Heller als ein Stern

Helleralsein Stern

 

Megan fuhr sich mit der Hand in die Haare, strich sich umständlich die Strähnen aus dem Gesicht. Vielleicht würde er wieder seinen Arm um sie legen, hier und jetzt, mitten im Flur, vor den Leuten, die hier aus dem Nichts auftauchten. Sie sah ihm in die Augen. Es würde sie nicht stören, nicht mal, wenn das gesamte Krankenhauspersonal hier auftauchte. Wenn er wollte. Sie würde ihn nicht daran hindern.

Er lächelte immer noch, als hätte er das schon immer gewusst.

Megan runzelte die Stirn, ihr Herzschlag setzte einen Moment lang aus. Irgendetwas fühlte sich merkwürdig an. Sie starrte eine ganze Weile auf ihre Hand, ohne zu verstehen, was passiert war.

Wem gehörte das denn?

Zwischen ihren Fingern hatte sich ein kleines Büschel braunes Fell festgeklemmt.

Nein. Das war kein Fell.

Wie sollte es denn Fell sein?

“Jackson”, flüsterte sie zitternd. Sie hielt ihre Hand hoch und sah, wie das Lächeln auf seinen Lippen erstarb.

“Gut”, sagte Jackson. “Zurück zur Station. “Er zog sie vom Stuhl hoch, seine Hand hielt die ihre fest umschlossen.

Megan starrte hinunter auf die gleichmäßig schwarzen Finger, die ihre eigenen Finger umklammerten. Ihre Hand sah daneben blass und klein aus. Sie fühlte sich schwach an. Sie gehörte ihr nicht mehr. Sie gehörte jetzt ihm, nicht ihr. Nichts war mehr am richtigen Platz.

“Es wird alles gut”, sagte Jackson. Seine Stimme klang ruhig und sicher. “Das passiert nun mal bei der Chemo.”

Eine Gruppe junger Ärzte tauchte auf, lachend wie ein Möwenschwarm. Sie hatten alle dichtes Haar auf dem Kopf, in allen Farben, gesundes, dichtes Haar. Haar, durch das man mit den Fingern fahren konnte, ohne dass es ausfiel. Sicher. Echt. Gesund.

Kein einziger Glatzkopf darunter.

 

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