Körperfettmessung

Verschiedene Methoden zur Bestimmung des Körperfettanteils. Unter diesem Menüpunkt finden Sie fünf verschiedene Methoden zur .

>> Biolektrische Impedanzanalyse
>> Hautfaltenmessung – Kalipermetrie
>> Infrarot Reflexionsmessung
>> Computertomographie/ Magnetresonanztomographie
>> Unterwasserwiegen/Hydrostatisches Wiegen

Biolektrische Impedanzanalyse
Die Messung der Körperzusammensetzung mit Hilfe der BIA-Methode (Bioelektrische Impedanzanalyse) gibt Aufschluss über Muskel- und Organmasse (bio cell mass, BCM), Fettgewebe und Wassergehalt. Bei dieser Messung zirkuliert ein schwacher, nicht spürbarer elektrischer Strom durch den Körper. Dabei werden jeweils zwei Elektroden auf eine Hand und einen Fuß geklebt. Aus dem gemessenen elektrischen Widerstand – physikalisch=Impedanz – den der Körper dem Stromfluss entgegenbringt, kann auf die gesamte Körperflüssigkeit des Körpers geschlossen werden.

Je höher der Flüssigkeitsanteil und damit die Konzentration von Elektrolyten ist, um so geringer ist der elektrische Widerstand. Fettmasse beinhaltet weniger Wasser und ergibt somit einen höheren Widerstand. Mit Hilfe entsprechender Formeln wird aus dem gemessenen Widerstand, der Körperhöhe und dem Körpergewicht bei gegebenem Geschlecht und Alter die Körperzusammensetzung ermittelt.

Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, das heißt bei wiederholten Messungen auf identische Ergebnisse zu kommen, müssen die Messbedingungen bei der BIA konstant bleiben. Einen großen Einfluss auf die Messung hat der aktuelle Hydrationszustand (Wassergehalt im Körper) des Probanden. So können Alkoholkonsum in den letzten 24 Stunden, ein voller Magen oder eine gefüllte Harnblase zu falschen Werten führen. Ebenso lässt sich beobachten, dass Geräte von unterschiedlichen Herstellern bei der gleichen Person unterschiedliche Widerstandsmessungen ergeben.

Hautfaltenmessung – Kalipermetrie
Die Körperfettbestimmung mittels Hautfaltenmessung nennt man auch Kalipermetrie. Mit einer speziellen Kneifzange, einem Kaliper, wird die Hautfaltendicke gemessen. Diese Methode macht sich zu nutze, dass 50 bis 70 Prozent des Körperfettes unter der Haut gespeichert werden. Misst man die Dicke der Hautfalten an verschiedenen festgelegten Körperstellen und addiert diese Werte, kann man von dieser Summe auf den Körperfettanteil schließen. Man unterscheidet hauptsächlich die Drei-Punkt, die Vier-Punkt und die Zehn-Punkt-Messung (die Korrelation zum BMI beträgt ca. 0,7). Das richtige Greifen der Hautfalte erfordert etwas Übung.

Die Hautfaltenmessung birgt mögliche Messfehler in sich. Das Kaliper sollte mit einem bestimmten Anpressdruck (10 g / mm2) angelegt werden. Die Dicke der Hautfalte muss innerhalb von vier Sekunden abgelesen werden, um eine Kompression des Fettgewebes zu vermeiden. Je weniger Messpunkte in die Rechnung eingehen, umso ungenauer ist das Ergebnis. Als nachteilig hat sich erwiesen, dass unterschiedliche Untersucher bei ein und derselben Person nicht exakt einheitliche Messungen erzielen. Insofern sollte bei Verlaufsuntersuchungen oder wissenschaftlichen Fragestellungen nach Möglichkeiten stets die gleiche Person die Messungen vornehmen.

Aus Vergleichsstudien mit Referenzmethoden geht hervor, dass diese Methode tendenziell etwas zu hohe Messergebnisse produziert. Ein weitaus größerer Nachteil stellt die nachlassende Elastizität des Fettgewebes im Alter dar. Diese kann das Ergebnis ebenso verfälschen wie die Dicke der Haut selbst. Bei Menschen mit sehr hohem Übergewicht und entsprechend dicken Hautfalten wird die Hautfaltenmessung ebenfalls deutlich erschwert.

Infrarot Reflexionsmessung
Die Infrarot-Reflexionsmessung (IR) basiert auf der unterschiedlichen Absorption von Infrarot-Strahlung. Diese Messmethode stammt ursprünglich aus der Landwirtschaft und wurde zur Untersuchung von Getreide und Fleisch entwickelt. Dabei benutzt man einen Stab, in dem ein Sensor und eine Lichtquelle integriert sind. Am Bizeps des dominanten Armes wird gemessen, wie intensiv die Strahlen vom Körpergewebe reflektiert werden. Diesen Wert bezeichnet man als “Optische Dichte”.

Während das Absorptionsmaximum von Fett bei einer Wellenlänge von 930 nm liegt, absorbiert Wasser Infrarot-Strahlen bis 970 nm. Aus dem gemessenen Wert kann unter Berücksichtigung von Alter, Trainingszustand, Geschlecht, Körpergewicht und Knochenbau auf die Körperzusammensetzung geschlossen werden. Zur Genauigkeit dieser Messmethode liegen nur wenige Studien vor, die kein einheitliches Bild ergeben. IR ist verschiedenen Untersuchern zufolge in ihrer Genauigkeit vergleichbar mit der BIA-Methode.

