Psyche stärken

Wenn es an die Seele geht!
Therapie: Psyche stärken und kleine Brötchen backen.

Der Teufelskreis aus Übergewicht, Frustration, Essen aus Langeweile und weiterer Gewichtszunahme muss unterbrochen werden. Kinderarzt, Eltern, Pädagogen und Sportlehrer sollten an einem Strang ziehen. Wichtig ist, den kleinen Patienten ernst zu nehmen und als Partner zu sehen – ohne den Willen des Kindes geht rein gar nichts. Lob spielt eine wesentliche Rolle. Auch der kleinste Erfolg einer Gewichtsreduzierung oder bei der sportlichen Leistung ist zu würdigen. Adipöse Kinder sind oft geradezu süchtig nach Lob, denn sie erfahren im Alltag meist genau das Gegenteil. Die Eltern sollten sich für Gewichtsverlauf und Aussehen des Kindes interessieren und auch körperliche Leistungsfortschritte und eine verbesserte Stimmungslage registrieren. Also: Niemals mit Lob sparen, aber mit Kritik geizen! Persönliche Zuwendung kann für die Motivation des Kindes Wunder wirken.

AUSLÖSER ERKENNEN

Bei manchen Kindern und Jugendlichen gibt es spezifische Auslöser für übermäßiges Essen: Traurigkeit, Stress, Ängstlichkeit, Überforderung, Ablehnung in der Schule, Langeweile oder Frust. Eltern sollten darauf achten, ob eine spezifische Begebenheit oder eine bestimmte Stimmung dazu führt, dass das Kind besonders viel isst. Und wichtig: Auch das Kind muss diese Auslöser erkennen. Nur durch diese Einsicht kann es selbst lernen, sein Essverhalten zu verändern.

MIT KLEINEN SCHRITTEN ANS ZIEL

Übergewicht ist ein langwieriges Problem. Kinder und Eltern sollten sich nicht zuviel auf einmal vornehmen. Eine Gewichtsabnahme von 21 Kilogramm erscheint Kind und Eltern unerreichbar – zunächst sollten die ersten zwei Kilos angepeilt werden. Die Familie sollte mit einer einzigen Maßnahme beginnen und diese konsequent über mehrere Monate verfolgen. Wenn es gelungen ist, diese erste Maßnahme zur Zufriedenheit umzusetzen, können Sie sich die Tipps in unserem Internetangebot noch einmal vornehmen, um zu überlegen, was Sie dann angehen können und wollen.

Das Kind muss mit den Maßnahmen einverstanden sein. Es hat keinen Zweck, einem Kind etwas gegen seinen Willen aufzuzwängen. Eine Maßnahme, die für das eine Kind geeignet ist, kann für ein anderes Kind völlig ungeeignet sein. Ist das Kind schon älter, kann es durchaus auch vernünftig sein, sich mit Hilfsangeboten und gut gemeinten Ratschlägen zurückzuhalten. Dies gilt besonders, wenn die “Fronten verhärtet” sind. Letztlich muss das Kind lernen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.