Deutsch

Arbeitsschwerpunkte: Lesen und Schreiben

Über die curricularen Vorgaben hinaus arbeiten die Lehrkräfte des Fachbereichs Deutsch an zwei großen schulischen Projekten. Wir möchten die Lese-Flüssigkeit unserer Schülerinnen und Schüler am Übergang zwischen Grundschule und Sekundarstufe verbessern und wir möchten die Rechtschreibsicherheit unserer Schüler durch ein systematische Förderung erhöhen.

Der Schwerpunkt dieser beiden Projekte liegt in der Arbeit mit den Jahrgängen 5 und 6. Die Erfassung von Leseleistung und Schreibleistung in den letzten fünfzehn Jahren zeigt uns, dass die meisten Grundschulkinder am Ende des vierten Schuljahrs Lesen und Schreiben erlernt haben – dass aber dieser Prozess noch nicht abgeschlossen ist und dass ein verstärktes Üben gerade zu Beginn der Sekundarstufe I ihnen das Lernen in den nächsten Schuljahren stark erleichtern wird.

Im Deutschunterricht verwenden wir deshalb in den unteren Klassen jeweils eine Wochenstunde für ein systematisches Lesetraining und jeweils eine weitere Stunde für die Arbeit in der Rechtschreibwerkstatt. Natürlich spielt Lesen und Rechtschreiben auch in den anderen Stunden des Deutschunterrichts eine herausragende Rolle, sie unterscheidet sich dort aber nicht von den klassischen Konzepten des Fachs.

Wir arbeiten bei unserem Lesetraining mit einem höheren Personaleinsatz: die Stunden werden durch drei Lehrkräfte geleitet. Wir arbeiten dort außerdem in kleinen Tischgruppen mit jeweils vier bis sechs Schülerinnen und Schülern. Die Arbeit in den Kleingruppen wird zusätzlich durch eigens ausgebildete Lesepaten aus Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 9 und 10 moderiert, die ein individuelles Lernen und Arbeiten sicherstellen.
Die Übungen reichen zunächst von Wortschatzarbeit bis zu Trainingsformen für die Leseflüssigkeit. Im weiteren Verlauf werden Lesestrategien und Methoden des vertieften Lernens eingeführt und geübt. Neben den Lernerfolgen beim Leseverstehen ist uns aber auch wichtig, dass gerade die älteren Schülerinnen und Schüler den ehemaligen Grundschulkindern und Neuankömmlingen Sicherheit und Hilfen bieten und die Orientierung am neuen Lernort erleichtern.

Bei der Arbeit in der Rechtschreibwerkstatt ermitteln wir zunächst in einem Diagnosediktat den Lernstand des Kindes. Die Diktate sind unbenotet – sie haben nur den Zweck festzustellen, in welchen Bereichen das Schreiben sicher beherrscht wird – und in welchen Bereichen das Lernen noch nicht abgeschlossen ist. Bei uns lernt jedes Kind in jeweils nur einem Bereich zur gleichen Zeit. Wir wählen dabei nicht automatisch den Bereich mit den meisten Fehlern, sondern den untersten Bereich, in dem die Schreibentwicklung noch nicht abgeschlossen ist. In etwa vierteljährlichen Diagnosediktaten überprüfen wir, ob durch das Lernen im jeweiligen Bereich Rechtschreibsicherheit vorhanden ist und der Bereich verlassen werden kann – und welcher Bereich als nächstes bearbeitet werden soll.