Eine mögliche Störgröße ist der Anpressdruck des Sensorstabes. Je fester der Stab angedrückt wird, um so geringer fällt der ermittelte Fettanteil aus. Zudem muss darauf geachtet werden, dass kein Licht durch die Manschette am Messstab gelangt, denn auch dies führt zu falschen Werten.

Computertomographie/ Magnetresonanztomographie
Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MR) sind die genauesten , aber auch aufwendigsten und derzeit teuersten Fettmessmethoden. Durch die Schnittbildmethode kann exakt das viszerale Fett (Fett im Körper zwischen den Organen) gemessen werden, welches eine große Rolle im Hinblick auf die durch Adipositas verursachten gesundheitlichen Risiken spielt. Die Magnetresonanztomographie ist die leistungsstärkere, aber auch kostenintensivere Methode. Die Magnetresonanztomographie hat den Vorteil, dass sie nicht mit einer Strahlenbelastung einhergeht.
In der klinischen Routine spielen beide Verfahren keine Rolle bei der Bestimmung der Fettmasse und ihrer Verteilung. Sie werden klinisch für diese Fragestellungen nur in seltenen Ausnahmefällen eingesetzt. Sie werden primär bei bestimmten wissenschaftlichen Fragestellungen angewandt.

COMPUTERTOMOGRAPHIE
Bei der Computertomographie handelt es sich um ein spezielles Röntgenverfahren, das Querschnittsbilder verschiedener Körperabschnitte anfertigt. Mit einer Röntgenröhre wird ein schmaler Röntgenstrahl erzeugt. Dieser durchdringt die zu untersuchende Körperstelle und wird durch die verschiedenen Strukturen des Körpers wie Haut, Fett, Muskel, Organe und Knochen, unterschiedlich stark abgeschwächt. Gegenüber der Röntgenröhre befinden sich Sensoren (Detektoren), die das abgeschwächte Signal empfangen, elektronisch aufbereiten und einem Computer zur Auswertung weiterleiten.

Die Bilder können auf einem Bildschirm oder auf einem Röntgenfilm betrachtet und ausgewertet werden. Im Vergleich zum normalen Röntgenbild ist das CT-Bild übersichtlicher, da man dank der besseren Kontrastabstufung zwischen den verschiedenen Gewebearten wie Knochen, Muskel oder Fett besser unterscheiden kann. Durch Kontrastmittel kann das Ergebnis für einzelne Fragestellungen noch optimiert werden. Zudem gibt es die Möglichkeit, mit Hilfe eines Computers ein dreidimensionales Bild zu erzeugen. Wie jedes Röntgenverfahren geht auch eine CT mit einer Strahlenbelastung einher, die von der Anzahl der angefertigten “Schnittbilder” abhängt.

MAGNETRESONANZTOMOGRAPHIE
Die Magnetresonanztomographie ist eine diagnostische Technik primär zur Darstellung der inneren Organe und Gewebe. Bei diesem Verfahren werden im Gegensatz zum CT nicht Röntgenstrahlen, sondern Magnetfelder und Radiowellen eingesetzt. Ein weiterer Vorteil zum CT besteht darin, dass neben horizontalen Schichtebenen auch noch andere Schnittebenen dargestellt werden können, ohne die Lage des Patienten zu verändern.

Diese Methode liefert sehr genaue Darstellungen aller Körpergewebe, vor allem der Weichteile, Organe, Gelenkknorpel, Meniskus und Gehirn. Gewebe mit einem geringen Wassergehalt, wie Knochen oder die Lunge können dagegen mit der MR weniger gut dargestellt werden. Bei der Kernspin-Tomographie handelt es sich um eine sehr sichere Untersuchungsmethode; schädliche Nebenwirkungen durch die Kernspin-Tomographie konnten bisher nicht nachgewiesen werden. Allerdings darf sie aufgrund des Magnetfeldes bei Patienten mit Herzschrittmacher und Metallteilen im Körper, wie Spirale, Akupunktur-Nadeln, Metallprothesen, Gefäßclips, Granatsplitter, nicht ohne deren vorangegangener Entfernung angewendet werden.

Unterwasserwiegen/Hydrostatisches Wiegen
Beim Unterwasserwiegen (hydrostatisches Wiegen) wird die Messperson unter Wasser gewogen. Sehr vereinfacht ausgedrückt macht man sich den Zusammenhang zu Nutze, das Fett eine geringere Dichte hat als Muskelmasse und der Auftrieb eines adipösen Menschen bei gleichem Körpergewicht höher ist als bei einem Normalgewichtigen.
Der Schlanke ist demnach unter Wasser schwerer als der “gleichschwere” adipöse Mensch. Mit Hilfe von verschiedenen Formeln kann sehr genau vom Körpergewicht und Auftrieb auf den Fettanteil geschlossen werden.

In der klinischen Praxis spielt das Verfahren keine Rolle; es wird vereinzelt in wissenschaftlichen Untersuchungen herangezogen.