienmöbel und Autokarossen. Zusammen mit seinem Mitarbeiter Adolf Meyer (späterer Bauhaus-Meister in Weimar von 1919 bis 1925) entwarf er 1911 seine erste bedeutende architektonische Arbeit: das Fagus-Werk in Alfeld an der Leine. Eine eindrucksvolle Karriere begann, die über das Bauhaus bis zu einer Professur nach Harvard führte. In seinem Buch zeigt Bernd Polster Walter Gropius als geschickten Netzwerker, der es meisterhaft verstand, talentierte Menschen für sich einzunehmen.

Der 1952 geborene Autor Bernd Polster lebt als Publizist und Künstler in Bonn. Neben regelmäßigen Beiträgen für Rundfunk und Fernsehen, veröffentlichte er zahlreiche Bücher, u.a. „bauhaus design“ (2009, mit Volker Fischer und Katja Simon), „Autodesign international“ (2010, mit Phil Patton) sowie „Und kann man darauf auch sitzen? Wie Design funktioniert“ (2011).

Wir laden Sie herzlich zu diesem Abend ein und freuen uns auf eine anregende Diskussion!

Eintritt: 6,- €
Eine gemeinsame Veranstaltung vom Kunst Archiv Darmstadt e.V. und dem Georg Büchner Buchladen, Darmstadt

Atelierbesuch bei Genaro Strobel

SA 15. JUNI 2019

Am Samstag, 15. Juni 2019 werden wir den Künstler in seinem Atelier besuchen. Der 1984 in Frankfurt geborene Genaro Strobel studierte in Berlin Visuelle Kommunikation an der Universität der Künste und Malerei an der Weißensee Kunsthochschule und schloss 2014 in Leipzig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst mit einem Diplom in Malerei ab.

Genaro-Strobel-DSC_0404klein

© Genaro Strobel / VG Bildkunst

Im Oktober 2018 ist Genaro Strobel als neuer Stipendiat in das frisch renovierte Charlotte-Prinz-Haus in Arheilgen eingezogen. Das ehemalige Wohn- und Atelierhaus der Malerin Charlotte Prinz wird dem Maler, Zeichner und Fotografen zwei Jahre lang als Wohnatelier dienen und ihm Raum für die Entwicklung seiner Kunst geben.

Genaro Strobels Werk umfasst großformatige Holzschnitte, die er mit Laser bearbeitet und in Berlin auf der Presse der einstigen Kunstdruckerei Fritz Margull selbst druckt. Es entstehen stimmungsvolle Bilder von Landschaften und abstrakten Collagen.

Wir bitten um Anmeldung im Kunst Archiv. Treffpunkt: Emil-Voltz-Straße 34, Darmstadt-Arheilgen um 15.00 Uhr Eintritt: 5,- Euro / für Mitglieder des Kunst Archivs frei

 

Vortrag von Prof. Dr. Werner Durth: Das Bauhaus in Darmstadt

DO 6. JUNI 2019

Scan_07

© Nachlass Pit Ludwig, Darmstadt / Sammlung Hermann Hauck

Nach der Gründung des Bauhaus-Archivs 1960 und der ersten großen Ausstellung zur Lehre am Bauhaus in der Kunsthalle 1961 war Darmstadt ein wichtiger Standort in der Geschichte der Wiederentdeckung des Bauhauses und seiner internationalen Bedeutung. Mit dem Entwurf von Walter Gropius für einen Neubau auf der Rosenhöhe erlangte die Stadt breite Aufmerksamkeit der kulturell interessierten Öffentlichkeit, doch konnte dieses Projekt in Darmstadt nicht verwirklicht werden. Nach dem Umzug des Archivs in den Westen Berlins 1971 wurde der Entwurf für die Kuppe der Rosenhöhe in modifizierter Form am Landwehrkanal realisiert, gegenwärtig wird die weltweit größte Sammlung zur Geschichte des Bauhauses durch einen Neubau erweitert. Im Blick auf den Schauplatz Darmstadt schildert der reich illustrierte Vortrag eine für die Bauhaus-Rezeption entscheidende Phase in der hundertjährigen Geschichte der weltweit einflussreichsten Kunsthochschule Deutschlands.

Werner Durth ist Professor für Geschichte und Theorie der Architektur an der TU Darmstadt. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Schelling-Architekturpreis für Architekturhistoriographie und dem Fritz-Schumacher-Preis für sein Lebenswerk. Der zentrale Vortrag findet gemeinsam mit den Freunden des Landesmuseums Darmstadt e.V. statt. Die Veranstaltung findet im Vortragsraum des Literaturhauses statt.

Beginn der Veranstaltung: 19.00 Uhr Eintritt: 5,- Euro / für Mitglieder des Kunst Archivs und der Freunde des Landesmuseums Darmstadt frei