BELOHNUNG

KEINE FETTE BELOHNUNG

In vielen Familien ist es üblich, gutes Benehmen mit Süßigkeiten, Knabbereien oder Essen zu belohnen. Die Kinder erhalten beispielsweise ein Eis, wenn sie im Haushalt geholfen oder ihre Hausaufgaben erfolgreich abgeschlossen haben. Man weiß, dass übergewichtige Kinder ganz besonders auf Essen als Belohnung ansprechen. Insofern wirkt eine in Aussicht gestellte Süßigkeit bei diesen Kindern ganz besonders gut. Es ist folglich kein Wunder, dass sich viele Eltern dieser Belohnung bedienen, obwohl sie selbst genau wissen, dass dies den Gewichtsproblemen ihres Kindes nicht förderlich ist. Überdenken Sie kritisch, wie Sie Ihr Kind belohnen. Setzen Sie sich hierzu hin und überlegen, welche anderen Möglichkeiten es gibt. Was macht Ihr Kind gern? Was bereitet ihm Freude? Bitte notieren Sie alles. Anschließend gehen Sie Ihre Liste durch und prüfen, welche der genannten Punkte sich bei Ihrem Kind als Belohnung einsetzen lassen.

ALTERNATIVEN SUCHEN

Als Belohnung eignen sich beispielsweise: Ein Buch anschauen oder vorlesen, ein Gesellschaftsspiel spielen, ein kleines Spielzeug, eine Zimmerpflanze, usw. Vielleicht können Sie einen Punkteplan gemeinsam mit Ihrem Kind aufstellen: Als Belohnung erhält Ihr Kind jeweils einen Punkt. Eine bestimmte Punktzahl kann dann für die Erfüllung eines Wunsches (z. B. Kauf eines T-Shirts) eingesetzt werden. Jetzt geht es nur noch darum, dass Sie den Punkteplan und die neuen Belohnungen zu gegebener Zeit nicht vergessen. Machen Sie sich die Mühe und führen Sie eine Liste. Denken Sie daran, Ihr Kind nicht mit Essen, sondern mit den von Ihnen festgelegten Punkten zu belohnen.

SCHULDGEFÜHLE

Manche Eltern belohnen ihr Kind besonders häufig, weil sie selbst ein schlechtes Gewissen haben. Das schlechte Gewissen rührt in den meisten Fällen daher, dass sie meinen, zu wenig Zeit für ihr Kind zu haben. Überlegen Sie bitte, ob dies auf Sie zutrifft. Unter Umständen gelingt es Ihnen, von dieser Gewohnheit Abschied zu nehmen. Prüfen Sie selbst, in welchen Situationen Sie dieses schlechte Gewissen haben und wie es dazu kommt, dass Sie in diesen Situationen quasi als Ersatz für Zuwendung Ihr Kind mit Süßigkeiten “abspeisen”. Verdeutlichen Sie sich auch noch einmal, dass gerade Essen als Belohnung Ihrem Kind eher schadet als nützt.