Blockaden im Kreuzdarmbein / Beckenschiefstand

Die Hintergliedmaßen sind über das Illiosakrakgelenk, das auch Kreuzdarmbeingelenk genannt wird, mit dem Rumpf verbunden. Die Verbindung ist beweglich, federnd aber auch straff und fest, um die Kräfte der Hinterhand auf Wirbelsäule und Rumpf zu übertragen. Dafür muß das Gelenk kleine Bewegungen in alle Bewegungsrichtungen zulassen und andererseits stabil sein, um die Kräfte zu tragen und weiterzugeben. Das ist ein Spagat aus grösster Flexibilität und Festigkeit zugleich. In der Bewegung wirken die Kräfte in unterschiedlichen Richtungen auf das Gelenk. Es findet nicht nur eine Rotation, sondern auch eine Verschiebung der Gelenkflächen zueinander statt.

Der Verknöcherungsprozess des aus fünf verschmolzen Wirbeln bestehenden Kreuzbeins ist erst mit etwa fünf Jahren vollständig abgeschlossen. Wird ein junges Pferd zu früh versammelt oder übermäßig im Springen oder beim Westernreiten gefordert wird das Iliosakralgelenk extrem belastet, daraus resultiert eine Instabilität des gesamten  Bandapparates der das Gelenk umgibt.

Ein weiterer Auslöser für Blockaden des Illiosakralgelenks sind Unfälle, zum Beispiel wenn das Pferd auf die Hinterhand stürzt oder ungünstig aufsteht. Es erschreckt sich ein angebundenes Pferd, hängt sich ins Halfter dadurch entsteht eine Extrembelastung fürs das Gelenk. Fehlbelastungen des ISG entstehen langfristig durch falsches Reiten.

Wie sind Störungen in diesem Bereich zu erkennen?

Störungen des Kreuzdarmbeins sieht man vor allem in Wendungen oder in der Bewegung auf gebogenen Linien: Die Hinterhand wirkt steif, als ob sie nicht zum Pferd gehört, eventuell wird der Schweif schief getragen. Das Pferd hat Probleme sich zu versammeln und zeigt keine Leistungsbereitschaft. Es kann sein das sich die Kruppe einseitig absenkt, und es zu einem Beckenschiefstand kommt was äußerlich auch an ungleicher Bemuskelung und ungleicher Höhe der Kreizbeinhöcker zu erkennen ist. Man beobachtet das Pferd von hinten in der Bewegung, bzw. legt im Stand die Hände auf die Hüfthöcker, um zu fühlen ob sie gleich hoch sind und in welchem Winkel sie zueinander stehen. Durch die unphysiologische Belastung kann es außerdem zu Verspannungen der Muskulatur kommen.

Wie können die Pferde gearbeitet werden?

Beim Reiten bzw. der Arbeit an der Hand muß zunächst darauf geachtet werden das Pferd nicht lange auf einer Hand gearbeitet wird, um eine erneute Überlastung zu vermeiden. Stangenarbeit und häufige Tempowechsel halten geschmeidig. Für geübte Reiter: Seitengänge wie Schulterherein eignen sich auch gut zum Training und zur Stabilisierung des Iliosakralgelenks, besonders wenn die Seitwärtsbewegung mit wenig Abstellung und korrekter Biegung bei deutlicher Vorwärtstendenz geritten, das dehnt und mobilisiert den Bewegungsapparat.

Wie kann der Beckenschiefstand behandelt werden?

Die Behandlung kann mit Akupunktur, physiotherapeutischen Übungen sowie energetisierenden Massagen erfolgen.