Anatomie

Die Zeichnung zeigt einen Huf von unten

Die Sohle ist idealerweise leicht nach innen gewölbt, man nennt das Sohlenwölbung, sie schützt die sensitiven Teile des Hufs. Sie besteht zu etwa 25 % aus Wasser.

Der Strahl ist durch seinen hohen Wasseranteil von etwa 50 % weicher und elastischer als das übrige Hufhorn. Er hat stoßbrechende Eigenschaften und spielt für den Hufmechanismus eine wichtige Rolle. Die Mittlere Strahlfurche ist mittig auf dem Stahl, sie bildet eine Vertiefung. Hier kommt es häufig zu Stahlfäule. Die beiden tieferen Furchen neben dem Strahl heißen Seitliche Strahlfurchen.

Die Hornwand hat drei Schichten: die Glasurschicht, die Schutzschicht und die Verbindungsschicht zum sensitiven Teil. Sie besteht aus vielen kleinen Hornröhrchen und dem Zwischen-röhrchenhorn. Die Röhrchen stehen senkrecht und werden nach innen hin größer. Sie geben dem Huf Stabilität. Die Wand ist an der Zehe stärker als im Bereich der Seitenwände und Trachten.

Die Eckstrebe ist der hintere Teil der Hornwand, sie verläuft ab dem Trachtenende in Richtung nach vorne weiter. Das Horn ist hier härter als das übrige Sohlenhorn, als Streben geben dem Huf Stabilität. Der Eckstrebenwinkel ist der dreickige Bereich der von den Ecksteben und der Sohle gebildet wird. Hier ist oft der Sitz von Hufgeschwüren, da hier weicheres Sohlenhorn an härteres Wandhorn angrenzt.

Die Weiße Linie (Zona alba) begrenzt die Hornwand zur Verbindungsschicht. Sie ist weich und elastisch, ähnlich wie das Horn des Stahls. Hier werden die Hufnägel für das Hufeisen plaziert.

Die Trachten beginnen an der weitesten Stelle und bilden die Hornwand im hinteren Bereich des Hufes. Sie bewegen sich bei Belastung auseinander.

Die Ballen sind die weicheren runde Teile am hinteren, oberen Rand des Hufes oberhalb der Trachten. Sie schützen den Huf vor Stößen, z. B. wenn die Trachten im Galopp zuerst auf den Boden treffen.